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 Brautenten
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                           Brautentenerpel  
                                
Foto: Rudloff

Brautente ist wortwörtliche Übersetzung des wissenschaftlichen Namen “Aix sponsa”. Wobei “Aix” vermutlich griechischer Abstammung ist und ganz einfach “Ente” bedeuten soll. Diese Bezeichnung wurde nur ihr und der Mandarinente verliehen und das mit Recht. Obwohl beide Arten geographisch durch die riesigen Weiten des Pazifischen Ozeans getrennt sind, stehen sie sich verwandschaftlich sehr nahe. Von beiden Enten gibt es keine Unterarten.
Über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten, aber niemand würde wohl in Rede stellen, bei der Behauptung, daß sie zu den außergewöhnlichsten Enten der Welt gehören. Beide Erpel, jeder auf ganz unterschiedliche Weise, sind ausgesprochene Schönheiten. Das im wesentlich dunklere Federkleid des Brauterpels ist wie mit weiß abgepaspelt, als wollte die Natur ihm eine ganz besondere Note verleihen. Er besitzt auf dem Rücken und Kopf einen herrlichen grün/blauen, metallischen Glanz. Außergewöhnlich sind die rote Iris, die ebenso rote Haut der Augenränder und der rotbunte Schnabel.Die nahe Verwandtschaft zwischen Braut - und Mandarinente ist besonders an den weiblichen Tieren erkennbar. Sie sind sich sehr ähnlichlich. Der Laie mag sie verwechseln, doch mit etwas Kenntnis sind sie gut zu unterscheiden. Das weibliche Brautentengefieder ist bunter und schillender, insbesonderer die Fügeldeckfedern. Die Augen sind breiter weiß eingesäumt und die Haut der Augenränder ist leuchtend gelb. Insgesamt ist die Brautente und der Erpel runder, fast plump wirkend, einen etwas phlegmatischen Eindruck machend, schwerfälliger und kürzer auf den Beinen als die Mandarinente. Im Gewicht ist sie 150 bis 200 g schwerer. Wenn sie sich fortbewegt, wackelt der Schwanz bei jedem Schritt, ähnlich wie in Zeichentrickfilmen bei Enten so typisch dargestellt, nach links und rechts. Trotz der Behäbigkeit an Land verfügt sie wie die Mandarinente über ein exellentes Flugvermögen. Sie hebt fast senkrecht vom Boden oder Wasser ab. In der Luft ist sie geschickt, rapide und ist mit der Fähigkeit eleganter Ausweichmanöver bestens auf den Flug im dichten Baumbestand eingestellt. Vollkommend unterschiedlich zur Mandarinente sind die Stimmen. Zwar gibt der Erpel auch einen leisen, hellen Pfeifton von sich, er ist jedoch langgezogener. Die Ente läßt, vor allem während der Paarungszeit und wenn sie nach dem Erpel ruft, einen helldurchdringenden, langgezogenen klagenden Laut hören.  

Die Brautente hat mehrere Namen. Offiziell wird sie in der Englischen Sprache
“North American Wood Duck” (Nord
Amerikanische Waldente) genannt, zum Unterschied zur “Australischen Wood Duck” der Mähnengans. In der Umgangs - sprache ist “Woody” üblich und “Carolina- Ente”, was sich auf den Staat Carolina be - zieht, wo sie unter anderen vorkommt. Im französischsprechenden Kanada heißt sie
“Canard branchu” (Astente oder auf -
bäumende Ente). Aus all den Namen geht

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   Zugeflogene flugfähige Brautente
                        
Foto:Roy

eindeutig hervor,daß ihr Lebensbereich der Wald ist und sie sich mit Vorliebe auf Bäumen aufhält. Es gibt zwei getrennte Populationen, ohne jedoch Unterarten zu sein: Die östliche bis Zentral - USA und Südkanada reichende und die der pazifischen Küste (British Columbien, Washington, Oregon und Kalifornien). Als Zugvogel benutzt die erstgenanntePopulation den atlantischen Flugkorridor - auf dieser Flugroute soll sie früher die häufigste Ente gewesen sein - und die zweite den pazifischen “Flyway”. Brautenten sind keine großen Migranten und sollen stets in kleinen Verbänden ziehen. Die meisten von Norden kommenden machen im Süden der USA halt. Ein Teil fliegt bis in die Karibik (Kuba, Bermudas) und die westlichen bis Zentralmexiko.
Zur Brut und Nachwuchsaufzucht werden,wie schon erwähnt, dicht bewaldete Gewässer (Biberteiche und - seen), überflutete Wälder oder waldbestandene, gemächlich dahinfließende Flüsse besiedelt. Brautenten sind Höhlenbrüter. Im Freileben werden bevorzugt alte, verrottete Höhlen der großen Spechtarten angenommen. Die Nahrung besteht aus allen möglichen Baumsamen (Ahorn, Eicheln, Bucheckern) und Wasserpflanzen. Zur Brutzeit sucht die Ente verstärkt nach tierischer Nahrung, nicht jedoch der Erpel.
Wann die ersten Brautenten nach Europa gelangten, scheint nirgens genau festgehalten. Sie gehören aber wohl zu den ältesten Zierenten. So gab es zum Beispiel Anfang diesen Jahrhunderts zahlenmäßig mehr Brautenten in Zoos, Tiergärten und privaten Haltungen, als in der Natur in Nordamerika. Seit der Besiedlung Amerikas durch die Europäer wurde sie pausenlos bejagd. Ihr Fleisch wurde geschätzt und ihre Federn zur Zierde und für Forellenköder verwendet. Hauptgrund des drastischen Bestandsrückganges sind jedoch die Waldrodungen. Systematisch wurden vor allem die alten, morschen und absterbenden Bäume gefällt. Damit wurden der Brautenten die vor Feinden sicheren Nistmöglichkeiten genommen. Anfang dieses Jahrhunderts wurde man sich langsam bewußt, daß der Raubbau an der Tierwelt bzw. überhaupt an der Natur, nicht in der bisherigen Form weiter gehen konnte. So legten zum Beispiel die USA und Kanada in einem gemeinsamen Abkommen, ein totales Jagdverbot für die Brautente fest. Trotz eines furchtbaren Wirbelsturmes im Jahre 1938 im Nordosten der USA, der die restlichen alten Bäume dezimierte, konnte sich die Brautentenpopulation bis 1941 wieder gut erholen. In der Zwischenzeit bemerkte man nämlich, daß die Ente auch sehr gut und gerne von Nistkästen Gebrauch macht. Sie wurden zu Tausenden und Abertausenden aufgehängt, sowohl von Jagdverbänden, Naturschützern und sogar von privaten Landbesitzern, aus reiner Freude am Anblick dieser schönen Ente. Heute zählt sie in ihrer Heimat nicht mehr zu den bedrohten Enten und darf, in jährlich festgelegten Zahlen und Zeiten, wieder gejagd werden.
Für den Wildentenliebhaber ist die Brautente, zusammen mit der Mandarinente
“Die Anfängerente” schlechthin. Diese beiden Enten sind es meistens, die uns in die fazinierende Welt der Wildentenzüchtung eingeführt haben, wobei der Amateurzüchter oft eine Vorliebe für die eine oder andere Art hat. Die Ansprüche beider Entenarten sind praktisch die gleichen, jedoch resultiert die Vorliebe für die eine oder andere eher aus dem etwas unterschiedlichen Verhalten und Charakter. Brautenten (Ente und Erpel) haben einen größeren Hang zur Bastardierung. Persönlich kenne ich Hybriden mit der Rotschulterente, Spießente und Stockente. Bei der Mandarinente ist diese Neigung, mit anderen Arten zu flirten, sehr viel geringer. Bisher habe ich festgestellt, daß nur die weiblichen Brautenten regelmäßig von Mandarinerpeln umworben werden und feste Paaerbindungen mit ihr eingehen. Der Grund ist sicher die große Ähnlichkeit    

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 Brautentenpaar am Anfang der Brut
         deutlich ist bei der Ente            
         der Legebauch zu sehen
                         
Foto:Roy

mit seiner eigenen Ente. Glücklicherweise kommen bei diesen ziemlich häufig vor - kommenden Verbindungen keine Bastarde zustande. Diese Tatsache ist eine der Gründe, warum ich persönlich der Mandarinente den Vorzug gab. Ich schaffte die Brautenten nach drei Jahren Haltung und Zucht wieder ab. Mehere Male wurden sie bei mir Opfer streunender Katzen und von Raubzeug, was ich ihrer Trägheit zuschrieb. Die Entenküken empfand ich bei der natürlichen Aufzucht als viel empfindlicher.

Oft gingen sie, ohne für mich ersichtlichen Grund ein. In der künstlichen Aufzucht waren sie wild und scheu, nahmen kein Futter zu sich und starben. Die weibliche Brautente fand ich im Gegensatz zur feingezeichneten Mandarinente weniger schön.
Schließlich erschien sie mir schwer und plump, so daß sie oft Schwierigkeiten hatte, aus dem Wasser und in die Nistkästen zu klettern Heute weiß ich, daß meine Kritiken an dieser Ente ungerechtsind und meiner damaligen Unerfahrenheit zuzuschreiben ist. Damit die Brautente nicht Opfer von tierischen Feinden wird, ist nach Möglichkeit das Grundstück durch einen elektrischen Zaun zu schützen. Bei der Gestaltung der Teichanlage sollte man unbedingt ein oder mehrere Inseln mit schattenspendenen Pflanzen und Büschen anlegen. So kann man sie auf den Inseln in Ruhe brüten und ist nachts vor Feinden sicher. Um sie nicht träger und schwerer zu machen, als sie von Natur aus ist, soll sie auf keinen Fall mit Weizen oder Mais gefüttert werden, sondern ein spezielles Granulat für Wildenten bekommen. Sie soll auch ruhig mal gezwungen sein  Gras auf Gänseart zu fressen, was sie auch sehr gerne tut. Die größere Empfindlichkeit der Entenküken ist bestimmt die Auswirkung von zu großer Inzucht. Da viele Anfänger wohl wenig über dieses Problem informiert sind, schaffen sie aus Unerfahrenheit Geschwisterpaare an und geben dann auch ihre Nachzucht in gleicherweise wieder weg. Aus Inzuchtgründen sieht man oft gerade weibliche Brautenten mit unschön und fleckig gezeichnetem Gefieder.
Vor drei Jahren veranlaßte mich eine unberingte, mir zugeflogene Brautente, sie wieder zu entdecken. Sie ist ein herrliches, einwandfrei gezeichnetes Tier, wie ich keines zuvor gesehen habe (siehe Foto). Da ein lediger Mandarinerpel sich gerne ihrer annehmen wollte und sie sich absolut nicht mit dem Gedanken zu tragen schien, meinen Teich wieder zu verlassen, besorgte ich ihr einen Erpel. Dank dieses neuen Paares habe ich meine Meinung über Brautenten völlig geändert und habe nun viel Freude an ihnen.

Die natürliche Kükenaufzucht ist nicht problematischer als bei anderen Enten. Im Gegensatz zu Mandarin -  entenküken sind sie weniger quirlig. Sie halten sich besser an die Mutter. Mit etwas Einfühlungsvermögen ist auch die künstliche Aufzucht über -  haupt keine Schwierigkeit. Die Gelege eines erstlegenden Weibchens bestehen meist aus sieben bis neun Eiern. Ab dem zweiten Jahr können

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   Während der Brut wartet der Erpel vor
               dem Nest seiner Ente
                            
Foto:Roy  

sie bis zu 16, manchmal 18 Eier enthalten. Sie beginnen im Frühjahr mit der Eiablage, gemäß der Wetterlage, manchmal schon im März. Wenn die Eier fortgenommen werden, kann noch mit zwei Nachgelegen gerechnet werden - solange jedenfalls der Erpel sein Prachtkleid trägt. Die Nisthöhle für Brautenten sollte eine Idee weiter sein als die für Mandarinenten. Wegen ihrer kürzeren Beine sollte ihr der Einstieg etwas erleichtert werden. Die Brutdauer beträgt 30 bis 31 Tage. Geschlechtlich reif sind die Brautenten nach einem Jahr.

                                                        Heidi Roy