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 Zwerggans
Zwerggans Bild
Zwergschneegans Karte

Lebensweise:
Die Brutgebiete der Zwerggans liegen vorwiegend in der borealen Waldtundra und schieben sich nach Norden bis in die südliche Strauchtundra vor. Sie schließen sich etwa südlich an die der Bläßgans an. Bevorzugte Brutbiotope stellen die von Polarbirken und Zwergweiden durchsetzten Grasmatten an Bergseen, felsigen Hängen und in sumpfigen Hochebenen dar, in denen die Gänse teilweise bis dicht an die Zone des ewigen Schnees vordringen. In Norwegen werden die hoch gelegenen Fjells bewohnt.
Zu den Brutplätzen kehren die Zwerggänse Ende Mai , Anfang Juni zurück. Bis zum Einsetzen der intensiven Schneeschmelze streichen sie in Schwärmen umher und beginnen dann auf kleinen Inselchen mit reicher Bodenvegetation und niedrigen Büschen, an steinigen Uferhängen oder auf Heideflächen mit dem Nestbau. Das Nest selbst steht gut versteckt zwischen Weiden - , Birken - oder Wacholderbüschen, im Heidekraut oder zwischen Krähen - und Rauschbeergesträuch. Als Unterlage dienen Zweige, Gräser und Moos der Nestumgebung; später umgibt ein dicker Dunenwall das aus 3 - 8, meist aus 4 - 5 weißen Eiern bestehende Gelege. Die Eiablage beginnt in Lappland Ende Mai, in Sibirgien im Juni. Die Brutdauer liegt zwischen 25 und 28 Tagen. Während das Weibchen brütet, wacht der Ganter in Nestnähe, er begleitet es während der Brutpausen und beteiligt sich später an der Jungenführung.Die Aufzucht erfolgt auf wassernahen Wiesen. Die Familien führen nach ROSENIUS (1931) eine sehr versteckte Lebensweise, nach USPENSKI (1965) scharen sie sich zu großen Trupps zusammen und versuchen, Gefahren rechtzeitig durch Laufen auszuweichen. Die Junggänse werden etwa im Alter von 5 - 6 Wochen flugfähig. Der Abzug in die Wintergebiete erfolgt nach vollendeter Schwingenmauser der Altvögel zwischen Mitte August und Anfang September. Den Winter verbringen diese Gänse auf großen Acker - und Wiesenflächen, in Brüchen oder sumpfigen Steppen.
 
Nahrung in der Natur:
Sie unterscheidet sich nicht wesentlich von der der Bläßgans.

Haltung und Zucht:
Zwerggänse werden in vielen zoologischen Gärten und sehr gern von Züchtern gehalten. Die geringe Größe, das ruhige, vertraute Wesen und die Verträglichkeit anderen Arten gegenüber machen sie begehrenswert. Bei guter Unterbringung, zu der eine ständige Weidemöglichkeit gehört, ist die Zwerggans hart und ausdauernd.
Unter den nordischen Gänsen ist sie am leichtesten züchtbar. In England wurde sie 1918 erstmalig gezüchtet. In den 20er und 30er Jahren wuchsen in Holland und Frankreich regelmäßig Junggänse heran. Heute sind die Gehegetiere fast ausschließlich die Nachkommen bereits gezüchteter Tiere. Zur Stabilisierung der weitgehend erloschenden skandinavischen Brutpopulation werden seit 1981 in Gehegen heranwachsene Junggänse in Lappland ausgewildert.
Eine Zuchtgruppe wird zweckmäßig aus Jung - oder noch nicht verpaarten Altvögeln  aufgebaut. Hier gibt es kaum Probleme bei der Paarung. Innerhalb des Winterschwarmes bemühen sich die Ganter um die Weibchen und zeigen hier typische Balz - und Sexualverhaltensweisen, wie sie von der Graugans bekannt sind. Begattungen erfolgen etwa ab März, Nestbau und Eiablage ab Mitte April, meist um den 1. Mai. Als Nistplatz werden bewachsene Inseln, der Bodenvegetation im Gehege und Hütten, vorgezogen. Gern werden vorbereitete Nester (mit trockenen Grasbüscheln ausgelegte Mulden) angenommen. Bis zu 7 Eier werden in ein - oder zweitägigem Abstand gelegt und vom vorletzten Ei an bebrütet. Brut und Kükenbetreuung erfolgen zweckmäßig durch die Eltern, zumal Zwerggänse nur selten Nachgelege bringen. Während der ersten drei Tage laufen die Gössel sehr ungeschickt, wachsen dann aber sehr schnell heran. Zwischen 10. und 13. Tag beginnt die Befiederung der Schultern und Flanken, um den 18. Tag entfalten sich Schwanz und Schwingen. Sechs Wochen alte Junggänse sind voll befiedert und unternehmen Flugübungen, nach weiteren zwei Wochen sind sie etwa so groß wie die Eltern. Während der Kleingefiederentwicklung färbt sich der anfangs hornbraune Schnabel  blaß rosarot, der Nagel bleibt dunkel. Die Umfärbung in das Alterskleid beginnt im Herbst, ab Januar ist die Blesse teilweise weiß, der Augenring leuchtend gelb, das Bauchgefieder braunfleckig. Die Geschlechtsreife tritt gegen Ende des zweiten Lebensjahres ein. Besondere Nahrungsansprüche werden nicht gestellt. Altvögel äsen bevorzugt kurze Gräser, Küken nehmen bereits zu Beginn der Befiederung Weizenkörner auf.