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Lebensweise: Obwohl die Witwenpfeifgans in drei Faunengebieten, nämlich in Südamerika, Afrika und Madagaskar, ein weit verbreiteter Brutvogel ist, hat sie keine geographischen Unterarten gebildet. In dem weiträumigen Verbreitungsgebiet ist diese Pfeifgans an den meisten Gewässern der Niederungen und der Ebene, vorzugsweise an solchen in Waldlagen, ein häufiger Brutvogel. Außerhalb der Brutzeit halten sie sich stets zu Scharen vereint auf, wo sie dann eine recht auffällige Erscheinung abgeben. Witwenpfeifgänse sind überwiegend nachts aktiv, sie streichen in den Abend - und Morgenstunden unter anhaltendem Rufen in Schwärmen umher und gehen auch nachts der Nahrungssuche nach. Tagsüber ruhen die in Afrika und auf Madagaskar beheimateten Witwenpfeifgänse auf den freien Wasserflächen oder auf Uferbänken größerer Seen und Flüße. Die amerikanischen Populationen meiden dagegen wegen der gefährlichen Piranhas das tiefe Wasser und lassen sich dafür auf Bäumen oder am Strand nieder. Der Beginn der Brutsaison ist den lokalen Witterungsverhältnissen angepaßt, die Brut kann zu allen Monaten des Jahres beginnen. In den meisten Gebieten liegt der Beginn am Ende der Regenzeit. Für Paraguay und Nordost - Brasilien werden die Monate März und April, für Guayana Juni und Juli als Brutmonate genannt. Viele afrikanische Populationen brüten ebenfalls in den ersten 6 Monaten des Jahres. Die Nester befinden sich sowohl in Baumhöhlen als auch in der Bodenvegetation. Die Bodennester - und das dürfte der größere Teil sein - sind solide Bauten aus trockenem Pflanzenmaterial; Dunen werden nicht hinzugefügt. Die Gelege bestehen aus 8 - 12 hell rahmfarbenden Eiern. Die Brutdauer beträgt 28 Tage. An der Bebrütung der Eier ist der Erpel maßgeblich, vielleicht überwiegend, beteiligt, ähnlich ist es bei der Jungenführung.
Nahrung in der Natur: Sie besteht zu einem nicht unbedeutenden Teil aus tierischen Substanzen, doch dürften die pflanzlichen überwiegen. An der afrikanischen Küste sah man die Witwenpfeifgänse während der Ebbe kleine Krebse und Weichtiere auflesen.Nachts beflogen sie auch die Getreidefelder. Haltung und Zucht: Witwenpfeifgänse gelangten 1835 erstmals nach London und 1846 in den Zoo Berlin, wo bereits 1885 fünf Küken zum Schlupf kamen. In diesem Jahrhundert wurden die Witwenpfeifgänse stets in großer Zahl vom Tierhandel angeboten. In zum Teil ansehnlichen Gruppen bevölkern sie die Teiche vieler Zoos und Vogelparks. Das Interesse für Privatanlagen stieg mit der Züchtbarkeit der Art nach 1970. Der Züchter hält Witwenpfeifgänse paarweise auf nicht zu kleinen Gesellschaftsteichen, denn alle Pfeifgänse sind sehr bewegungsaktiv und erscheinen in Kleingehegen förmlich gelangweilt. BIEHL, hält eine Gruppe von 8 Tieren auf einem großen Zuchtteich; brutbereite Paare sondern sich heraus und beziehen ein relativ enges Brutrevier. Gleicher Züchter , bei dem zwischen 1975 und 1983 etwa 700 Witwenpfeifgänse aufwuchsen, schreibt: Nester werden im Gras oder in der Ufervegetation errichtet. Eiablage zwischen letzter Maidekade und erster Augusthälfte, jedes Weibchen erbrachte drei Gelege mit 9 - 12 (einmal 13) Eiern; gelegt wurde täglich, Brutdauer 27 - 30 Tage. Die vier Weibchen legten 1978 117 Eier, 112 davon befruchtet, 108 Küken schlüpften, 94 wuchsen auf. Die Aufzucht erfolgte in Boxen mit Wärmelampe. Küken sind gegenüber hinzugesetzten arteigenen und artfremden Tieren sehr bösartig, was sich erst gegen Ende der Befiederung legt. BIEHL vermutet, daß jede Gruppe über bestimmte Lauterkennungsmerkmale verfügt. Ähnlich sei es bei den brütenden Paaren; wenn ein Brutpartner gerufen wird, antwortet aus der Altvogelgruppe heraus stets der richtige. Bald nach dem Flüggewerden beginnt die Umfärbung in das Alterskleid, die bei Frühbruttieren etwa bis Dezember beendet ist. Die Geschlechtsreife tritt gegen Ende des zweiten Lebensjahres ein. Innerhalb brutaktiver Zuchtgruppen legen auch knapp einjährige Weibchen befruchtete Eier. Neben Fertig - und Mischfutter nehmen halbwüchsige Junge und die Alttiere sehr gern Hirse und Garnelen aus dem Wassernapf auf.
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