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 Schellente
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Lebensweise:
Als ausgesprochender Baumhöhlenbrüter beschränkt sich das Vorkommen der Schellente in den Sommermonaten fast ausschließlich auf die boreale Nadelwaldregion. Hier brüten sie an kalten, klaren, meist oligotrophen Waldseen und Flußabschnitten oder an solchen in unmittelbarer nähe von von Hochwald oder Altbaumgruppen.
Sobald die Brutgewässer eisfrei werden, kehren die Schellenten dorthin zurück. Die sehr auffällige Balz und Paarbildung erreicht im März ihren Höhepunkt und erfolgt anfangs in Trupps auf der freien Wasserfläche, erst später verteilen sich die einzelnen Paare auf die Brutreviere und unternehmen Rundflüge zur Suche geeigneter Brutplätze in Baumhöhlen, großen Astlöchern, Schwarzspechthöhlen oder in Nistkästen. Die Nähe des Ufers wird bevorzugt, doch werden auch Höhlen 1-2 km vom Wasser entfernt bezogen. Die bevorzugte Nisthöhe beträgt 6 - 8 m, seltener über 15 m oder nur 2-3 m. Einfluglöcher von 10 - 25 cm Durchmesser wurden bekannt, die Tiefe der Höhlen kann bis 4 m betragen. Die Wahl des Nistplatzes obliegt dem Weibchen.Mit den scharfen Krallen - gestützt vom Schwanz - kann es sich selbst an glatten Brettern künstlicher Nisthöhlen halten. Der Erpel begleitet es bis zu einem nahen Ast, kriecht jedoch nicht selbst hinein. Die Ablage der Eier beginnt in der Lausitz Ende April, in der Sowjetunion teils erst Ende Mai. Die Eier werden in den frühen Morgenstunden, offenbar in knapp 48stündigen Intervallen abgelegt. Nistmaterial wird nicht eingetragen; vor Brutbeginn erfolgt eine Auspolsterung mit Dunen. Die Gelege enthalten 8 -10, in den Extremen 5 - 15 intensiv blaugrüne Eier. Die Brutdauer beträgt 30 Tage. Die Küken erklettern mit Hilfe ihrer spitzen Zehennägel die Nisthöhle und springen - angeregt vom Locken der Altente - herab. Steht die Bruthöhle weit vom Wasser entfernt, ist ein langer Fußmarsch zum Brutteich notwendig. Um diese Zeit löst der Erpel die Familienbindung und beginnt zu mausern. Die Jungenaufzucht  erfolgt ausschließlich auf dem Wasser, wo sich die Küken sofort als geschickte Schwimmer und Taucher erweisen, es aber auch verstehen, über das Wasser laufend dahinzueilen oder nach darüber hinwegfliegenden Insekten aufzuspringen.
Nach BERNHARDT hält die mütterliche Fürsorge nur 2 - 3 Wochen an, dann beginnen die Weibchen sich zusammenzuscharen. Die Jungenten sind zu dieser Zeit bereits selbstständig, obgleich sie erst im Alter von 8 Wochen ihre volle Flugfähigkeit erhalten. Außerhalb der Brutzeit leben die Schellenten in lockeren Verbänden auf großen Binnenseen, weit häufiger jedoch an den verschiedensten Meeresküsten.

Nahrung in der Natur:
Vorwiegend Kleinlebewesen, wie Wasserwanzen, Wasserinsekten, Mollusken und Crustaceen, seltener Fischchen, Laich und Süßwasserschwämme, die in Wassertiefen bis zu 4 m ergriffen werden. Der vegetabilische Anteil ist gering und erhöht sich im Spätherbst.

Haltung und Zucht:
Schellenten wurden früher nur selten gehalten. HEINROTH (1928) schreibt dazu:” Im Tierhandel ist die Art nur selten vertreten. Die Mühe, die Jungen aus dem Ei aufzuziehen macht sich so schnell niemand, weil es, eben nur eine einheimische Art ist”. Wesentlich stärkeres Interesse brachten die Züchter der Schellente um und nach 1960 entgegen, als mehrfach Jungvögel aus Gelegen von Wildvögeln aufgezogen wurden. Gegenwärtig ist die Schellente in zoologischen Gärten und zahlreichen Privatanlagen anzutreffen. Die Haltung der Schellente setzt das Vorhandensein eines größeren Teiches bei nicht zu schlechter Wasserqualität voraus, auf dem die Tiere auch überwintern können. Kann ihnen während der Frostperiode kein oder nur zeitweilig Wasser geboten werden, bleiben Verluste kaum aus. Als Grundnahrung erhalten Schellenten Weizen und ein gehaltvolles Pellet - oder Mischfutter, zusätzlich Garnelen, Fisch - und Fleischstücke, Mehlwürmer und Wasserlinsen. Während der Eingewöhnungszeit und bei vereisten Ufern ist ein Teil des Futters unter Wasser anzubieten. Die Zucht gelingt regelmäßig (obgleich nicht in jedem Falle) so daß es nicht gerechtfertigt ist, darüber hinaus Eier von Wildvögeln einzusammeln. Die Fortpflanzungsbereitschaft hängt stark von der Teichgröße und dem Angebot
zusätzlicher natürlicher Nahrung ab. Mit der Umfärbung in das Alterskleid beginnen die anfangs unvollständigen und ungeschickt anmutenden Balz - und Begattungsrituale, so daß bei knapp zweijährigen Tieren viele Eier unbefruchtet bleiben; erst mit dreijährigen Paaren bestehen reale Zuchtchancen. Für die Eiablage werden enge, dicht am oder über dem Wasser angebrachten Höhlen den geräumigeren vorgezogen. Legebeginn zwischen Mitte März und Mitte April. Jüngere Weibchen verlegen die Eier häufig, während ältere ruhig und fest brüten. Die Aufzucht von Schellenten - Küken ist nach wie vor nicht unproblematisch; nur in Ausnahmefällen gelingt es mehr als 80% der Jungtiere aufzuziehen. Wichtige Aufzuchtbedingungen sind ein sorgfältig ausgewähltes, an tierischen Eiweißen reiches Futter, das durch Mehlwürmer, Wasserflöhe, Rinderherz, Quark, Bachflohkrebse und Wasserlinsen ergänzt wird und eine Bademöglichkeit, möglichst vom 2.bis 4.Tage an. Die Befiederung der stärksten Tiere begann ab 22.Tag an den Schultern, ab 24.an den Flanken und ab 28. an der Unterseite. Mit 7 Wochen sind die Jungtiere im wesentlichen befiedert (aber noch nicht flugfähig) .