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Lebensweise: Als Brutbiotop bewohnen die Rothalsgänse ein welliges Gelände, dessen Hügel kaum höher als 15 m sind, stellenweise jedoch bis 30 m erreichen. In der Nähe von Wasserläufen ist die Tundra indes ziemlich zerklüftet, Steilhänge treten auf, die aus grauen Lehm - , Sand - und Kiesschichten zusammengesetzt sind. Zahlreiche Seen, Flußarme und kleine Wasserlachen sind in die Tundra eingebettet. In den südlichen Teilen des Brutareals gibt es noch spärliche Erlen, häufiger sind strauchwüchsige Weiden und Zwergbirken. Die tiefer gelegenen Tundrateile sind sumpfig und mit Wollgras und Binsen bewachsen. Erst wenn der meiste Schnee getaut ist, die Gewässer eisfrei sind und die neue Vegetationsperiode des Wollgrases begonnen hat, kehren die Rothalsgänse um den 10. Juni an ihre Brutplätze zurück. Im Gegensatz zu den anderen in der Tundra lebenden Gänsearten meiden sie die in den Niederungen gelegenen Sümpfe und halten sich fast ausschließlich in den höherliegenden Tundrateilen auf. Hier nisten die Rothalsgänse an zerklüfteten Steilhängen entlang der Gewässer. Die Nester stehen gewöhnlich in lockeren Kolonien von 5 - 7, selten bis zu 30 Stück auf Terassen und Absätzen von steil abfallenden Uferböschungen. Fast immer befinden sich in deren unmittelbarer Nähe Greifvogelnester. Nach USPENSKI wird die Besiedlung eines Gebietes durch die Rothalsgans von der Verteilung und Siedlungsdichte der Greifvogelreviere bestimmt. Um den 20. Juni haben die meisten Paare bereits ein volles Gelege, das aus 3 - 6, selten bis 9 hellgrünen Eiern besteht. Die Brutdauer beträgt 24 - 26 Tage. Etwa Mitte Juli schlüpfen die Junggänse,und schon Ende Juli beginnen die Altvögel mit der Schwingenmauser; nichtbrütende Tiere mausern bereits Ende Juni. Um den 20. August sind Alt - und Jungvögel voll flugfähig. In großen Scharen setzt in der ersten September - Dekade der Abzug entlang der Niederungen von Ob, Irtysch, Tobol und Jenisei ein. Neben den altherkömmlichen Überwinterungsplätzen entlang der westlichen Kaspi - Küste und am Aralsee überwintern seit Mitte der 60er Jahre Rothalsgänse zunehmend in der rumänischen Dobrudscha ( 3 000 - 4 000) und an der bulgarischen Schwarzmeerküste (Januar 1980 16 000). Die Gesamtpopulation umfaßte nach USPENSKI in den 50er Jahren etwa 50 000, heute um 30 000 oder weniger.
Nahrung in der Natur: Im Brutgebiet vorwiegend Süßgräser,spez.Wollgras - Arten, im Winterquartier neben kurzen Weidegräsern Strandsimsen, Queller und Wintergetreide.
Haltung und Zucht: Während noch um 1960 zahlreiche Rothalsgänse aus der Sowjetunion nach Westeuropa exportiert wurden, steht die Art seit 1978 als vom Aussterben bedroht im Rotbuch der Sowjetrepublick,wird nicht mehr gejagt und für den Tierhandel gefangen; sie unterliegt dem Ausfuhrverbot des Washingtoner Artenschutzabkommens. Nach einer ungewöhnlich langen Eingewöhnungszeit begannen einige Wildfangpaare in den 60er Jahren zu legen. Die Mehrzahl der heutigen Gehegevögel sind gezüchtet. Die Welterstzucht gelang 1926 in Woburn, England. KOLBE schreibt über seine Zuchterfahrungen mit Rothalsgänsen: Im Dezember 1974 erwarb ich zwei Jungtiere, die bis zum Herbst 1975 das Alterskleid durchmauserten.Über Winter 1975/76 erhielt der Ganter eine Halsmähne, und bis 1978 schienen beide größer und kräftiger geworden zu sein. Eine erste Begattung wurde im Mai 1975 beobachtet (Verlobung) , 1976 und 1977 zeigte sich das Paar brutverdächtig (Weibchen mit Legebauch, Begattungen, Revierverteidigungen) .Ab April 1978 beide erneut paarig, Erpel ruft häufig und vertreibt Zwerggänse aus dem Brutrevier, dem äußeren Rand einer Gebüschgruppe; seit Anfang Mai Weibchen mit starken Legebauch. Ablage von 7 Eiern zwischen 11. und 20. Mai (nur 3 m neben der legenden Zwerggans); Beginn des Nachgeleges am 29.5 mit 5 Eiern. Acht Küken schlüpften und entwickelten sich wie folgt: Schulter - und Flankenfedern entfalten sich am 16. und 17. Tag, Schwingen und Schwanz ab 18.. Mit 3 Wochen war die Unterseite und mit 6 der gesamte Vogel befiedert, einen Monat später waren die Junggänse in etwa erwachsen. Umfärbung in das Alterskleid ab September (Teilmauser). Während die Befiederung schneller als bei Zwerggänsen verläuft,erfolgt die Mauser in das Alterskleid wesentlich langsamer.Eine Geschlechtsbestimmung war bei diesen Tieren nur durch den Kloakentest möglich.
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