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 Gänsesäger
Gänsesäger Bild
Gänsesäger Karte

Lebensweise:
Zur Brutzeit bewohnen Gänsesäger von Hochwald oder Altbaumgruppen gesäumte klare, fischreiche Binnen - und Strandseen, flach - und kiesgründige Flußläufe.Der asiatische Gänsesäger lebt ausschließlich an Gebirgsgewässern, zum Teil in beträchtlicher Höhe, und ist dort ganzjährig seßhaft.
Mit der Eisschmelze auf den Seen kehren die Gänsesäger gepaart zu ihren Brutplätzen zurück. Die Hauptbalz erfolgt im Winterquartier, nun werden vorrangig Revierkämpfe ausgetragen. Eiablage im April, im Alpenbereich und im Norden ab Mai, in 5 bis 18 m hohen Baumhöhlen, in Felsspalten, an Steilhängen zwischen Wurzeln und Gestein - vorzugsweise in Nistkästen (Flugloch 12 x 12 cm). Vollgelege enthalten 7 - 10 glattschalige, dunkel rahmfarbene Eier. Die Brutdauer beträgt 32 - 35 Tage. Brut und Aufzucht werden vom Weibchen vorgenommen. Die Erpel verlassen das Brutgebiet ab Ende Mai vor Beginn der Ruhemauser. Die Küken maschieren, geführt von der Mutter, zum Aufzuchtgewässer. In den ersten Tagen erfolgt die Nahrungssuche gründelnd im flachen Ufer - oder Küstensaum, aufgenommen werden Kleinkrebse, Wasserinsekten und Ringelwürmer. Nach 8 - 10 Tagen haben die Jungen das Wasserlugen und Tauchen erlernt und fangen im tieferen Wasser  erste Fischchen, die mit zunehmenden Alter ihre Hauptnahrung werden. Die Familientrupps lösen sich zum Mauserbeginn der Weibchen oder halten u. U. auch nach Erlangung der Flugfähigkeit der Jungsäger zusammen. Besonders die Flußpopulationen wandern während der Aufzuchtperiode über viele Kilometer, wobei die Küken gern auf dem Rücken der Mutter reiten. An den belebten Badestränden der Howachter Bucht, BRD, sind die Säger so an Menschen gewöhnt, daß ihre Fluchtdistanz nur 5 - 6 m beträgt und sie zwischen den Bootskörpern und unter Stegen nach Fischen jagen.

Nahrung in der Natur:
Überwiegend Fische um 10 cm Länge, ferner Krebstiere und andere Wibellose, gelegentlich Frösche, Kleinsäuger und Pflanzenteile.
 
Haltung und Zucht:
Gänsesäger werden in großen zoologischen Gärten, weniger in privaten Zuchtanlagen gehalten. Der Zoo Berlin besaß die Art 1869 und von 1874 bis 1888. Im Wildfowl Trust wird die Nominatform seit 1956, die amerikanische Unterart seit 1975 gezüchtet. BENKE (1974) zog 1973 Gänsesäger aus Wildvogeleiern auf und brachte ab 1976 drei Weibchen zur Eiablage; 1983 kam der Zoo Wuppertal zu ersten Zuchterfolgen. In der Anlage von Kolbe wuchsen 1982 10 Jungtiere aus Widvogeleiern heran. Aufzucht und Haltung der Gänsesäger zeigten sich problemloser als jene des Mittelsägers.Die Kükenaufzucht, die verlustlos verlief, erfolgte in Boxen, zeitweilig zusammen mit Kappensäger - Küken. Als Nahrung erhielten sie Mehlwürmer, Rinderherz, gekochtes Ei, Gammariden, Garnelen, Entenstarter und später Zuchtenten - oder Hundepellets sowie Weizen. Dagegen schreibt Benke  (1974): Als erste Nahrung erhielten die Küken 3 - 5 cm lange lebende Barsche, Plötzen und Moderlieschen, die sie im Flachwasser erjagten, ab 8. Tag nahmen sie Weichfuttergemisch aus Fasanenaufzuchtfutter und geschnittendem Fisch (zwei Brandgans - Küken animierten zur Nahrungsaufnahme) . Später wurden gröbere Fischstücke, Forellenpellets und Garnelen geboten. Die Altvögel erhielten täglich 400 bis 500 g Fisch.
Die Entwicklung der 10 Sägerküken in der Anlage von Kolbe verlief wie folgt:
Schlupfgewicht 38 - 45 g, nach vollendeter Befiederung wogen sie 925 - 935 g.
Befiederung: Entfaltung der Steuerfedern am 13. Tag, der Schulterfedern zwischen 22. und 25. Tag, der Flanken zwischen 25. und 27. Tag, der Unterseite am 28.bis 30. Tag, der Schwingen (Armteil) 37. bis 39. Tag; volle Befiederung mit 55 bis 60 Tagen
(KOLBE). Ab September schloß sich eine Teilmauser an, während der die Weibchen von einem bräunlichgrauen in einen aschgrauen Gefiederton wechselten, die Erpel wurden, ausgehend vom Brustgefieder, heller. Drei der Erpel mauserten bis zum Winter ein Teilprachtkleid durch (schwarze Schultern, weißer Rimpf; Kopfgefieder blieb braun). Im folgenden Frühjahr balzten die Erpel, inspizierten die Weibchen die Nisthöhlen (ohne einzuschlüpfen), zahlreiche Begattungen wurden beobachtet. Zu Bedrängnissen der Teichmitbewohner (Spatel -, Eider - und Kupferspiegelenten) kam es nicht.