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 Schneegans
Schneegans Bild
Schneegans Karte

Zwei Unterarten:
Die kleine Schneegans , und ihre blaue Mutante werden auf den Inseln um die Baffin - Bay und auf NW - Grönland durch die Große Schneegans, vertreten.

Lebensweise:
Das Brutvorkommen konzentriert sich auf relativ wenige, aber sehr umfangreiche Brutkolonien.Nach OGILVIE (1978) brütet die etwa 2,7 Mill.Individuen umfassende Gesamtpopulation in 14 großen und etlichen kleineren Kolonien.Während die neuweltlichen Populationen auch gegenwärtig anwachsen, nimmt die Zahl der Brutpaare auf der Wrangelinsel bedrohlich ab. Altvögel wurden gezählt:                1960  400 000 -  450 000, 1970  120 000 und 1975 noch 32 000. (USPENSKI 1965, RUTSCHKE 1976).
Die Fortpflanzungsbiologie der Schneegänse ist auf den extrem kurzen Sommer der arktischen Brutinseln eingestellt. Hier bricht die geschlossende Schneedecke erst gegen Mitte oder Ende Mai auf. Das Sommerklima ist kalt, rauh und windig; die Vegetation besteht nur aus niedrigen, oftmals aber üppig wachsenden arktischen Gräsern und Kräutern sowie aus kleinen Zwergweiden - Büschen. Auf die Wrangelinsel, wo um 1960 etwa 130 000 Paare in einer rund 20 qkm großen Kolonie brüteten, kehren die Schneegänse im letzten Maidrittel zurück. Balz und Paarung sind abgeschlossen, und es wird sofort mit Nestbau und Eiablage begonnen.Die Nester stehen in kleinen, gescharrten Nestmulden, die mit vorjährigen Halmen und Flechten, später dann dick mit Dunen ausgelegt werden. In den meisten kanadischen Kolonien erfolgt die Eiablage zwischen dem 5. und 25. Juni, also in einer extrem engen Zeitspanne.Die Vollgelege enthalten gewöhnlich 4 - 6 weiße, schwach glänzende Eier. Die Brutdauer beträgt 23 Tage. Während die Familien in den ersten Tagen in der Kolonie äsen,scharen sich die Gössel etwa nach einer Woche zu Trupps zusammen und siedeln mit den Altvögeln zu den Äsungsplätzen, in Gewässernähe über. Hier erfolgt im Juli die kaum einen Monat dauernde Schwingenmauser der Altvögel.Gegen Mitte August erlangen diese mit ihren Jungen die Flugfähigkeit. Ende August erfolgt die Abwanderung in die Wintergebiete,
die für die kanadischen und sibirischen Brutvögel fast ausschließlich in Kalifornien und Louisiana liegen. In den Marschen des ausgedehnten Mississippi - Deltas und entlang der Golfküste von Texas treffen die Scharen ab Oktober, vor allem im November
ein und verlassen diese gegen Ende Februar.

Nahrung in der Natur:
Sie besteht in den Brutgebieten aus arktischen Gräsern und Kräutern, örtlich bildet die Segge die Hauptfutterpflanze. Im Winterquartier streifen die Gänse die Samen der Gräser ab, graben Wurzelstücke und Rhizome von Binsen aus und äsen auf Ackerflächen und Weiden.

Haltung und Zucht :
Später als andere amerikanische Gänsearten gelangte die Schneegans kurz vor der Jahrhundertwende nach Europa. Vermutlich war es anfangs die Nominatform mit ihrer blauen Farbvariante. Die atlantische Unterart wurde mit Sicherheit ab 1914 nach Westeuropa gebracht. Auch die heutigen Gehegevögel dürften überwiegend Kleine Schneegänse sein, doch ist dem Züchter eine Rassenzuordnung nur begrenzt möglich.
Schneegänse sind robust anspruchslos und verträglich; ihre Überwinterung ist im Freien möglich, das Zuchtgehege sollte jedoch eine Grasnarbe aufweisen. Die Bastardierungsneigung mit anderen Gänsarten ist unter nichtverpaarten Tieren relativ hoch. Unmittelbar nach dem Erstimport gelang dem Holländer BLAAUW eine Zucht mit blauem Ganter und weißer Gans. Auch heute gehören Schneegänse zu den leicht züchtbaren Gänsearten. GRUMMT berichtet von zwei weiblichen Schneegänsen, die während der Flügelmauser 1961 auf der Wrangelinsel gefangen wurden und 1962 bereits je 4 Eier legten, aus denen 7 Junge aufwuchsen. Als Jungvögel zusammengestellte Paare werden fast ausschließlich im 2.oder 3. Lebensjahr fortpflanzungsaktiv. In Hütten, in vorbereiteten Nestgruben, im Schutze von Gebüsch oder auf Teichinseln erfolgt die Eiablage. Im Wildfowl Trust wurden 28 Gelege zwischen 16.4.und 14.5., davon 19 zwischen 24.4.und 3.5. begonnen. Diese Zeitspanne trifft für 19 Gelege in Seewiesen, Oberbayern, bereits für den Brutbeginn zu. Da kaum Nachgelege zu erwarten sind, sollte der Züchter Brut und Kükenbetreuung den Eltern selbst überlassen. Die Gössel schlüpfen etwa mit 70 g, sind robust wie ihre Eltern und enorm schnellwüchsig. Wildvögel, die im arktischen Sommer Tag und Nacht Nahrung aufnehmen können, beginnen ab 35. Tag mit den Flugübungen uund sind zwischen 42. und 50. Tag flugfähig. Etwa mit 12 Wochen beginnt die Umfärbung in das Alterskleid. Den Gösseln ist eine ausreichende Weidemöglichkeit zu bieten, so daß nur eine begrenzte Zusatzfütterung erforderlich ist.