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Lebensweise: Die Streifengänse bewohnen in ihrer rein kontinentalen Brutheimat die Seen, Sumpfniederungen und Flußläufe der Gebirgssteppen und Hochplateaus etwa zwischen 3 000 und 5 600 m über dem Meere.OGILVIE (1978) schätzt den Gesamtbestand auf 10 000 Individuen; die stark abnehmende Population in der UDSSR umfaßt etwa 1 000 Tiere. Im östlichen Tibet treffen die Trupps der Streifengänse um den 15. April ein. Zu dieser Zeit sind die Gewässer noch stark vereist, häufig beherrschen starke Nachtfröste und Schneefall die Landschaft. Bei ihrer Ankunft sind die Gänse fest verpaart und beginnen sofort mit der Nistplatzsuche. Streifengänse brüten meist in lockeren Kolonien. Die Nester werden auf kleinen Grasinselchen der Steppenseen oder in Sumpfniederungen errichtet. GROTE fand die Streifengänse in der Mongolei in alten Greifvogelnestern 4 - 6 m hoch auf Pappeln brütend. SCHÄFER bemerkt für Osttibet, daß die Art ausschließlich entlang der Flußläufe auf den schmalen Felsstufen der Steilwände, oft in unmittelbarer Nachbarschaft von Greifvögeln und Kolkraben brütet. Die einzelnen Nester stehen manchmal nur 2 - 3 m voneinander entfernt. Anfang Mai beginnt hier die Eiablage. Teils ohne Unterlage, teils in den Nestmulden unbesetzter Horste werden die 4 - 5 (selten bis 8) rahmweißen Eier abgelegt. Während das Weibchen brütet, wacht das Männchen neben dem Nest. Die Brutdauer beträgt etwa 27 - 30 Tage. Durch die Lockrufe der Eltern verlassen die etwa einen Tag alten Küken das Nest, und die Familie siedelt nun zu größeren Wasserflächen über. Die Küken der erhöht stehenden Nester springen herab.SCHÄFER sah ein wenige Stunden altes Gössel, das aus einer 25 m hohen Steilwand von Fels zu Fels fallend herabsprang und unten auf dem steinigen Ufergeröll aufschlug. Binnen kurzer Zeit kam es zu sich und lief zum lockenden Altvogel.Obgleich beide Eltern sehr besorgt die Führung ihrer Gössel übernehmen, erreichen in den meisten Fällen doch nur 1 - 3 Junggänse pro Familie etwa im Alter von 60 Tagen im August ihre Flugfähigkeit. Die Mauser der Altvögel setzt Mitte Juli - bei Tieren die keine Jungen führen - , bereits schon Ende Juni ein. Ab September erfolgt dann der Abzug über das Himalaja - Massiv, wo Streifengänse in fast 9 000 m Höhe angetroffen wurden, in ihre südlich davon liegenden Winterquartiere. Im Gegensatz zum Verhalten in den Überwinterungsgebieten, wo die Streifengänse stark verfolgt werden und demzufolge äußerst scheu sind, liegt die Fluchtdistanz brütender Paare oft unter 10 m, und in Lhasa, wo sie nicht verfolgt werden, brüten sie in der Stadt und zeigen keinerlei Scheu gegenüber dem Menschen.
Nahrung in der Natur: Sie besteht im Wesentlichen aus grünen Pflanzenteilen:
Haltung und Zucht: Streifengänse werden seit 1845 im Zoo London und seit 1872 im Zoo Berlin gehalten, zu ersten Zuchterfolgen kam es 1880 in Berlin und 1888 im Zoo Paris. Heute ist die Art bei Züchtern sowie in Vogelparks und Zoos - im Sommer nicht selten mit Nachkommen - anzutreffen. Frischimporte kamen ausschließlich aus den Winterquartieren der Art, deshalb “Indische Streifengans”. In ihrer Unkompliziertheit und in den für Gänse überdurchschnittlichen Zuchtaussichten ist die Streifengans für Anfänger und jene Züchter zu empfehlen, deren Gehegegröße und - qualität keine Rothals - oder Ringelganszuchten verspricht. In städtischen Anlagen ist sie für die Belebung von Parkteichen geeignet, bastardiert jedoch stark mit anderen Gänsearten, speziell mit der Graugans. Auf den Tiermärkten werden heute überwiegend gezüchtete Jungtiere angeboten. Diese Gänse paaren sich im 1. und 2.Jahr und werden im 2. oder 3. Lebensjahr geschlechtsreif. Die Nester werden in der Bodenvegetation, gern auf Inselchen oder in Hütten errichtet. Beginn der Eiablage unter den Bedingungen des britischen Seeklimas im Wildfowl Trust jeweils zwischen 15. und 25. April, wogegen diese Zeitspanne für Seewiesen, Oberbayern, bereits den Brutbeginn darstellt. Obgleich Nachgelege zu erwarten sind, sollte den Eltern, wenn es die örtlichen Bedingungen erlauben, Brut und Aufzucht selbst überlassen bleiben. Wie WÜRDINGER in Seewiesen nachweisen konnte, entwickeln sich die Jungtiere unter optimalen Bedingungen der Handaufzucht am schnellsten, sie sind mit 49 - 53 Tagen flugfähig, dagegen von den Eltern geführte ab 58. und im Tienschan heranwachsende ab 62. Tag. Ferner spielt die Rangordnung in der Geschwisterschar bei der Gewichtszunahme eine Rolle. Maximale Gewichtszunahme zwischen 20. und 28. Tag, etwa ab 50. Tag wird das Gewicht der Erwachsenden erreicht. Die Befiederung beginnt am 16. Tag an den Schultern, am 18. an den Flanken, am 19. an den Oberschwanzdecken, am 22. auf der Bauchseite, und ab 20. Tag entfalten sich die Handschwingen. Während der Befiederung werden Läufe und Schwimmhäute gelb, mit 6 - 7 Wochen ist der Schnabel umgefärbt. Bald danach beginnt die langsame Umfärbung des Klein - und Rückengefieders in das Alterskleid, die im Alter von etwa 8 Monaten abgeschlossen wird. |