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 Tüpfelpfeifgans
Tüpfelpfeifgans Bild
Tüpfelpfeifgans Karte

Lebensweise:
Von allen Pfeifgans - Arten ist über Leben und Brutbiologie der Tüpfelpfeifgans am wenigsten bekannt. Wie es scheint, sind diese Pfeifgänse nur sporadisch und mit unterschiedlicher Häufigkeit über die einzelnen Inseln verbreitet. Größere Schwärme wurden lediglich aus Neuguinea bekannt. RAND und GILLARD (1967) bezeichnen sie als die häufigste und am weitesten verbreitete Ente auf dieser Insel, die tagsüber in Trupps - teilweise zu mehreren hundert Exemplaren - in Grassümpfen und ähnlichen Flachgewässern ruht und in den Abendstunden unter lautem Rufen wassernahe Schlafbäume aufsucht. Diese Schlafgewohnheit scheint bei dieser Art zu dominieren,
JOHNSTONE vermutet auf Grund von Volierenbeobachtungen, daß sie sich mehr als andere Dendrocygna - Arten auf Bäumen aufhält.
Die Brutzeit erstreckt sich über viele Monate, auf Neuguinea gehäuft zwischen August und September.Die wenigen bisher beschriebenen Nester waren sowohl in der Bodenvegetation als auch in Baumhöhlen errichtet. Ein Bodennest bestand gänzlich aus Laub und wies keine Dunen auf. Die Gelege bestehen aus 6 - 12 weißen Eiern. Über Brutdauer und Jungenaufzucht freilebender Tüpfelpfeifgänse ist nichts bekannt.
 
Nahrung in der Natur:
Noch keine Erkenntnisse.

Haltung und Zucht:
Die ersten Tüpfelpfeifgänse gelangten 1888 in den Zoo London. Ein zweiter Import erfolgte nach DELACOUR (1954) im Jahre 1935; der Zoopark Cleres, Frankreich erwarb sechs Tiere, die bis 1940 flugfähig in geräumigen Volieren lebten. Der englische Wildfowl Trust hält die Art seit 1953 und brachte sie 1959 erstmalig zur Fortpflanzung. Danach gelangten wiederholt kleine Gruppen dieser Pfeifgänse in den Tierhandel, ohne daß es bis 1980 zu nennenswerten Nachzuchten kam.
Über die Erstzucht schreibt JOHNSTONE (1960): “Im Wildfowl Trust lebten 5 voll flugfähige Tüpfelpfeifgänse in geräumigen, heizbaren Volieren. Ab Ende August legte ein Weibchen in einer Nisthöhle  11 Eier ab, die denen der anderen Dendrocygna - Arten ähnelten, aber ovaler und glatter waren. Die anfangs von den Eltern bebrüteten Eier mußten später in eine Brutmaschine gegeben werden; hier schlüpften nach insgesamt 31 Bruttagen 11 Küken. Diese zeigten fast keine Scheu, mußten jedoch - weil sie keine Nahrung aufnehmen wollten - zu einer Familie Kubapfeifgänse gegeben werden, die nach anfänglichen Sorglosigkeiten doch noch 6 Tüpfelpfeifgänse aufzogen. Trotz fortgeschrittender Jahreszeit entwickelten sich die jungen Pfeifgänse zügig. Im Alter von 7 Wochen war die Befiederung etwa abgeschlossen.”
Im folgenden Jahr wuchsen unter Führung der Eltern12 und zwischen 1973 und 1979 insgesamt 36 Tüpfelpfeifgänse im Trust heran. Als Legebeginn wurden der 8 bis 17. Juli angegeben. Eine Brutdauer von 28 bis 30 Tagen ließ sich ermitteln.
Die Ursachen, daß Tüpfelpfeifgänse nur selten vom Tierhandel angeboten werden, damit auch selten gehalten und gezüchtet werden, sind nicht recht bekannt. Auch ist über die Haltung im allgemeinen wenig berichtet worden, man darf jedoch annehmen, daß die Art nach sorgfältiger Eingewöhnung nicht hinfälliger als Zwerg - oder Wanderpfeifgänse ist. Das 1982 vom Tierpark Berlin erworbene Paar zeigt sich betont dämmerungsaktiv; tagsüber ruhen die Tiere im ufernahen Gebüsch und erscheinen erst abends auf der freien Wasserfläche und an den Futterstellen.