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Lebensweise: Magellangänse sind in den ausgedehnten Grasländereien des südlichen Südamerikas sehr häufige Brutvögel. Besonders zahlreich brüten sie in der dortigen Meseta, den trockenen, niederschlagsarmen Steppenplateaus, in deren Senken sich viele Flachseen mit angrenzenden Grünlandsäumen befinden. Obwohl meist in der Nähe der Gewässer lebend, suchen die Magellangänse nur selten das Wasser auf. Die Brutzeit liegt auf den Falklandinseln zwischen Mitte Oktober und Januar, in Patagonien und Chile im November und Dezember. Während dieser Zeit halten die sich sonst in Schwärmen lebenden Magellangänse in Paaren getrennt voneinander auf. Die Nester stehen auf Feuerland meist ohne jede Deckung auf trockenem Erdboden, weit entfernt vom Wasser. KRIEG fand die Nester in Patagonien unter den Zweigen kleiner Büsche oder im hohen Gras nahe den Ufern größerer Seen. Die ausgescharrte Nestmulde wird vor der Eiablage mit einigen Pflanzenstengeln, später reichlich mit Dunen ausgelegt. Die Vollgelege enthalten 5 - 8 glattschalige, elliptische, bräunlich rahmfarbene Eier. Die Brutdauer beträgt 30 - 32 Tage. Bei Verlust des ersten wird ein zweites Gelege getätigt. Die Gössel werden von beiden Eltern betreut; bei Gefahr nimmt die Familie auf der freien Wasserfläche Zuflucht. Bereits im Januar und Februar scharen sich die Magellangänse anfangs zu kleinen Mausertrupps, zum März hin zu riesigen Scharen zusammen. So ziehen sie dann in die nördlicheren Gebiete ab. Ein kleiner Teil überwintert in der Brutheimat. CASARES schreibt über die Häufigkeit der Magellangans: Man findet sie in einem Überfluß, den sich nur der vorstellen kann, der in diesem Gebiet gewesen ist. Auf den Grasland - Steppen Feuerlands ist sie nirgends außer Hör - und Sichtweite. Das Fehlen der Füchse, die von Pelzjägern fast völlig ausgerottet worden sind, und die ständige Erschließung weiterer Grasländereien für die Viehwirtschaft dürften die Ursachen für ihre ungeheure Vermehrung sein. Durch den Grasverbiß wird die Magellangans zu einem bedeutenden Futterkonkurrenten für die Schafe. Doch trotz intensiver Nachstellungen haben sich die Gänse noch vermehrt. Auf dem Gelände einer einzigen Farm wurden in einem Sommer 63 000 Eier abgelesen, und im Herbst traten kaum weniger Jungtiere als in anderen Jahren auf. Von ähnlicher Häufigkeit berichten WELLER von den Falklandinseln und JOHNSGARD von Feuerland und Patagonien.
Nahrung in der Natur: Rein pflanzlich, sie besteht vorrangig aus Weidegräsern.
Haltung und Zucht: Die ersten Magellangänse gelangten 1857 in den Zoo London und 1871 in den Zoo Berlin. Wohl zu jeder Zeit wurden die Magellangänse von den Spiegelgänsen am häufigsten gehalten und gezüchtet. Vorwiegend ist die kleine, in letzter Zeit selten die gestreifte Variante und nur vereinzelt die große Form importiert, wobei es der Züchter unterlassen sollte, aus dem Größeneindruck seiner Tiere auf die Unterart zu schließen. Die farbenprächtigen Magellangänse, bei denen die Geschlechtsbestimmung auf Grund unterschiedlicher Färbung keine Schwierigkeiten bereitet, die anspruchslos in Pflege und Ernährung, winterhart und recht fortpflanzungsfreudig sind , würden sich zweifellos größerer Beliebheit erfreuen, wären die Ganter nicht so extrem unverträglich und aggressiv. Ihre Unterbringung erfolgt in grasbewachsenen Einzelgehegen (250 - 300 qm), Schutzhaus und Badeteich sind angebracht, doch nicht notwendig. Die Pflege in geräumigen Zoo - und Vogelparkanlagen mit Schwänen und großen Gänsen ist möglich, doch auch hier können paarige Magellanganter andere Arten lebensgefährlich bedrängen. Magellangänse werden gegen Ende des 2. oder 3.Lebensjahres geschlechtsreif, auch die Wildvögel. Zur Eiablage bietet man ihnen Hütten oder Nistkörbe, möglichst innerhalb des Schutzraumes, einzelne Nester werden auch frei auf der Wiese oder unter Gebüsch errichtet. Gelegt wird zwischen März und Mai, meist Mitte April, in 48stündigen Intervallen. Ein bis zwei Nachgelege sind die Regel. Ist das Gelege gegen Raubzeug gesichert, sollten den Gänsen Brut und Kükenaufzucht überlassen bleiben. Die Befiederung der Junggänse dauert 9 - 10, manchmal bis 12 Wochen, unmittelbar danach beginnt die langsame Umfärbung in das Alterskleid. Das Futter der Altvögel sollte neben Körnern (bis Maisgröße) und Mischfutter viel Grün enthalten, die Gössel nehmen etwa ab 4. - 5.Woche Körner auf. |