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Innerhalb der Gattungsgruppe Meeresenten und Säger (Mergini) sind zahlreiche interessante Arten zufinden, die oftmals auch besonders hohe Ansprüche an die Bedingungen in menschlicher Obhut stellen.Nicht jeder Zuchtfreund wäre auf Anhieb in der Lage, diese Wasservögel dauerhaft erfolgreich zu pflegen. Unter den Vertretern der Meeresenten fällt insbesondere die Eiderentengruppe mit ihren vier Arten auf. Dazu gehören die Eiderente (Somatera molissima - 6 Subspecies) die Prachteiderente (S. spectabilis), die Plüschkopfente (S. fischeri) und die Scheckente (Polysticta stellerie). Sie weisen zahlreiche gemeinsame Verhaltens- und Körpermerkmale auf, wie beispielsweise die Ernährung, Brutbiologie oder das für die Gruppe typische langgesteckte Kopfprofil. Sämtliche Arten werden heute in Zuchtanlagen gehalten, der Tierpark Berlin- Friedrichsfelde zeigt drei der vier Eiderenten-Species. Die Nominatform Somateria m. Molissima ist in diesem Zusammenhang im europäischen Raum am häufigsten vertreten. Die Prachteiderente, Plüschkopfente und Scheckente zählen in Züchterkreisen zu den ausgesprochenden Raritäten.Die Plüschkopfente bewohnt zu Brutzeiten die Küsten Nordsibiriens vom Lenadelta ostwärts bis Nordwestalaska. Hauptbrutgebiete sind beispielsweise die Indigirka-Delta Sibiriens und das Yukon-Delta in Alaska. Nach Felduntersuchungen gehen Biologen davon aus, daß die brütende Population circa 200 000 Individuen umfaßt. Hinzu kommt dann noch eine ähnliche Anzahl von sogenannten Nichtbrütern. Ihre südlicher liegenden Überwinterungsgebiete wurden erst 1995 per Satelitenüberwachung entdeckt.Sie befinden sich im nördlichen Pazifik, wo sich große Schwärme durch Bewegung und eigene Körperwärme, Wasserflächen vom Packeis freihalten. Es ist kaum zu glauben, daß die Vögel den nordischen Winter unter diesen Umständen unbeschadet überstehen. Dennoch kann dieses Verhalten auch in unseren Wasservogelanlagen mancherorts beobachtet werden, wenn auch nicht unter den extrem widrigen Bedingungen, wie es im Nordpazifik der Fall ist. An Land bewegen sich diese außergewöhnlichen Enten eher schwerfällig. Ihr Flug läßt sich dagegen als schnell und wendig beschreiben. Die Brutplätze in der Tundra lassen sich ganu ähnlich beschreiben, wie sie für nordische Gänsevögel typisch sind. Die Vögel nisten zumeist einzeln, seltener in kleinen Kolonien, an Tümpeln, Teichen und Überschwemmungszonen. Nester befinden sich innerhalb der von flacher Vegetation überzogenen Tundra. Diesem Landschaftstyp geben unzählige Inseln ein fast unverwechselbares Bild, auf denen neben den Plüschkopfenten weitere Arten wie etwa Scheckente, Eisente, Bleß- und Kaisergans oder der Pfeifschwan bevorzugt brüten. Im Mai und Juni erreichen die Vögel paarweise die Brutregionen. Vollständige Gelege umfassen vier bis neun olivgrüne Eier mit den durchschnittlichen Maßen von 67,2 x 44,3 Millimeter.Die erstmalig 1998 im Tierpark Berlin Friedrichsfelde registrieten Eier hatten die Durchschnittsmaße von 65,9 x 44,5 Millimeter. Sie wogen zwischen 69 und 74 Gramm. Nach einer Brutdauer von 24 Tagen schlüpften die oberseits sepiabraunen Küken im dunengewärmten Nest des weiblichen Vogels. Der Bauch erscheint dabei zum übrigen Dunenkleid fast weiß.Die Erpel verlassen bereits zum Ende der Legeperiode die Brutregionen, um zum Mausern auf die Beringsee zu ziehen. Die Weibchen führen den Nachwuchs also allein und verbleiben bis zum Einbruch der des Winters (Anfang September) im Umfeld des Niststandortes. Mit etwas mehr als sieben Wochen erreichen die Jungtiere langsam ihre Flugfähigkeit und ziehen anschließend mit den erfahrenen Weibchen in die Wintergebiete.Zur geschlechtlichen Reife Reife sei vermerkt, daß sie mit dem entgültigen Umfärben ins zweite Alterskleid im dritten Lebensjahr einsetzt. |
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Eine gute Befruchtung der Eier erfolgt oftmals erst ab dem vierten Lebensjahr. Leben zuviele verschiedene adulte Männchen aus der Eiderentengruppe auf einem Wasservogelteich, kann es gerade bei den eher zurückhaltenden Plüschkopfenten zu erheblichen Störungen bei der Balz und der Kopulation kommen, da besonders S.molissima vermeintliche Rivalen energisch verdrängt.Eines der typischen Artmerkmale ausgefärbter Erpel der Plüschkopfente ist das von der Schnabelmitte bis zum Nacken vorhandene plüschartige und moosgrüne Kleingefieder. Sehr markant wird dabei die Augengegend durch einen schwarz eingefaßten weißen Federring eingegrenzt. Hervorzuheben ist außerdem die bläulich-weiße Iris. |
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Weibliche Plüschkopfenten weisen eine identische Gefiederverteilung auf, jedoch zeigen die Tiere eine rötlichbraune Grundfärbung mit zahlreichen dunklen Bänderungen.Der Augenring, Kehle, kinn und Vorderhals sind hellbraun gezeichnet. Weitere detallierte Beschreibungen der Plüschkopfente finden Interessenten in guten Fachbüchern.Hier ist zur natürlichen Nahrungsaufnahme zu entnehmen, daß sie überwiegend Mollusken ertauchen und während des Aufenthaltes auf den Süßwasserseen (Brutzeit) Insektenlarven und Pflanzenteile aufnehmen. Die insgesamt wenig bekannte Plüschkopfente wird von Wassergeflügelliebhaltern selten gehalten. Oftmals sind zudem nur kleine Gruppen anzutreffen, da die Mortalität in den vom Menschen geschaffenen Anlagen noch recht hoch ist. Ihre Ansprüche an die Haltungsbedingungen müssen sehr hoch angesetzt werden. Insbesondere während der Hauptmauser ( Mai- Juni) treten krankheitsbedingte Probleme verstärkt auf. Zu den Haupterkrankungen zählt nach wie vor die Aspergilose, auch typisch für andere nordische Arten. Auch Luftröhrenwürmer und Spulwurmbefall können auftreten. Dennoch bleibt es nicht aussichtslos, Plüschkopfenten lange Jahre erfolgreich zu halten und zu züchten. Dazu gehört natürlich bei Bedarf eine gute tierärztliche Betreuung und das frühzeitige Erkennen von Krankheitssymtomen. Der erfahrende Züchter wird bereits im Vorfeld entsprechende Maßnahmen einleiten, damit die Freude an diesen absolut winterharten Vögeln möhlichst nicht getrübt wird. Nach meinen bisherigen Kenntnisstand empfehle ich ein Pressfutter, das keine Tierkörpermehle von warmblütigen Landtieren enthält.Wenn man die undurchsichtigen Praktiken bei der Herstellung solcher Mehle in Betracht zieht, ist letzlich nicht nachzuvollziehen, ob hier eine bedenkenlose Verwendung für die Meeresenten überhaupt machbar erscheint. |
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Europaweit verstärkt sich die Dikussion über ein eventuelles Verbot von Tierkörpermehlen als Bestandteil von Futtermitteln. Zudem gehören ja bekanntlich tierische Eiweiße von großen Landtieren zweifellos nicht in das Nahrungsspektrum von Plüschkopfenten.Desweiteren eignen sich als Futter kleine Fische, überbrühte Trockengarnelen, Hirse, Weizen und gelegentlich dosierte Gaben von Multivitaminen und Mineralstoffen.Jungtier erhalten eine Pelletsorte, die zur Aufzucht geeignet ist und zerkleinertes Grünfutter, |
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geriebene Möhren, einige Mehlkäferlarven und schnabelgerechte Fischchen. Grundsätzlich bin ich nicht davon überzeugt, daß Pellets als ständiges Alleinfutter für eine vielseitige und ausgewogene Ernährung ausreichen. Es gab und gibt nachweislich Beobachtungen, bei denen durch einseitige Pelletfütterung insbesondere Jungenten unter Krampfanfällen qualvoll verendeten. Zu den weiteren Prioritäten für die erfolgreiche Haltung und Zucht der Plüschkopfenten zählt selbstverständlich sauberes sauerstoffreiches Wasser. Besonders gefährlich ist eine hohe Stickstoffbelastung, die durch die Ausscheidungen der Vögel ins Wasser gelangt. Während in der Natur diese schädlichen Verbindungen normalerweise durch den Wasseraustausch und Bakterien verdünnt und aufgespalten werden, kann der Zuchtfreund durch Wasserwechsel und (oder) Bau einer biologischen Filteranlage gute Wasserwerte schaffen. Die im Aquaristik-Fachhandel erhältlichen Teststreifen ermöglichen durchaus eine schnelle und aussagekräftige Überwachung der Wasserchemie. ein nicht überbesetzter Naturteich ist übrigens auch in der Lage, gleichbleibend gute Bedingungen aufzuweisen. Plüschkopfenten legen ihre Eier gern im Deckungsbereich von Koniferen, büschen und Gräsern ab. Vorhandene Inseln bieten einen guten Schutz vor Nesträubern wie Fuchs, Marder oder Iltis. Eine Übernetzung der Anlage verhindert, daß sich Krähen an den Eiern zu schaffen machen. Gute Weibchen erbringen zumeist ein Nachgelege. Es sind größere Anstrengungen notwendig, daß die Plüschkopfente zahlenmäßig stärker in den Wasservogelanlagen zu finden ist Torsten Hötzel |
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