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Lebensweise: Das Gros aller Saatgänse bilden die Tundraformen, deren Brutplätze im Bereich der Flechten - , Moos - , und Strauchtundren liegen. Hier nisten sie auf erhöhten, aber doch sumpfigen Stellen, entlang der Flußniederungen und auf trockenen, felsigen Schotterfeldern oder an steilen Uferfelsen. Die Waldformen besiedeln Moore, breite Flußniederungen mit Altwässern und Schilfinseln sowie Waldsümpfe. Die am südlichsten beheimateten Unterarten sind vorwiegend Gebirgsvögel. Die Ankunft an den Brutplätzen erfolgt in den Taigagebieten bereits Ende April; die Tundrasaatgänse treffen als erste Rückzügler oft schon Mitte Mai ein, wenn die Tundra noch von Frost und Schnee beherrscht wird.Offenbar beginnen die Saatgänse nicht in der Eile anderer arktischer Vögel mit dem Nestbau, sondern streunen in kleinen Gruppen umher, in denen es gelegentlich zu Balzspielen oder Paarungskämpfen unter den Männchen kommt. Die Nester werden an trockenen Plätzen zwischen kurzer Tundravegetation, an kleinenSträuchern oder Büschen und im Röhricht angelegt. Die Eiablage beginnt in der Tundra Mitte Juni, in der Taiga bis zu einem Monat früher. Die Vollgelege enthalten 5 - 7 blaßgelbliche Eier. Die Brutdauer beträgt 27 - 29 Tage. Bei Gefahr drücken sich beide Partner mit ausgestrecktem Hals flach auf den Boden. Nach dem Schlüpfen der Gössel halten sich die Familien anfangs abgesondert von anderen Trupps auf, schließen sich aber mit Beginn der Flügelmauser der Altvögel um die Juli - August - Wende zu größeren Verbänden zusammen. Nichtbrütende Gänse beginnen im Juni zu mausern, ein Teil von ihnen unternimmt offenbar einen Mauserzug zur Südinsel von Nowaja Semlja. Der Herbstzug der nördlichen Populationen beginnt ab Ende August, die südlicheren verlassen im September, Anfang Oktober ihre Brutgebiete. Die Herbst - und Wintermonate verbringen die Saatgänse auf Weide - und Ackerbaugebieten, aber auch in sumpfigen Steppen oder in Niederungen nahe der Küste. Hier erfolgt die Neuverpaarung der Jungvögel, die im zweiten, vielleicht auch erst im dritten Lebensjahr fortpflanzungsfähig werden. Nahrung in der Natur: Überwiegend pflanzlich, sie besteht im Sommer fast ausschließlich aus Gräsern und Kräutern, im Herbst kommen viele Beeren, besonders Moos - und Rauschbeeren , örtlich auch Bohnen hinzu. Die Nahrung mecklenburgischer Winterpopulationen setzt sich nach SCHRÖDER wie folgt zusammen: Rhizome der Quecke 30%, Getreide von Stoppelfeldern 14%, frisch gedrilltes Saatgetreide 13,8%, Kartoffeln 13,4%, Schachtelhalm 8%.
Haltung und Zucht: Alljährlich gelangen überwinternde Saatgänse in die Hände des Menschen und werden somit in vielen Zoos, weniger häufig von Züchtern gepflegt. Haltung und Ernährung bieten keine Schwierigkeiten. Selbst unter ungünstigen Bedingungen (z.B. fehlende Weidefläche) bleiben sie jahrelang in Form. Zu erfolgreichen Zuchten kommt es gelegentlich in Zoos und Vogelparks, kaum in Privatanlagen, wo die Saatgans zugunsten attraktiverer Gänsearten vernachlässigt wird. In Gehegen aufgewachsende Tiere sind nicht weniger fortpflanzungsbereit als Zwerg - oder Bläßgänse, auch unterscheiden sich Brut und Aufzucht nicht von jenen Arten. Im britischen Wildfowl Trust werden die Westliche Saatgans, und die Tundrasaatgans regelmäßig gezüchtet. Die Eiablage erfolgt dort zwischen 14. April und 16. Juni, meist zwischen23. und 27 April. Im Sommer 1975 wuchs erstmals ein Küken der ostasiatischen Tundraform auf. Da die Brutgebiete der Saatgänse breite Überlappungen zwischen den einzelnen Unterarten aufweisen, gibt es bereits unter natürlichen Bedingungen umfangreiche Mischpopulationen, die eine sichere Bestimmung der Rassenzugehörigkeit sehr erschweren.
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