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 Rotschnabelpfeifgans
Rotschnabelpfeifgans Bild
Rotschnabelpfeifgans Karte

Lebensweise:
Die Rotschnabelpfeifgänse bewohnen vegetationsreiche Flachseen, Flußarme und Teiche in der Ebene, besonders solche in Waldgebieten, meiden aber auch die Gewässer der Kultur - und Graslandschaft nicht. In fast allen ökologisch günstigen Biotopen ihres Verbreitungsgebietes sind sie häufige Brutvögel. Die an der Nord -und Südperipherie beheimateten Populationen sind Zugvögel. Die in Texas brütenden Tiere kehren im April zurück und verlassen dieses Land im frühen November, einzelne überwintern. Als Brutbiotope werden gern Gewässer mit alten, abgestorbenen Bäumen, die direkt im oder am Wasser stehen, aufgesucht. Nach BOLEN (1964) brüten in Texas von 420 untersuchten Brutpaaren 88% in einem derartigen Geländetyp. Die Eier werden hier ausschließlich in großen Baumhöhlen abgelegt, wobei auch Nistkästen gern bezogen werden. Bei einem großen Nisthöhlenangebot kann es sogar zu lockeren Koloniebildungen kommen. In anderen Gebieten befinden sich jedoch die meisten Gelege gut getarnt in der Bodenvegetation, manchmal auch in nicht besetzten Greifvogelnestern. Die Brutzeit beschränkt sich im Norden auf die Monate Mai bis Juni/Juli, in den Tropen nimmt sie einen wsentlich längeren Zeitraum ein. Die Nisthöhle wird von beiden Partnern inspiziert. Die Eiablage erfolgt täglich, die Vollgelege bestehen aus 12 - 16 weißlichen Eiern. Die Brutdauer beträgt 27 - 28 Tage, beide Partner brüten. Eine Dunenauspolsterung erfolgt nicht. Als eine Besonderheit für diese Art führt BOLEN an, daß in günstig gelegende Höhlen sehr oft mehrere Weibchen gleichzeitig legen.In diesen sogenannten “dump - nests” wurden bis zu 38 Eier gefunden. Die Jungenführung erfolgt durch beide Eltern. Dem großen Geselligskeitstrieb zufolge scharen sich die Rotschnabelpfeifgänse nach vollendeter Brut bald wieder zu lockeren Flügen zusammen. Tagsüber nur wenig aktiv, streichen sie nachts umher und unternehmen Futterflüge nach nahegelegenden Feldern. Hierbei lassen sie ihre laute, pfeifende Stimme hören.

Nahrung in der Natur:
Sie besteht nach BOLEN und FORSYTH (1967) in Südtexas zu 92% aus Vegetabilien wie Getreide, Gräser und Wildhirse und zu 8% aus Kleintieren, vorwiegend Mollusken und Insekten.

Haltung und Zucht:
Annähernd häufig wie die Witwenpfeifgans wird die Rotschnabelpfeifgans seit Mitte des 19. Jahrhunderts in europäischen Zoos gehalten. Wohl zu jeder Zeit wurde überwiegend die südliche Form importiert, die auch heute noch leichter züchtbar ist als die nördliche.
Rotschnabelpfeifgänse sind temperaturempfindlicher als andere Pfeifgänse und relativ streitsüchtig. Ihre Pflege empfiehlt sich in großen Anlagen.
Die dürftigen Zuchterfolge bis nach 1960 sind ohne Zweifel auf die bis zu der Zeit nicht möglichen Geschlechtsbestimmungen zurückzuführen. Heute können durch Kloakentests gezielt Paare zusammengestellt werden, die meist eine große Nachkommenschaft erzeugen. Die Eiablage erfolgt in Nistkästen; Legebeginn im Wildfowl Trust von der südlichen Form ab 20.März, von der nördlichen selten vor Mitte Mai. Nachgelege sind die Regel.
Die Kükenaufzucht, mit Eltern oder unter der Wärmelampe, bereitet keine Probleme.Die befiederung beginnt am 21.Tag an Schultern und Flanken und ist mit   50 - 56 Tagen im wesentlichen abgeschlossen. Etwa mit 60 Tagen sind die Junggänse flugfähig. Bald danach färben sich der Schnabel und die Füße rötlich. Die Geschlechtsreife tritt gegen Ende des zweiten Lebensjahres ein.