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Lebensweise: Die Brutvorkommen der Zwergsäger beschränkt sich weitgehend auf den borealen Nadelwaldgürtel Nord - Eurasiens, von dem die ausgedehnten Kiefern - und Lärchenbestände der sibirischen Taiga das Kernstück bilden. Hier bewohnen die Zwergsäger - oftmals zusammen mit Schellenten - von Hochwald eingeschlossene Seen, ruhig dahinströmende Flußläufe und deren Altwässer. Sehr beliebte Brutplätze bilden bewaldete Inseln, wie sie für die finnischen Seen typisch sind. Mit dem Einsetzen der Schneeschmelze beginnt der Rückzug in die Brutgebiete. Während dieser Zeit erreicht die Balz ihre größte Intensität, Hauptpaarungszeit sind Februar und März. Die Eiablage erfolgt wie bei der Schellente bevorzugt in Baumhöhlen, mehrere Meter hoch und oft in einiger Entfernung vom Wasser, gern auch in künstlichen Nisthöhlen. Eiablage selten vor Mitte Mai, es werden 6 - 9 cremefarbene Eier gelegt. Die Brutdauer beträgt 28 - 30 Tage. Das Nest wird mit Dunen ausgekleidet. Die Balz der Männchen klingt mit Beginn der Legeperiode rasch ab, damit löst sich auch die Bindung zum Weibchen, und die Erpel wandern zu den Mauserplätzen ab. Die Küken springen 24 bis 36 Stunden nach dem Schlüpfen aus den Nisthöhlen und werden vom Weibchen betreut. Mit etwa 10 Wochen sind die Jungsäger erwachsen und wandern mit Frosteinbruch in die Wintergebiete ab. Im September setzt die erste Jugendmauser ein, in deren Verlauf die Erpel ein unterschiedlich stark angedeutetes Prachtkleid anlegen. Die eigentliche Umfärbung erfolgt im 2. Herbst und endet mit der geschlechtlichen Reife im 2. Lebensjahr. Nahrung in der Natur: Sie besteht in den Wintermonaten fast ausschließlich aus 8 - 12 cm langen Fischen, während der Sommermonate aus Wasserinsekten und deren Larven. Ein Teil der Nahrung wird im schlammigen Bodengrund gesucht. Haltung und Zucht: Die Eingewöhnung eingefangener überwintender Zwergsäger gelingt offenbar recht gut. Der Zoo Berlin hielt seit 1873 wiederholt und über längere Zeitabschnitte Zwergsäger. HEINROTH (1931) fotografierte um 1930 ein ausgefärbtes Paar des gleichen Zoos und schreibt dazu: “Man sieht diese Art selten in Zoos, denn sie sind schwer im Tierhandel zu bekommen. Eimal eingewöhnt, halten sie sich gut.” Die Erstzucht gelang 1935 dem englischen Züchter WINTLE ebenfalls mit einem Wildfangpaar. Auch ist nicht ausgeschlossen, daß die heutige, gut züchtende Gehegepopulation auf Wildfänge zurückgeht. Zwerg - und Kappensäger eignen sich mehr als die großen Arten für die Gehegehaltung und Zucht, dennoch sollten sie nur auf größeren, möglichst naturnahen Teichen mit guter bis mittlerer Wasserqualität und von erfahrenden Züchtern gehalten werden. Für die Überwinterung sollte eine eisfreie Wasserfläche geboten werden. In der Fütterung unterscheiden sie sich nicht von Schell - oder anderen anspruchsvollen Entenarten. Geboten werden ein gutes Pellet - (u.a. Forellen -) Futter, Weizen, Garnelen, Mehlwürmer und Wasserlinsen. Frischfisch ist nicht erforderlich. Die Zucht gelingt in den letzten Jahrzehnten regelmäßig. Legebeginn von Mai bis Anfang Juni, vorwiegend in der Zweiten Maihälfte.
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