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Lebensweise: Die großen, hochbeinigen Glanzenten, ihrer Erscheinung nach wirklich einer Gans nahekommend, sind über weite Gebiete Afrikas verbreitet und insgesamt wohl die häufigsten gänseähnlichen Vögel des Kontinents; in Mausergebieten wurden bis zu 2 000 Tiere beobachtet. Die Sporengänse bewohnen ausgedehnte Sumpfniederungen, große Flußläufe und Binnenseen (einschließlich Stauseen), doch bevorzugt solche, wo einzelne trockene Bäume am oder im Wasser stehen, die zum Nächtigen oder vor dem Einfallen auf der freien Wasserfläche aufgesucht werden. Nahrungsgründe bilden vegetationsreiche Flachgewässer, überschwemmte Wiesen und Niederungen sowie Bestände von wildwachsendem Reis. Auf landwirtschaftlichen Nutzflächen werden besonders durch das Niedertreten der Kulturpflanzen erhebliche Schäden angerichtet. Die Brutzeit ist regional unterschiedlich und beginnt meist während oder nach der Regenzeit. In Südafrika brütet die Mehrzahl von Dezember bis Februar, in Sambia von Januar bis März. Die Nester sind umfangreiche Bauten aus Röhricht und Wurzelballen, sie werden vom Weibchen zwar überwiegend in der Riedzone (teilweise schwimmend), aber auch auf Termitenhügeln im Überschwemmungsland, zwischen Felsgestein oder auf den Nestern des Schattenvogels errichtet. Sie haben tiefe Nestmulden, nur manchmal mit Dunen ausgelegt. Vollgelege enthalten 6 - 10 glattschalige cremefarbene Eier. Die Brutdauer beträgt 30 bis 32 Tage. Die Kükenbetreuung erfolgt offenbar nur durch das Weibchen und dauert über zwei Monate, bis die Tiere flugfähig sind. Nach dem Flüggewerden scharen sich die Familien zusammen und bilden während der Schwingenmauser der Altvögel (Südafrika Juni bis August) ansehnliche Schwärme. Über den Beginn der Geschlechtsreife ist nichts bekannt, doch deuten zahlreiche Nichtbrüter auf eine zwei - oder dreijährige Spanne hin. Nahrung in der Natur: Sie besteht aus Grünteilen und Samen zahlreicher Sumpf - und Wasserpflanzen, u. a. aus den Blütenköpfen der Seerosen und Samenständen von Iris - Arten, weniger aus Wasserinsekten, Laich und Heuschrecken. Auf Feldern werden Getreidekörner, Erdnüsse und Mais
Haltung und Zucht: Beide Unterarten der Sporengänse werden seit über 100 Jahren in europäischen zoologischen Gärten, im Berliner seit 1874, mit guten Erfolgen gepflegt. Für die Haltung in Zuchtanlagen eignen sie sich weniger und sind hier kaum anzutreffen. Entsprechend ihrer Körpergröße benötigen diese Tiere geräumige Gehege, möglichst mit Grasnarbe und für den Winter einen schwach temperierbaren Schutzraum. Sporengänse sind zudem wenig verträglich, sich paarende und brutaktive Tiere bösartig; mit Hilfe ihrer Flügelsporen vermögen sie selbst Schwäne in die Flucht zu schlagen. In Zoos werden sie auf Stelzvogel - oder Huftieranlagen gehalten. Die Zucht gelingt hin und wieder, doch sind die Chancen auch heute noch relativ gering. Neben einigen Mischehen, die Sporengänse mit Mochusenten, Nil - oder Magellangfänsen eingingen, führt DELACOUR (1959) lediglich eine erfolgreich Brut aus England an. Dagegen schreibt ECKARD: “Die Art hat während des Weltkrieges wiederholt im Düsseldorfer Zoologischen Garten gebrütet; junge Vögel, die erbrütet wurden, beflogen die ganze Umgebung des Niederrheins, um immer wieder zurückzukehren.” Der britische Wildfowl Trust hält diese Art zwar seit Anfang der 50er Jahre, brachte sie jedoch zwischen 1959 und 1967 nur zur Eiablage; erst zwischen 1979 und 1982 wuchsen 17 Junge auf. im Zoo Hannover kam es 1968 zur Eiablage, das Gelege wurde jedoch von Zebras zertreten. MARLER (1973) berichtet über erfolgreiche Aufzuchten der Sporengans im Zoo Olney, England, dort wurde eine Brutdauer von 34 - 36 Tagen ermittelt.
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