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 Halsbandkasarka
Halsbandkasarka Bild
Halsbandkasarka Karte

Lebensweise:
Obgleich örtlich stark bejagt, sind die Halsbandkasarkas in allen Teilen ihres Verbreitungsgebietes auch heute noch zahlreich anzutreffen .Dies wird besonders in den Sommermonaten deutlich, wenn sich umfangreiche Scharen dieser Gänse an den schlammigen Ufern großer Binnen - und Küstenseen, in den Mündungsgebieten der Flüße und in ruhigen Meeresbuchten zusammenfinden. Für ihren Tagesaufenthalt bevorzugen sie hier brackige und schwach salzige Gewässer, suchen aber zum Trinken Süßwasser auf. In den Nachmittagsstunden werden Nahrungsflüge zu anderen Uferabschnitten, gelegentlich auch zu nahen Feldern und Wiesen unternommen. Gegen Ende des Sommers - bei normalen Niederschlagsverhältnissen im März - kehren die Kasarkas in kleinen Gruppen zu ihren weiter im Landesinneren gelegenen Brutgebieten zurück. Die Ganter werden hier untereinander zunehmend streitsüchtiger, und die einzelnen Paare beziehen nun ihre Brutgebiete an den von alten Bäumen umgebenen Teichen, Staugewässern, Viehtränken und kleineren Seen der offenen Weidelandschaft. Die Eiablage erfolgt in großen Baumhöhlen, zwischen Felsspalten, in den baumarmen Weidegebieten auch in Kaninchenröhren. Viele Paare beziehen jahrelang die gleiche Bruthöhle. Mitten im Winter, gewöhnlich von Juni bis September, werden die 10 - 14 glattschaligen, cremeweißen Eier abgelegt. Die Brutdauer beträgt 30 - 33 Tage. Die Nestauspolsterung erfolgt mit Dunen. Brut allein durch das Weibchen. Die Küken springen nach dem Abtrocknen aus dem Nest herab und wachsen, von beiden Eltern betreut, auf dem Bruttümpel heran. In einigen Gebieten wechseln die Paare mit ihren halbflüggen Jungen zu größeren Wasserflächen über. Hier vereinen sich die Jungvögel mehrerer Familien und werden alsbald von den Eltern verlassen. Die sich anschließende Mauserperiode verbringen die meisten Halsbandkasarkas auf dem Albert - und Alexandria Lake, den zwei größten Küstenseen südöstlich von Adelaide. Nach der Mauser ziehen viele direkt bis zur Küste weiter. Während der Mauserperiode und in den großen Sommerscharen halten die Paare stets zusammen; die Art geht offenbar Dauerehen ein.

Nahrung in der Natur:
Sie wird an schlammigen Ufern, im flachen Wasser und auf dem Weideland aufgenommen und besteht hauptsächlich aus Vegetabilien (Grünteilen und Samen von Klee und Gräsern sowie Algen) weniger aus kleinen Wasserlebewesen. Auf den Meereslagunen der Rottnest - Inseln bilden zeitweilig die Salzkrebschen die Hauptnahrung der Jung - und Altvögel.

Haltung und Zucht:
Der Erstimport erfolgte 1860 durch den Zoo London. Ab 1872 wurde der Halsbandkasarka fast regelmäßig im Zoo Berlin und nach der Jahrhundertwende vielfach in Europa gehalten. Als Folge der Ausfuhrsperre australischer Tiere ist sie heute die seltenste der vier Kasarka - Arten, dennoch erfährt ihr Bestand in den Privat - und Zooanlagen durch die Nachzuchten einen stetigen Anstieg. Halsbandkasarkas sind annähernd so robust, winterhart und langlebig wie ihre afrikanischen und neuseeländischen Verwandten. Wegen der Bösartigkeit der Ganter während der Balz - und Brutzeit ist die Pflege in Einzelgehegen angebracht; nicht brutaktive Paare sind friedfertig und können in Gemeinschaftsanlagen untergebracht werden. Der Winterraum sollte frostfrei gehalten werden. Zuchterfolge blieben bis um 1980 bemerkenswert selten. BLAAUW, Amsterdam, pflegte diese Kasarkas viele Jahre, ohne sie zu züchten.DELACOUR (1954) führt eine gelungene Zucht aus Cleres, Frankreich, im Jahre 1939 und eine aus Leckford, England, 1940 an. In den letzten Jahrzehnten gelangen wiederholt Nachzuchten in die westeuropäischen Länder. Die Fortpflanzungsaktivität wird, etwa wie bei der Hühnergans, durch abnehmende Tageslänge ausgelöst. Somit gelangen die Halsbandkasarkas in den Wintermonaten in Brutstimmung, die sich durch Balzverhalten, Unverträglichkeit und Unruhe äußert. Bietet das Wintergehege entsprechende Bedingungen, beginnt das Weibchen ab Februar mit der Eiablage. Fehlen Nistmöglichkeiten oder wird das Paar in das Sommergehege umgesetzt, ebben die Aktivitäten schnell ab, und im April oder Mai setzt die Mauser ein. Ferner scheint es für die Art typisch, daß auch erfolgreiche Paare nicht in jedem Jahr brutbereit sind.
Legebeginn wie bereits erwähnt Februar/März, einmal im britischen  Wildfowl
Trust ab 22.Juli. Hütten oder Bruthöhlen sollten möglichst kälteabweisend sein.
Legeintervalle um 48 Stunden. Bebrütung der Eier und Kükenaufzucht bieten
- abgesehen von der frühen Jahreszeit - kein Probleme. Jungtiere dürften gegen Ende des zweiten Lebensjahres geschlechtsreif sein, doch wurden überwiegend ältere Tiere zur Zucht gebracht. Die Bastardierungsneigungen, speziell innerhalb der Kasarkagruppe, sind relativ hoch und sollten im Bereich der Paarungsmöglichkeiten unterbunden werden.