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 Schwarzkopfruderente
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Es existieren drei Unterarten: Die Nordamerikanische Schwarzkopfruderente, mit den reinweißen Kopfseiten bewohnt Nord - und Mittelamerika, sie wird in Mittel- und Ostkolumbien von der Kolumbanischen Schwarzkopfruderente vertreten, deren Kopfseiten auf weißem Grund schwarz gefleckt sind. Südwärts davon ist die völlig schwarzköpfige Peruanische Schwarzkopfruderente beheimatet.

Lebensweise:
Alle drei Unterarten bevorzugen für ihren Aufenthalt ausgedehnte eutrophe
Flachgewässer mit reicher Uferflora, eingesprengten Inseln und offenen Wasserflächen. Die Nominatform bewohnt vor allem Seen -  und Sumpfniederungen in den Präriegebieten, die Kolumbanische Schwarzkopfruderente die Seen und Lagunen auf den kolumbanischen Savannen und Hochebenen und die Peruanische die hochgelegenden Andenseen, wie den Titicaca - und den Junin - See.Die beiden südlichen Subspezies sind ausgesprochende Standvögel, die jahreszeitlich ungebunden brüten und mausern. NIETHAMMER fand die Peruanische Schwarzkopfruderente sehr häufig auf dem Titicaca - See und glaubt, daß sie gegenwärtig auf dem Wege zur völligen Seßhaftigkeit ist und möglicherweise schon von ihrem Flugvermögen eingebüßt hat. Bei einem durchschnittlichen Gewicht der Erpel von ca.830 g und einem Flügelmaß von 146-163 mm (die Nominatform wiegt um 550 g, ihr Flügelmaß beträgt 142-154 mm) dürfte  diese Subspezies kaum noch voll flugfähig sein, zumal die relativ dünne Luft in den hochgelegenen Wohngebieten (bis 4000 m) eine stärkere Flügelarbeit erfordert als im Flachland bei normaler Luftdichte. Dagegen ist die Nominatform ein reiner Zugvogel, der als einer der letzten Wasservogelarten ab Mitte April zu den Brutplätzen in die Präriegebiete zurückkehrt. Während des Frühjahrzuges erfolgen  Umfärbung in das Brutkleid, Balz und Paarung, letztere erfahren auf dem Brutgewässer ihren Höhepunkt. Die Nester werden im Ried nahe kleiner Wasserflächen, die Mehrzahl über 25 - 30 cm tiefem Wasser errichtet; es sind kompakte, laubenartig überdachte Bauten ohne Dunenauspolsterung. Die Legeperiode erstreckt sich vielerorts zwischen Mitte Mai und Ende Juni, in Kalifornien möglicherweise in zwei Bruten (Mai und Juli).
Normalgelege enthalten 6-15, im Durchschnitt 8 sehr große, dickschalige und
grobporige, weißliche Eier. Übergroße Gelege von mehreren Weibchen oder Verlegen einzelner Eier in Nester anderer Wasservögel sind nicht selten. Brutdauer unter natürlichen Bedingungen 23 - 26, im Inkubator nur 21 Tage. Entsprechend der Eigröße sind die geschlüpften Küken sehr kräftig, schwimmen und tauchen ausgezeichnet. Sie werden anfangs von beiden Eltern, etwa ab Befiederungsbeginn allein vom Weibchen geführt. Weit vor Erlangung der Flugfähigkeit zwischen 52 und 66. Tag ist der Familienverband aufgelöst.
Mitte September verlassen die Ruderenten ihre Brutgebiete und wandern, oftmals den Flußsystemen und Küstenlinien folgend, zu den Winterquartieren südwärts bis Mexiko. Zu sehr großen Scharen vereint, überwintern sie in seichten Buchten und in den Gezeitenzonen flach auslaufender Flußmündungen, andere auf großen Binnen-und Küstenseen.
Nahrung in der Natur:
Sie besteht aus feinen Pflanzenteilen und Kleinlebewesen (hauptsächlich Mückenlarven), deren Anteile regional und jahreszeitlich sehr stark variieren. Sie wird tauchend (bis 3 m Tiefe), häufiger von der Oberfläche aufgenommen.Nach  BELLROSE bevorzugen Altvögel stets Vegetabilien, während bei heranwachsenden Tieren der animalische Anteil 50% übersteigt.

Haltung und Zucht:
Nach DELACOUR wurden ab 1935 Nordamerikanische Schwarzkopfruderenten in Cleres, Frankreich, und vereinzelt in den USA gehalten und 1936 erstmalig in Walcot Hall gezüchtet. Eine wirkliche Verbreitung in Zuchtgehegen und Zoos fand diese Unterart - die auch heute noch am häufigsten anzutreffen ist - durch britische Züchter und den Wildfowl Trust Anfang der 50er Jahre. Zwischen 1938 und 1940 gelangten auch einzelne Peruanische Schwarzkopfruderenten nach Frankreich, Belgien und den USA; die Erstzucht gelang 1962 in Salt Lake City, Utah, USA.
Bei geeigneter Unterbringung bietet die Haltung der Schwarzkopfruderenten heute kaum noch Probleme. Der gebotene Teich sollte nicht zu klein sein und möglichst natürlich bewachsene Ufer aufweisen. Die Überwinterung erfolgt auf eisfreiem Wasser; gut eingewöhnte Tiere sind kälteunempfindlich. Da Ruderenten nur ungern an Land gehen, muß das Futter direkt vom Wasser aus erreichbar sein; geboten werden: Weizen, Hirse, gebrochende Gerste in einem Futtertrog unter Wasser, ein feines Mischfutter (Pellets anweichen), gebrochende Garnelen und Wasserlinsen.Die Zucht gelingt heute mit vielen Paaren, am ergiebigsten jedoch, wenn die Küken von den Eltern geführt werden können. Von solchen Paaren,deren Küken nicht eingefangen und kupiert werden konnten,entflogen bereits Anfang der 50er Jahre etliche Jungenten, die mit ihrem Nachwuchs echte Freilandpopulationen in Südengkand bilden.
Jungerpel mausern zwischen März und April in das Brutkleid und sind wie die Weibchen mit 10 - 12 Monaten geschlechtsreif. Gegen Ende der Mauser, Altvögel
ab März, beginnen die Erpel zu balzen und verteidigen später das auserwählte Brutrevier. Das vom Weibchen errichtete Nest im Uferbewuchs, meist so, daß der Brutvogel direkt vom Gelege in das Wasser gleiten kann. Entgegen früheren Annahmen brüten die Weibchen wie andere Entenarten, doch überstehen die Embryonen längere Unterkühlungszeiten relativ schadlos. Die Legeperiode beginnt selten vor Mitte Mai, Nachgelege sind noch im Juli und August möglich.Erfolgt die Aufzucht in Boxen, muß eine sorgfältige Futterauswahl (in den ersten Tagen u. a.lebende Wasserflöhe) getroffen werden.