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 Rotschulterenten
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            Rotschulterenten mit 8 Tage alten Küken
                              
           
Foto:Roy

Die Rotschulterente (Collonetta leucophrys) ist in Südamerika beheimatet und fehlt, nach meinen persönlichen Erfahrungen, heute auf kaum einem Züchterteich. Etwa um das jahr 1908 gelangten die ersten Tiere aus dem Gebiet in Chaco, aus den Pilcomayo-Lagunen in Paraguay, nach Deutschland. Nach anfänglich guten Nachzuchterfolgen fanden die Tiere, bis zu den dreißiger Jahren, in vielen europäischen Gehegen und Zoos Verbreitung. Durch Inzucht gelang eine Nachzucht danach nur noch selten. Erst nach 1950, nachdem erneut Importe nach Europa kamen, konnten wieder Bruterfolge verzeichnet werden, die aber wieder infolge von Inzucht zurückgingen. Um 1970 erfolgte eine witere Importwelle von Rotschulter enten aus Südamerika, deren Nachzucht bis heute unproblematisch verläuft.

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         Gerade geschlüpfte Küken
                        
Foto:Roy

Ich selbst habe seit etwa fünf Jahren ein Pärchen Rotschulterenten auf meinem Teich und bis heute meine helle Freude an den Tieren. Rotschulterenten sind recht pflegeleicht und gerade für einen Anfänger unkompliziert, da sie sich auch in Kleingehegen und auf Gesellschaftsteichen  halten lassen. Von der Optik und ihren Verhalten her ist diese Entenart äußerst ansprechend und eine Bereicherung für jeden Wassergarten. Neben dem

erwähnten Pärchen, tummeln sich auf meinem Teich noch Knäck-und Moorenten, die sich gut miteinander vertragen. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre, beginnt die Balz bei den Rotschulterenten Anfang bis Mitte April. Alle ein bis zwei Tage wurde in dem mit Stroh ausgelegten Nistkasten ein Ei abgelegt. Nach etwa 22 Tagen konnten durchschnittlich 15 cremefarbene Eier in einem Dunenbüschel gezählt werden. Das Bebrüten der Eier dauert insgesamt etwa 26 Tage. Nach meinen Beobachtungen verläßt die Ente in dieser Zeit zwei Mal am Tag für etwa 15 bis 20 Minuten das Gelege, um Waser und Nahrung aufzunehmen. Der Erpel hält sich während der Brutdauer überwiegend abgesondert von den anderen Tieren auf dem Teich auf. Um eine optimale Bebrütung des Geleges zu erreichen, wurde es auf 9 bis 10 Stück reduziert. Nach dem Schlupf führen beide Elternteile die winzigen Küken, die sich sofort auf dem Wasser aufhalten. Die frischgeschlüpften Küken benötigen die ersten

30 bis 40 Lebensstunden keine Nahrung. Der Bedarf wird noch aus dem bestehenden Dottersack gedeckt. Danach wird die Nahrung, wie Wasserlinsen etc., seihend von der Wasseroberfläche aufge- nommen. Gute Erfahrungen habe ich in den ersten Lebenstagen neben der Gabe von Aufzuchtfutter, mit Schmelzflocken gemacht, die mehrmals täglich zur  Auf- nahme auf die Wasseroberfläche ausge- streut, und zusätzlich in einer Futterschale angeboten werden. Die Küken sind anfangs noch sehr wärmeliebend und

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     Paar mit zwei Tage alten Küken
                         
Foto:Roy

suchen Schutz unter den Schwingen der Mutter. Bei nassem und kaltem Wetter, vor allem bei lang anhaltendem Regen, sollte die ganze Familie in einem gesonderten Aufzuchtraum bzw. in einem Kleingehege untergebracht werden, um Verlusten vorzubeugen. Das Wachstum der Entenküken geht zügig voran. Nach etwa drei Wochen entfalten sich die Flanken-und Schwanzfedern. Nach ca. vier Wochen folgt die Entwicklung der Schwingen. Bereits nach sieben Wochen haben die Jungenten die Größe der Eltern erreicht. In der achten Woche beginnt die Umfärbung in das Alterskleid, die mit 14 Wochen beendet ist. Der schnabel ist noch blaugrau gefärbt. Der Appetit der Jungen ist erstaunlich groß. Während der Aufzuchtzeit wurde ein recht

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      Paar mit 15 Tage alten Küken
                        
Foto:Roy

aggresives Verhalten der Elterntiere gegenüber den anderen Enten oder sons- tigen Störern beobachtet. Alles, was den Küken bzw. Jungenten zu nahe kam, wurde gnadenlos in die Flucht geschlagen. Auch die Jungenten kernten schnell und übernahmen das gleiche Abwehrverhalten der Eltern. Interessant scheint auch die Feststellung, daß die Führungsrolle des Erpels wohl länger andauert als die der

Ente. Die Geschlechtsreife der Rotschulterenten tritt gegen Ende des ersten Jahres ein. Ob es hier nochmals zu einer Verhaltensveränderung bei den Tieren kommt, konnte von mir nicht festgestellt werden, da sich die Nachzucht zu dieser Zeit bereits auf anderen Teichen tummelte.
im Monat August folgte das zweite Gelege mit wiederum durchschnittlich 15 Eiern. Ich habe mir sagen lassen, daß ich aufgrund dieser großen Gelege im Besitz eines ausgesprochen fruchtbares Entenpärchens sein muß. Auf Grund meiner Beobachtungen, hinsichtlich der häufigen Tretvorgänge, kann ich das nur bestätigen.
Die Brut und Aufzucht gestalten sich wie zuvor geschildert. 

Wenn sich das Zuchtjahr dem  Ende zuneigt und der Winter vor der Tür steht, dürfte wohl die schwierigste Zeit für einen Wassergeflügelzüchter ins Haus stehen- die Überwinterung des Ziergeflügels. Be- sondere Schwierigkeiten dürften sich dann ergeben, wenn der Teich bei Frost und Schnee nicht offen zu halten ist. Auch hier- bei habe ich meine Erfahrungen und Beobachtungen sammeln dürfen. Da mein Teich nicht eisfrei zu halten ist, habe ich den Tieren einen Überwinterungsraum geschaffen, der mit trockenem Stroh aus- 

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                 Rotschultererpel
                         
Foto:Roy

gelegt ist. Bei starkem Frost sorgt eine Rotlichtlampe für Wärme im Stall. Wasser wird in einer Tränke, die sich auf einer Wärmeplatte befindet, täglich frisch angeboten. Möglichkeiten zu einem Bad erhalten die Tiere an möglichst frostfreien Tagen. Dazu habe ich eine große Kunststoffwanne mit einer Aquarienheizung bereitgestellt. Von den gehaltenden Entenpaaren scheinen die Rotschulterenten die Zeit im Winterquartier am besten zu überstehen. An ihrem quirligen Verhalten hat sich nach meinen Beobachtungen kaum etwas geändert. Anders ist das bei den Knäck- und Moorenten, die das Wasser doch sehr vermissen und auch unter der Kälte leiden. 

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                           Paar mit 15 Tage alten Küken
                                              
Foto:Roy

Somit bringt der Winter die meiste Arbeit bei der Umsorgung des Ziergeflügels. Sobald sich der Frost im Frühjahr verzieht, und die  Enten wieder auf ihr angestammtes Element können, herrscht wieder eine Zeit lang Bewegung im, am und auf dem Wasser. Allen, die ein oder mehrere Rotschulterenten auf ihrem Teich beherbergen, wünsche ich viele schöne Stunden bei der Beobachtung und Zucht dieser schönen Vögel.
                                              
                                                        Günter Lange