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Lebensweise: Die Kolonien in der Perry - River - Region wurden erst 1940 entdeckt und ab 1949 wissentschaftlich bearbeitet. Die ursprüngkich kleine Brutpopulation ( HANSON schätzt 1949 knapp 2 000 Exemplare) hat sich seither stark vergrößert; 1960 waren es um 9 000, im Juli 1965 bereits gut 32 000 Altvögel (RYDER 1969). Die im Winterquartier erfaßte Gesamtpopulation umfaßte 1956 bis 1974 im Mittel 23 400 Tiere. ( BELLROSE 1976), RYDER (1967, 1969, 1970) erforschte die Brutbiologie der Zwergschneegänse. Auf fünf von acht Inseln des Arlone - Sees am Perry River, die eine Größe von 0,8 - 2,4 ha haben, bestehen sechs Brutkolonien, in denen 1963 769 Paare brüteten.Die Inseln und das Land rings um den See sind flachhügelig und meist übersät von großen, freiliegenden Felsbrocken. Die Vegetation besteht aus Gräsern, Moosen sowie aus kleinen Birken - und Weidenbüschen.Während des ganzen Sommers weht ein permanenter Südwind; die Durchschnittstemperatur vom 3. April bis 10. August 1963 betrug 9,8°C mit Tagesspitzen bis 28°C und Tiefstwerten bis - 7°C. In den Jahren 1965 bis 1967 wurden an 35 Brutplätzen rund 30 000 Brutvögel erfaßt. In der größten Kolonie brüteten 12 000 Ross`s -und 5 160 Schneegänse (RYDER 1969). Die Zwergschneegänse treffen in kleinen Gruppen zwischen der ersten Juni - Dekade und dem Ende des Monats ein. Bei ihrer Ankunft sind sie fest verpaart, Kopulationen finden bereits auf dem Zuge statt. Unmittelbar nach der Ankunft werden die Reviere bezogen, und der Nestbau beginnt. Die Nester stehen immer im Windschutz, so auf der Lee - Seite der Insel, hinter Steinen oder zwischen Büschen. Die durchschnittliche Nestdichte beträgt 2,4 pro ha. Auf einer Unterlage von Moos, trockenem Gras und Zweigen, die später mit Dunen ausgelegt wird, erfolgt bereits wenige Tage nach dem Eintreffen die Eiablage. Die Gelege bestehen aus 2 - 7, meist aus 3 - 5 cremeweißen Eiern, die in etwa 24stündigen Intervallen zur Ablage kommen. Die Brutdauer beträgt 22 - 24 Tage. Das Weibchen brütet allein und wird während dieser Zeit und in den häufigen Brutpausen - die längste erfaßte Brutzeit betrug 49 Minuten - vom Ganter bewacht und begleitet. Wenn die Gössel Anfang Juli geschlüpft sind, vereinen sich mehrere Familien zu kleinen Trupps und verlassen bald das Brutrevier; wenig später setzt bei den Altvögeln die Mauser ein. Frischgeschlüpfte Küken wiegen um 65 g. Nach rund vier Wochen sind die Junggänse nahezu erwachsen und wiegen 700 - 1 000 g, im Herbst erreichen sie die untere Altersgewichtsgrenze.
Nahrung in der Natur: Sie besteht wie bei allen Feldgänsen fast nur aus Vegetabilien.
Haltung und Zucht: Die ersten Zwergschneegänse kamen um die Jahrhundertwende aus Kalifornien nach Europa, blieben hier jedoch bis zum 2. Weltkrieg äußerst selten. Von der bereits erwähnten Forschungsreise 1949 an den Perry River, an der auch Peter SCOTT teilnahm, gelangte die Art erneut nach Westeuropa, in den Wildfowl Trust, wo mit diesen und weiteren 6 Paaren, die als Küken um 1970 aus dem gleichen Gebiet geholt wurden, das Gros der gegenwärtigen in Europa lebenden Gehegevögel gezüchtet werden konnte. In der Haltung und den Ansprüchen - sowohl der Altvögel als auch der Küken - ist die Zwergschneegans den anderen kleineren nordischen Gänsen gleichzusetzen. Die Erstzucht gelang dem Holländer BLAAUW 1903 mit einem 1902 zusammengestellten Paar. Ein Küken wuchs heran,im Alter von zwei Wochen hatte es die Größe einer Bantam - Henne. KOOY, Holland, erhielt 1957 zwei Jungvögel, die ab drittem Jahr jeweils 4 - 5 Gössel aufzogen. Der Tierpark Berlin züchtet die Art sei 1974. Im Wildfowl Trust wuchsen zwischen 1954 und 1965 aus 297 Eiern 130 Junge auf. Während die Schlupfrate nur bei 53% lag, konnten über 70% der geschlüpften Gössel aufgezogen werden.Der Legebeginn liegt meist in der zweiten Mai - Dekade. Heute wird die Zwergschneegans schon häufiger in Privatanlagen gehalten, und ist,wenn auch nicht billig, ohne Schwierigkeiten zu erwerben.
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