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Lebensweise: Während CASARES noch die Häufigkeit der Rotkopfgans für Feuerland betont und von einer Masseninvasion überwinternder Tiere 1909 in der Provinz Buenos Aires berichtet,wird seit 1950 ein rapider Rückgang, vermutlich durch ständiges Absammeln der Eier (das eigentlich der Magellangans als Nahrungskonkurrent der Schafe gilt) und den primär zur Kaninchenbekämpfung ausgesetzten Füchsen beobachtet. Die Feuerland - Population wird 1980 auf weniger als 1 000 Tiere geschätzt. Häufiger ist die Gans in einigen Gebieten der Falklandinseln , nach KEAR und WILLIAMS (1978) sind es hier mehr als 40 000 Individuen. Im August und September lösen sich die aus dem Winterquartier kommenden Schwärme auf, die einzelnen Paare verteilen sich über die Brutreviere. Bei der Revierabgrenzung kommt es zu heftigen Kämpfen zwischen den Gantern. Als Brutbiotope werden grassteppenartige Hochebenen oder flachwelliges Gelände in Wassernähe besiedelt. Auf Feuerland brüten sie zwischen den Magellangans - Revieren, die Nester der Rotkopfgans sind dann an den zimtfarbigen Dunen kenntlich. Die Nester stehen im Schutze kräftiger Büschelgräser, zwischen Felsgestein oder unter flachen Büschen. Ablage der 5 - 8 glänzend rahmbraunen Eier zwischen Ende September und Anfang November. Die Brutdauer beträgt 30 Tage. Nach dem Schlupf der Gössel äsen die Familien auf feuchteren Wiesenabschnitten, wo zartere Gräser wachsen und wo bei Gefahr das Wasser aufgesucht werden kann. Die Winterschwärme verweilen auf den Grasflächen der kalten, niederschlagsarmen Pampas oder auf den Äckern und Weiden der Provinz Buenos Aires.
Nahrung in der Natur: Sie besteht aus Blattspitzen der Gräser und Kräuter, zu einem großen Teil aus Samenkapseln und ausgegrabenen Wurzelstöcken und Rhizomen.
Haltung und Zucht: Die Rotkopfgans ist die kleinste der Spiegelgänse. Sie gelangte ab 1860 in den Zoo London, wo sie bereits 1865 und 1887 regelmäßig gezüchtet wurde.Für den Berliner Zoo wird sie 1872 erstmals genannt. In den 30er Jahren hat BLAAUW, Holland, mit seinen Nachzuchttieren die Mehrzahl der europäischen Zoos und Privatanlagen beliefert. Nach 1950 gelangten wiederholt Rotkopfgänse von den Falklandinseln nach Westeuropa, u. a. in den Wildfowl Trust, wo sie seit 1957 erfolgreich - obgleich weniger als die Graukopfgans - vermehrt wird. In der ehemaligen DDR sind der Tierpark Berlin sowie einige Züchter im Besitz einzelner Paare; Erstzucht durch Sturm, Sebnitz 1972. Obgleich die kleinen Rotkopfgänse andere Gänsearten weniger lebensgefährlich bedrängen können wie z. B. die Magellangans, sollte Zuchtpaaren ein abgrenzbares Brutrevier, zweckmäßig ein geräumiges Einzelgehege, geboten werden. Eine gesunde Grasnarbe benötigen die Tiere ebenso wie ein gehaltvolles Mischfutter (Körner allein sind unzureichend). Niedrige Temperaturen schaden ihnen weniger als naßkaltes Winterwetter. Rotkopfgänse werden gegen Ende des 3. Lebensjahres geschlechtsreif. Eiablage (im Wildfowl Trust zwischen 25.3. und Mitte Mai, meist im April) in Hütten oder ähnlich vorbereiteten Nestern. Nachgelege sind zu erwarten,wenn die Eier des ersten Geleges entfernt wurden. Den heranwachsenden Gösseln muß eine gute Weidemöglichkeit geboten werden.
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