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 Wanderpfeifgans
Wanderpfeifgans Bild
Wanderpfeifgans Karte

Lebensweise:
Die australische Wanderpfeifgans (von den beiden anderen Unterarten sind nur wenige biologische Eintelheiten bekannt) bevorzugt während des ganzen Jahres große Gewässer mit einer reichen Unterwasser - und Schwimmflora in den Uferzonen.
FRITH (1967) nennt die Art Water Whistle - duck im Gegensatz zu Grass Whistle - duck, der Sichelpfeifgans, und weist damit auf die ökologische Bindung zum Wasser hin. Während der Trockenzeit beschränkt sich das Vorkommen auf die permanent wasserführenden großen Flußsysteme. In riesigen, dicht gedrängten Scharen ruhen die Wanderpfeifgänse hier auf Uferbänken oder Sandinseln.Die Nahrungsaufnahme erfolgt fast ausschließlich im Wasser.
Die ersten Niederschläge lösen bei ihnen die Brutstimmung aus. Innerhalb der umfangreichen Scharen entfaltet sich besonders unter den Männchen ein rege Aktivität; Balz und Versorgungsflüge beginnen. Binnen weniger Tage verteilen sich die Wanderpfeifgänse nun in kleinere Gruppen über die zahllosen neu entstandenen Seen und Creeks der Küstenebenen. Mit als die ersten Wasservögel Nordaustraliens beginnen die Wanderpfeifgänse dort ab Januar/Februar mit Nestbau und Eiablage.
Die Nistplätze befinden sich im etwas erhöht liegenden Grasland und sind deshalb am wenigsten von Überflutungen gefährdet. Die Nester werden gut verborgen im hohen Gras und unter Sträuchern, aber auch fast ohne Deckung im kurzen Grasland errichtet.
Die Nestmulde wird lediglich mit Pflanzenteilen, nicht mit Dunen ausgelegt. Die Vollgelege bestehen aus 6 - 10 weißen Eiern. Die Brutdauer beträgt 28 - 30 Tage. Die Bebrütung der Eier und die Jungenführung übernehmen beide Eltern; die meisten Familienverbände halten lange zusammen. FRITH berichtet aber auch von großen Ansammlungen nicht flügger Jungvögel, unter denen sich nur einzelne Altvögel befanden.

Nahrung in der Natur:
Sie wird tauchend, gründelnd und seihend aus dem Wasser entnommen und besteht
(jahreszeitlich wechselnd) aus den Grünteilen, Samen und Knospen von Wasserpflanzen, besonders der Seerosen, der Hirsearten und vom Wildreis.

Haltung und Zucht:
Wanderpfeifgänse werden relativ wenig aus den Ursprungsländern exportiert, so daß sie in Europa und Nordamerika zu den selteneren Wasservögeln gehören. Haltung, Unterbringung, Nahrungsgewohnheiten und Überwinterung sind denen anderer Pfeifgans - Arten gleich. Die allgemeine Empfindlichkeit früherer Tiere konnte bei den in Gehegen heranwachsenen nicht mehr beobachtet werden.
Die Zucht gelang bisher nur selten; so 1936 in Kalifornien, 1939 in Leckford, GB, und nach 1960 ab und an im Wildfowl Trust. Zu ergiebigen Zuchterfolgen brachte es der Züchter BIEHL, Tostedt. Er erwarb 1975 zwei Paare (Wildfänge), die bereits ca. 5 Jahre in Gehegen lebten. Im Sommer 1977 brachte ein Weibchen 9 Eier (in zwei Gelegen), die ersten Küken wuchsen mühelos heran. Im Folgejahr legte das gleiche Weibchen 11 und  8 Eier im Gras ab; Brutbeginn 9. Juni und 3. Juli, Brutdauer je 28 Tage. In jener Anlage konnten bis 1983 etwa 150 Wanderpfeifgänse aufgezogen werden. Die sichere Geschlechtsbestimmung war in der 5. Woche durch Kloakentest möglich, mit 6 bis 7 Wochen waren die Jungtiere voll befiedert. Das ist eine merklich kurze Zeitangabe; bei der Herbstpfeifgans (BOLEN 1973) und der Gelbbrustpfeifgans (KOLBE 1976) ist die Befiederung mit 8 bzw. 9 Wochen abgeschloßen. In Australien
aufgezogene Wanderpfeifgänse wogen frisch geschlüpft um 20 g und waren mit 12 bis 13 Wochen flugfähig. Geschlechtliche Reife allgemein gegen Ende des                        2. Lebensjahres; bei BIEHL legten 1979 drei einjährige Weibchen, eine davon mit einjährigem Erpel, befruchtete Eier, die geschlüpften Küken waren jedoch kaum lebensfähig. Kolbe erwarb für seine Anlage im Herbst 1981 einen Erpel und zwei Weibchen. Ab 23. April legten beide Weibchen in einer Binsenstaude auf einer Wiese
16 unbefruchtete Eier ab. Aus dem am 20. Mai begonnenen Nachgelegen wuchsen dann die ersten Jungtiere heran.