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 Teiche für Wasserziergeflügel
Teichgestaltung.Wasserfall

                                       Teichgestaltung mit Wasserfall
                                                        
Foto:Hötzel
Wer sich für die Haltung von Entenvögel (Anatiformes) entscheidet, muß auch zwangsläufig weit vorher den Teich oder die Teichanlage planen und realisieren. Nur die wenigsten Vogelliebhaber werden die wichtigsten Voraussetzungen in einem solchen konkreten Fall bereits vorher vorweisen können. Zudem darf natürlich fundiertes Fachwissen über die Entenvögel nicht fehlen. Oftmals ist es auch ratsam, Freunde, Bekannte oder einen Vogelverein um Hilfe zu bitten, damit der Teich den Gefiederten letztlich naturnahe Lebensbedingungen bietet. Ein kleines Wasserbiotop muß als Einheit funktionieren, die Komponenten Vogelbesatz, Fütterung, Filterung, Wasserqualität, Wassertemperatur, Einzäunung bzw.Schutz vor natürlichen Feinden, Anlagengröße, Gestaltung und Bepflanzung, Teichufer und auch das Verhalten der zukünftigen Teichbewohner müssen aufeinander abgestimmt werden. Des weiteren kommt bei der Planung die Frage nach den Kosten für den Wasser-und Stromverbrauch (bei Einsatz einer Umwälzpumpe) sicherlich in Betracht.Neben dem finanziellen Aufwand für den eigentlichen Teich, können weitere Baukosten für ein notwendiges Winterquartier entstehen, da ja nicht alle von Natur aus ganzjährig im Freien zu halten sind. Als erste Maßnahme wird erst einmal ein guter Standort ausgewählt. Es ist dabei zu beachten, daß später sowohl schattige Plätze als auch sonnige Bereiche vorhanden sind. Ein Teich in voller Sonne kann die anfängliche Freude durch eine massive Algenblüte schnell trüben und besonders für nordische Arten kann eine solche Anlage keinesfalls empfohlen werden. Zunächst muß man sich auch Klarheit darüber verschaffen, welcher Teichtyp in Frage kommt und in welcher Form sich die gärtnerische Gestaltung einfügen soll. Falls eine Umwälzpumpe für die Wasserbewegung und Filterung vorgesehen ist, bieten großflächige Teichformen günstige Voraussetzungen für gute Strömungsverhältnisse. Selbst Inseln, die ja ideale Brutstandorte und Ruheplätze darstellen, lassen sich bequem einplanen. Die gesamte gestaltung unterliegt natürlich dem jeweiligen individuellen Geschmack. Manche künstlich geschaffene Gewässer erfüllen lediglich dem Zweck der Jungenaufzucht und müssen nicht notwendigerweise entsprechend struktuiert sein. Der Nachwuchs soll ja möglichst reibungslos betreut werden können, da würden zusätzliche “Verschönerungen” den Pflegeaufwand in Sachen Hygiene unnötig strpazieren. Ungünstig wirken sich bei großen Freilandteichen sogenannte tote Zonen aus, die nicht von der Strömung erfaßt werden. Hier sammeln sich vermehrt organische Stoffe unterschiedlichster Art, die sich nach sehr kurzer Zeit in einen recht übel riechenden Schlamm verwandeln. Solche Gewässerzonen beherbergen zahlreiche Krankheitskeime, die unter anderem den gefürchteten Botolismusbefall auslösen können. Es ist günstiger, von Beginn an solche Schlammecken bereits bei der Erstellung des Teiches auszuschließen, man erspart sich für die Zukunft viel Ärger und Enttäuschung. Denn es hat sich als vorteilhaft erwiesen, daß ideale Srömungsverhältnisse den gesamten Teich erreichen sollten. Zu-und Ablauf befinden sich dabei genau an zwei entgegengesetzten Teichufern.

Trotz aller Technik wird der Teichbesitzer in bestimmten Abständen zumindest einen Teiwasserwechsel durchführen müssen. Nur besonders große Gewässer, die über wirksame Filtermechanismen durch Wasserpflanzen ganzjährig eine gleichbleibende Wasserqualität aufweisen (vorausgesetzt, sie sind nicht überbesetzt), bedürfen kaum einer besonderen Pflege. Zudem gibt es pfiffige Lösungen, mit denen man den Gefiederten beste Wasserverhältnisse bieten kann. Dazu gehört sicherlich ein an der tiefsten Stelle des Teiches installierter Bodenablauf, der anschließend zu einem biologischen Außenfilter führt. Die Schmutzpartikel

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Spatelschnabelenten auf einem natürlich
      gestalteten Wasservogelteich                 
                        
Foto:Hötzel

werden also gezielt mittels einer leistungsstarken Umwälzpumpe aus dem Teich geleitet, so daß sich keine Schlammablagerungen am Bodengrund bilden. Diese Möglichkeit der biologischen Teichhygiene ist jedoch recht kosten-und arbeitsintensiv-aber im Endeffekt für die zu pflegenden Wasservögel eine wunderbare Lösung. Zur Teichtiefe gibt es einige Grundsätze, die hir kurz erwähnt seien. Gründelenten benötigen 30-50 cm, tauchende Enten etwa 80-100 cm. Bedeutsam sind in jedem Fall seichte Überschwemmungszonen und flache Ausstiege, die den Enten und Gänse in vieler Hinsicht zu schätzen wissen. An diesen Stellen hat der Liebhaber zumeist gute Chancen, gesunde Wasser- und Uferpflanzengemeinschaften heranzuziehen. Gerade Tauch- aber auch Ruderenten brüten bevorzugt in der Uferregion. Als kleiner Hinweis sei hier erwähnt, daß Teiche mit einem zu überwinternden Fischbesatz, eine Mindesttiefe von 120 cm (für Kois ca. 180 cm) aufweisen sollten. Weiterhin darf nicht unterschätzt werden, daß ein künstlich angelegtes Gewässer im Wohnumfeld eine ernstzunehmende Gefahr für Kinder darstellt. Wasser zieht spielende Kinder magisch an, da gibt es viel zu probieren und zu entdecken. Deshalb gehört es zur Pflicht eines jeden Teichbesitzers, das Areal wirksam abzugrenzen und die Kinder auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Nach unserer Auffassung haben sich Kinder, auch an flachen Gewässern, ohne Aufsicht eines Erwachsenden nicht aufzuhalten. So lassen sich die gefürchteten Teichunfälle sicherlich vermeiden.
Bei der Planung muß des Weiteren berücksichtigt werden, in welchem Umfang Bäume den Teich beeinflussen können. Eine schöne Seite ist sicherlich in der Schattenbildung zu sehen, da eine Überhitzung des Wassers selttener auftritt und zudem die weniger schwankende Wassertemperatur die Biologie des Teiches enorm stabilisiert. Anderseits sind beispielsweise Wurzeln von Weiden in der Lage, selbst stabile Betonbecken zu sprengen. Die meistens langsam entstehenden Schäden sind ärgerlich und nur mit erheblichem Aufwand zu beseitigen. Im Herbst führt der Laubfall dazu, daß oftmals eine zusätzliche Reinigung unumgänglich wird, da sich nicht zuletzt durch austretende Gerbstoffe die Chemie des Wassers für Wasservögel und Fische gefährlich verändern kann. Es ist also ratsam nur Bäume zu pflanzen, die nicht zu übermäßiger Wurzelbildung neigen. Außerdem macht sich ein regelmäßiger Rückschnitt bezahlt, um den Laubfall im Herbst in Grenzen zu halten. Aber auch eine Teichgestaltung ohne größere Bäume läßt noch viel Raum für individuelle Vorstellungen offen.

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   Kaisergänse, hier mit Jungtieren, benötigen Wiesenflächen zum grasen
                    
Foto: Hötzel

Zu den verschiedenen Materialien, die sich für den Teichbau eignen, wurde in der Fachliteratur bereits viel geschrieben. Fakt ist, es gibt kein Material, das man generell empfehlen kann, da den Vorteilen immer gewisse Nachteile entgegenstehen. Eine gewisse Rolle spielt zudem immer, welche Vorstellungen der Liebhaber nun hat, um die Teichidylle zu verwirklichen. Und von nicht minderer Bedeutung sind natürlich die finanziellen Möglichkeiten, die die Wahlmöglichkeiten der Baumaterialien erheblich beeinflussen. Letztlich bleibt dem

ungeübten Teichbauer der Weg zu einem Fachmann selten erspart. Außerdem hilft gute Fachliteratur, bestehende Unklarheiten und Hindernisse aus dem Weg zu schaffen. Es sei nur bemerkt, daß sowohl hochwertige, UV-beständige Folien als auch solider Beton mit einer Kunstharzbeschichtung durchaus 20bis 50 Jahre halten können. Um Wasserkosten zu sparen, läßt sich der Teich genauso gut über die Fallrohre der Dachrinnen füllen. In regenarmen Perioden muß der Teichbauer unter Umständen etwas Geduld aufbringen, bis eine gewünschte Füllhöhe erreicht ist. Ein ökologisch funktionierender Teich benötigt einige Jahre, bis er optimal eingefahren ist. Aus diesem Grunde ist es anfangs ratsam, nur wenige ausgewählte Wasservögel zu halten, die die junge Vegetation nicht zu stark schädigen. Vor allem Gänse und Schwäne kennen da keine “Skrupel”und hinterlassen nach ihren intensiven Aktivitäten wahre Verwüstungen im jungen Pflanzenbestand. Es besteht natürlich ebenfalls die Möglichkeit, die frisch gesetzten Pflanzen durch geeignete Absperrungen vorerst zu schützen. Später wird dann entschieden, wann die Schutzgitter wieder entfernt werden können. Allgemein ist darauf zu achten,daß möglichst nur robuste und gesunde Pflanzen gesetzt werden. Diese sind dann auch in der Lage, sich gegen die gefiederten Teichbewohner durchzusetzen. Ein ideales Bild ergibt die stufenartige Bepflanzung der Teichränder. Das heißt die hoch wachsenden Pflanzen gehören in den Hintergrund und vorn verdecken niedrige Gewächse nicht die Sicht auf das Gewässer. Attraktive Blühpflanzen geben der Anlage dann noch einen besonderen Reiz.

Da viele Wasserpflanzen heute zu den besonders geschützten Arten gehören und es zumeist nicht gestattet ist, diese einfach aus der Natur zu entnehmen,ist es ratsam, diese in einem guten Fachmarkt oder in einer Gärtnerei zu erwerben. Vielleicht gibt es ja auch im Bekanntenkreis einen stolzen Teichbesitzer, der in der Lage ist, aus seinem üppigen Bestand etwas abzustechen. Künstlich geschaffene Teiche bieten immer ein reiches

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        Schwarzkopfruderenten auf
                 einem Naturteich
                     
Foto:Hötzel          

Betätigungsfeld und werten den Garten biologisch auf. Gerade in den letzten Jahren stieg das Interesse mit zunehmender Tendenz. Gut eingespielte künstliche Gewässer, die einen reichen Pflanzenbewuchs aufweisen,bieten beste Voraussetzungen für die natürliche Aufzucht von Wasserziergeflügel. Und es gibt wohl keinen schöneren Anblick, als eine komplette Vogelfamilie bei ihren Unternehmungen im feuchten Element zu bestaunen.Es wäre schön und auch wichtig für die Arterhaltungszucht, wenn diese ursprüngliche Art der Aufzucht wieder mehr überzeugte Vogelfreunde praktizieren würden.

                                                       K.Patz
                                                                        T. Hötzel