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 Afrikanische Zwergglanzente
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         Diese wahrscheinlich deutsche Erstzucht wurde auf dem
   Anatiden - Symposium am 19. September in Klieken vorgestellt
        Die im Wasser liegenden Baumstämme werden gern zum
                                        Ausruhen benutzt 
                                  
Fotos:R.Wegner /  G. Scheihte

Die Afrikanische Zwergglanzente (Nettapus auritus) besiedelt das gesamte tropische Afrika, am häufigsten wird sie jedoch im Süden angetroffen,speziell in Uganda, Tansania und Botswana. Ihr Lebensraum sind überwiegend permanente und temporäre, möglichst tiefe schwimmpflanzenreiche Seen, Teiche , Lagunen und papyrussümpfe.

                                                 
Kennzeichen

Die Afrikanische Zwergglanzente ist sehr klein, kurzbeinig und wirkt etwas gedrungen, sie hat eine Länge von ca. 32 cm. Sie ist die kleinste Ente Afrikas. Die geschlechter sind unterschiedlich gefärbt. Es findet ein kaum merklicher saisonaler Gefiederwechsel atatt. Bei adulten Männchen sind Stirn,Kopfseiten, kehle und Vorderhals weiß. Scheitel und Hinterhals sind metallic - grün. Die Halsseiten haben einen großen, ovalen, hellgrünen, dunkel eingefaßten Fleck. Brust und Flanken sind fuchsbraun. Die mitte der Unterseite ist weiß und der Schwanz und Afterregion sind schwärzlich. Die Oberseite ist weitgehend glänzend dunkelgrün und die Oberflügel schwarzgrün. Die Spitzen der Großen Decken und die Außenfahnen der Armschwingen bilden ein großes, weißes Feld. Die Unterflügel sind dagegen sehr dunkel.
Die federlosen Partien sind folgendermaßen gefärbt: Schnabel sattgelb, mit schwarzem Nagel, Füße grau, Iris bräunlich.
Bei den adulten Weibchen ist der Scheitel und Hinterhals schwärzlich dunkel. An den Kopfseiten haben sie schmale, dunkle Augenstreifen. Ansonsten sind die Kopfseiten und der Hals weißlich mit ausgedehnter, graubrauner Tönung. Körper und Flügel sind wie beim Männchen, aber weniger intensiv gefärbt.
Jungtiere sind dem Weibchen ähnlich, sind aber am Kopf und Hals graubrauner und an der Brust und an den Flanken blasser, mehr gelblichrostfarben und der Augenstreifen ist ausgeprägter. Beim Weibchen und den Jungtieren ist der Schnabel gelblichgrau (bei den Weibchen ist er dunkler als bei den Jungtieren). Der Nagel ist farblich nicht abgesetzt. Die Füße sind dunkelgrau und die Iris braun. Junge Männchen entwickeln frühzeitig die sattgelbe Schnabelfärbung.

                                                    
Verhalten

Afrikanische Zwergglanzenten halten sich bevorzugt auf dicht bewachsenen Süßgewässern auf. Am Tage liegen sie meist paarweise oder in kleinen Trupps reglos
auf dem Wasser zwischen Wasserlilien und Seerosen.
       

Sie kommen kaum an Land, setzen sich aber gern auf eingetauchte oder über das Wasser hängende Äste. Die Nahrung wird tauchend oder pickend in der Schwimm -  pflanzenregion aufgenommen. Vorwiegend sind sie am Morgen und Abend aktiv. Ihr Flug ist sehr wendig, bei Gefahr verstehen sie geschickt zu tauchen. Bei Störungen fliegen sie schnell auf, fallen aber bald wieder ein. Sie sind nicht überall ortstreu und nomadisieren in Gegenden mit unter - schiedlich ergiebigen Regenfällen auf der Suche nach den jeweils geeigneten Feucht - gebieten umher. Während der Trockenzeit

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    Zuchtpaar mit ca. 14 Tage alten
  alten Jungtieren. Die Flügelfedern
      und Flanken sind schon braun
            
Foto:R.Wegner / G.Scheihte

bilden sich in einigen Gegenden, zum Beispiel im Okawangodelta (Botswana), sehr große Ansammlungen. Diese Enten sind nicht sehr ruffreudig. Der Ruf des Männchens ist ein weicher, zwitschernder Pfiff, “tschu - tschu - piewie”. Das Weibchen ruft und quakt etwas leiser. Paare halten durch Ruf miteinander Kontakt.

                                                   Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife tritt im zweiten Lebensjahr ein (in meiner Voliere). Es wird eine monogame Saisonehe geführt, die meistenteils zur Dauerehe wird. Die Brutsaison ist stark von der jeweiligen Regenzeit abhängig, zum Beispiel: Sambia und Simbabwe - Januar und Februar, Uganda - Juni bis Oktober, Nigeria - Juli und August, Südafrika - Oktober bis Dezember (in meiner Anlage von juni bis August). Die Nester befinden sich zumeist in Baumhöhlen, aber auch in Felsspalten, in nicht besetzten Baumnestern anderer Vögel und seltener am Boden aus trockenen Gräsern und Blättern. Die Balz ist sehr einfach, sie beschränkt sich im wesentlichen darauf, daß der Erpel das Weibchen umschwimmt und den hellgrünen Kopffleck präsentiert.

  
                                             
Haltung und Zucht

Die Afrikanischen Zwergglanzenten werden bei mir in einer Kombination von Voliere und beheizbaren Innenraum gehalten. Zusätzlich ist die Voliere in der gesamten Länge, in einer Breite von 3 m überdacht, damit in der naßkalten Jahreszeit ein trockener Aufenthaltsbereich vorhanden ist. Die Voliere ist dreifach unterteilbar und hat eine Höhe von ca. 3 m bei einer Länge von 18 m und etwa 7 m Breite. In ihr befinden

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  Nester in ca. 2,50 m Höhe,
   die vom Wasser her gut
 angeflogen werden können
   
Foto:R.Wegner /G.Scheihte

sich drei unterschiedlich große Teile mit einer Tiefe von 1,2 m. Die Bepflanzung besteht aus Koniferen, schnell wachsendem Bambus und diversen Wasserpflanzen. Am Rande, im und über Wasser, liegen verschiedene Baumstämme, die gerne zum Ausruhen benutzt werden. An den Teichrändern sind verschiedene Nisthöhlen so angebracht, daß sie vom Wasser her gut angepflogen werden können. Die Nisthöhlen sind 40 cm tief und 25 cm im Durch - messer mit einem Einflugloch von ca. 10 cm Durch - messer und einer Einsprunghöhe von 20 cm. Die Nisteinlage besteht aus einem Gemisch von Torf und Hobelspänen.
Die Temperatur halte ich im Winter bei 15 Grad. Auf die luftfeuchtigkeit lege ich keinen besonderen Wert. Solange das Wasser in der Voliere eisfrei ist, haben die Tiere die Gelegenheit, es aufzusuchen. Als Nahrung biete ich den Zwergglanzenten verschie -  dene tierische und pflanzliche Futtermittel an, zum Beispiel Wasserlinsen, zarter grüner Salat, Ziertau - 

benfutter, verschiedene Hirsesorten, Wildreis, Preßfutter und Mehlwürmer. Die Futternäpfe sind am Teichrand aufgestellt. Im jahr 1988 erwarb ich drei Paar Afrikanische Zwergglanzenten, die sich gut in meiner Voliere eingewöhnten und sich selbst im Winter als wenig empfindlich zeigten. Die Erstzucht gelang mir im Jahre 1988 mit einem Paar. Das Gelege bestand aus acht Eiern aus dem sieben Küken schlüpften und von denen sechs überlebten. Dieser Zuchtvorgang war für mich zu diesem Zeitpunkt nichts Besonderes. Als ich einige Zeit später durch Zufall mit Herrn Biehl aus Tostedt sprach, erfuhr ich, daß es sich vermutlich um eine deutsche Erstzucht handelt. Aus diesem Grunde beschreibe ich nachstehend eine weitere gelungene Zucht.

Ende Mai 1995 sonderte sich ein alter Erpel mit einem Nachzucht Weibchen ab und behauptete sein Revier. Schreiend flog der Erpel verschiedene Nist - höhlen an. In einem kleinen zeitlichen Abstand flog das Weibchen dann das Einsprungloch an und kontrollierte die Höhle. Nachdem sie sich für eine bestimmte Höhle entschieden hatten, wurde diese öfter angeflogen. Das erste Ei wurde am 23. Juni 1995 gelegt. Das Vollgelege bestand aus sechs cremeweißen Eiern mit den Maßen 46,0 bis 48,5 mm; der Durchmesser betrug 32,5 bis 34,0 mm. Das Gewicht der Eier betrug 28,5 bis 29,0 g. Der Brutbeginn war am 5. Juli 1995, der Schlupf am 1. August und der Nestsprung der Küken am 2. August 7.10 Uhr. Das Weibchen brütete alleine. Die Jungtier werden gemeinsam vom Weibchen und Männchen geführt und aggressiv gegen alles, was sich auf dem Teich bewegt, verteidigt.

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Nest mit Jungtieren und Eiern
     
Foto:R.Wegner / G. Scheithe

Die Jungtiere machen in der Aufzucht keine Probleme. Den Teich hatte ich mit Wasserlinsen bedeckt, von denen die Küken fraßen. Am zweiten Tag wurden sie bereits von den Eltern an das Aufzucht - und das übrige Futter geführt.

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        Erpel der Afrikanischen Zwergglanzente
                            im Prachtkleid
                       
Foto:R.Wegner / G. Scheihte

Dieses Futter wurde von den Küken gut angenom -  men. Die Entwicklung der
Jungtiere ging sehr schnell.
Nach etwa 14 Tagen ent - wickelten sich bereits die Flügelfedern und die Flan - ken wurden schon braun. Im Alter von ca. fünf Wochen waren alle Daunen
braun und mit acht Wochen
konnten alle fliegen.
Zum Schluß möchte ich die Hoffnung aussprechen, daß

sich dieser schöne Wasservogel immer besser in unseren Volieren anpaßt und akklimatisiert, damit er keine so großen Verluste bei der Aufzucht und im Winter mehr erleidet.
                                                  Gerhard Scheihte