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Lebensweise: Andengänse bewohnen die tundraartigen Hochtäler der Anden in Höhen zwischen 3000 und 5000 m. In den Senken dieser wenig unterhalb der Zone des ewigen Eises liegenden Hochsteppe bilden sich im Frühjahr und Sommer durch Schmelzwasser der umliegenden Bergmassive zahlreiche Lagunen, Sumpfniederungen und ausgedehnte grundwasserreiche oder überflutete Grasflächen. Zu den Hängen hin schließen sich weite Grasmatten an. Klima und Vegetation entsprechen weitgehend denen des östlichenPatagoniens, wo die übrigen Siegelgänse beheimatet sind. Die Andengänse leben meist paarweise, halten sehr eng zusammen und dulden keine Artgenossen in ihrem großen Revier. Bevorzugte Aufentshaltorte bilden sumpfige Wiesen und die etwas höher liegenden Grashänge. Zu bestimmten Tageszeiten werden tiefere Lagunen zum Baden aufgesucht. ”Sie schwimmen mit einer Ruhe, die vollkommen der dortigen Atmosphäre angepaßt ist oder ruhen unbeweglich auf Felsgestein, als wollten sie die sie umgebende Einsamkeit überwachen”, schreibt CASARES. Die Brutzeit ist - besonders bei den südlich beheimateten Populationen - auf den dortigen Sommer, also auf November bis Januar beschränkt. Die Nester werden zwischen Felsspalten, in der Regel weit entfernt vom Wasser, erichtet. Die Gelege enthalten 6 - 10 cremefarbene Eier. Die Brutdauer beträgt etwa 30 Tage. Das Männchen wacht währenddessen in Nestnähe. Die Gössel werden von beiden Eltern in die Sumpflagunen geführt und hier - sicher vor dem Fuchs - aufgezogen. Mit Beginn der kalten und trockenen Jahreszeit, etwa im März, scharen sich die südlichen Populationen der Andengänse zu kleineren Trupps (vermutlich Familienverbände) zusammen und wandern nach Norden ab. Ein Teil zieht auch in tiefer gelegene Täler (um 2000m) hinab. Wo Andengänse nicht gejagt werden, ist ihre Fluchdistanz gering, einzelne Paare halten sich selbst in unmittelbarer Nähe bewohnter Gehöfte auf, andere werden gezähmt als Haustiere gehalten.
Nahrung in der Natur: Sie besteht ausschließlich aus Gräsern und Kräutern.
Haltung und Zucht: Andengänse gelangten 1871 in den Zoo London und werden seither regelmäßig in großen Zoos, heute auch in Vogelparks gehalten, dagegen sind relativ wenige Züchter im Besitz einzelner Paare. Gut eingewöhnte Wildfänge und gezüchtete Tiere sind hart und robust, doch ist eine hohe Anfälligkeit für Tuberkulose und Aspergillose vorhanden. Mit dem Beginn der Paarung im zweiten Lebensjahr werden Andengänse extrem unverträglich. Züchter halten sie deshalb stets in großen, teilweise schattigen Einzelgehegen. Soll die Grasnarbe erhalten bleiben, muß sie 300 bis 400 qm groß sein. Ein Teich ist angebracht, doch nicht erforderlich; Spiegelgänse begatten sich auf Land oder im Flachwasser (z. B. in Wasserschalen). Ein Schutzraum muß den Tieren speziell für naßkalte Witterung und gegen zu starke Sonneneinstrahlung zur Verfügung stehen. In Zoos werden Andengänse gern außerhalb der eigentlichen Gehege paarweise auf den Grünflächen gehalten. Seit der Erstzucht 1915 im Zoo London wird die Andengans zwar nicht häufig, doch regelmäßig gezüchtet. Da die Zoo - Paare vornehmlich Schauzwecken dienen, sind erfolgreiche Zuchten oftmals Zufälle. Zielstrebige Bemühungen leitete u. a.derWildfowl Trust ein (Bruterfolge in Slimbridge seit 1963),i hm folgten Privatliebhaber, die es sehr bald zu guten Zuchtergebnissen mit dieser Gans brachten. Wienands, briefl., zog 1974 aus einem Gelege von 14 und einem Nachgelege von 12 Eiern 21 Junge auf. In der DDR liegen Zuchtergebnisse aus dem Zoo Cottbus 1977 vor. Die Eiablage erfolgt in Hütten, die zweckmäßig im Schutzhaus aufgestellt sind, oder frei auf der Wiese, meist im April, seltener im Mai. Nachgelege sind möglich. Über die Entwicklung der Junggänse berichtet Blaauw (zit.in Delacour 1954): Am 30.Juni und 4.Juli 1933 schlüpften von zwei Paaren 9 Gössel. Nach 3 Wochen begannen die anfangs schwarzen Beine rot zu werden, nach 4 Wochen zeigten sich die ersten Schulterfedern und die der Flanken. Am 13.August waren die Beine voll umgefärbt, der Schnabel begann am 20.August umzufärben und war am 10.Oktober farblich verändert. Im Alter von 15 Wochen waren die Junggänse etwa erwachsen und befiedert. Die geschlechtliche Reife tritt gegen Ende des 3.Lebensjahres ein, Brutaktivitäten setzen meist später ein.
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