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 Schwanengans
Schwanengans Bild
Schwanengans Karte

Lebensweise:
Die Lebensräume, speziell die Brutbiotope, sind bei der Schwanengans sehr vielgestaltig. JOHANSEN schreibt:
“Die Schwanengans nistet nach SUSCHKIN sowohl in der Ebene als auch auf Hochplateaus bis 2 400 m. Im Minussinker Gebiet brütet sie an offenen, manchmal salzhaltigen Seen der Steppe; am Irtysch - Fluß sind es breite, von Rohr und Schilf eingefaßte Wasserflächen.  In der Kuraisteppe im Altaigebirge liegen die Brutplätze am
versumpften, mit Bülten und Weidengesträuch bestandenen Ufer des hier ruhig fließenden Kurai - Flußes. In der Mongolei am Böku - Morin fand SUSCHKIN die Gans auf sumpfigen Wiesen an schmalen, schnellen Wasserläufen mit Schilf - und Weidendickicht. Nach dem Größerwerden der Jungen sieht man die Schwanengänse oft an sandigen oder schlammigen See - und Flußufern.”
GISENKO und MISCHIN fanden die Brutplätze der Schwanengans auf Sachalin entlang der Flußläufe an den mit Porst, Erlenbüschen und Zirbelkiefern bewaldeten Uferhängen. Sie zählten dort auf 25 km Uferlinie etwa 12 000 Brutpaare. Während die Schwanengans in der westlichen Mongolei heute noch in großer Zahl brütet, gilt sie in der ehemaligen Sowjetunion sei 1975 als bestandsgefährdete Art. OGILVIE schätzt den Gesamtbestand für 1970 auf 10 000 Individuen.
Im April kehren die Schwanengänse zu ihren Brutplätzen zurück, beginnen dann aber nicht so überstürzt mit dem Brutgeschäft wie die hochnordischen Gänse. Die Vegetationsperiode ist mit 6 Monaten hier doppelt so lang wie der arktische Sommer. Die Nester werden einzeln oder kolonieweise auf Grasinseln, im Ried oder am trockenen Waldboden errichtet. Die Ablage der 5 - 8 schwach cremefarbenen Eier erfolgt im Mai. Die Brutdauer beträgt 28 - 30 Tage. Während das Weibchen brütet, wacht der Ganter in Nestnähe, später führen beide die Küken. Es beginnt die Schwingenmauser der Altvögel, die mit ihren Jungen im August flugfähig werden.
Im September erfolgt die Abwanderung  nach Korea, Südjapan und NO - China, wo die Schwanengänse auf Feldern, in Flußniederungen und auf küstennahem Marschland
überwintern.

Nahrung in der Natur:
Sie besteht neben Gräsern, Kraut - und Sumpfpflanzen örtlich aus Moos - und Heidelbeerkraut sowie aus jungen Lärchennadeln, ferner zu einem großen Teil aus Wurzeln und Rhizomen der Litoralpflanzen.

Haltung und Zucht:
Bemerkenswert spät gelangten Schwanengänse nach Europa; Nach HEINROTH (1928) dürften sie vor dieser Zeit kaum importiert worden sein. DELACOUR (1954)
sieht die Aufzucht von drei Jungvögeln 1937 in England als Erstzucht an. Im gleichen Jahr wuchsen im Berliner Zoo zwei Bastarde Schwanenganter x Graugans auf.
Nach 1950 gelangten  erneut, wenn auch stets in geringer Anzahl, Schwanengänse aus
China und der Sowjetunion nach Europa, unter anderem in den Tierpark Berlin.
Die sehr großen Schwanengänse werden nur selten in Privatanlagen und Zoos gehalten. Mit ihren langen Schnäbeln graben sie auf der Suche nach Rhizomen bis zu 30 cm tiefe Löcher in die Ufer - und Flachwasserzone und zerstören damit jeglichen Pflanzenbewuchs, selbst den festsitzenden Kalmus. Dagegen äsen sie nur selten auf Rasenflächen.
Schwanengänse sind relativ leicht züchtbar.KOOY, Holland, brachte sie erstmalig 1956 zur Fortpflanzung. Der Wildfowl Trust begann die Zucht mit zwei Wildfanggantern und zwei Höckergänsen; nach Rückzüchtungen glichen die Nachkommen in der dritten Generation phänotypisch wieder den Wildvögeln. Völlig rein dagegen sind Eltern und Nachkommen aus dem Tierpark Berlin und damit die in der ehemaligen DDR gehaltenen Schwanengänse.
In der Anlage von KOLBE wurde ein zweijähriges Paar fortpflanzungsaktiv. Im März zeigten sich beide Partner enorm ruffreudig, das Männchen balzte auf dem kleinen Teich nach Art der Grauganter und verteidigte später das Nistrevier durch Beißen und Flügelschlagen. Gegen Ende März begann das Weibchen mit dem Nestbau, legte zwischen 11. und 19. April 5 Eier und erbrütete die Küken ab 17. April in 29 Tagen. Während dieser Zeit wurde der Nestbau komplettiert, anfangs wurden wenig, gegen Ende der Brut viele Konturfedern und Dunen untergemischt. Die drei Küken befiederten sich wie folgt:
Schultern , Flanken und Schwanz zwischen 21. und 23. Tag, die Unterseite war am 32. Tag voll bedeckt, zur gleichen Zeit entfalteten sich die ersten Schwingen. Volle Befiederung um den 60. Tag (doch nicht volle Größe). Zwischen 3. und 4. Woche färbten sich die Füße gelb - oliv. Die Mitte Mai geschlüpften Tiere begannen um den
20. August an Rücken, Kopf und Hals mit der Umfärbung in das 1.Alterskleid, doch war der weiße Schnabelsaum bis Ende Oktober nicht durchgefärbt.