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Lebensweise: Rostgänse bewohnen die innerasiatischen Steppen - und Wüstenzonen und besiedeln dort vornehmlich flache, salzhaltige Seen und Lagunen auf trockenen, leicht welligen oder hügeligen Hochplateaus, weniger in Niederungen oder gar versumpften Süßwassersenken. Im Altai nisten sie noch in Höhen von 2 400 m, in Tibet werden sie bis in 5 000 m Höhe in den Quellgebieten der südostasiatischen Ströme brütend angetroffen. Nichtbrütende Rostgänse halten sich auf Schotterbänken an Flüßen und Seen, oft auch weit entfernt vom Wasser in der Steppe auf. GROTE schreibt: “Es mutet seltsam an, ihr Geschrei in den fast wasserlosen Wüstenbergen zu hören.” Mit der Schneeschmelze kehren die einzelnen Paare in die Brutheimat zurück und beziehen wenig später ihre relativ großen Nistreviere, aus denen jede fremde Rostgans wütend vertrieben wird. Die Nester befinden sich in den meisten Gegenden in Felsspalten, zwischen oder unter Gestein und in den Erdröhren großer Steppensäugetiere.Nicht selten fand man sie auf schmalen Terrassen steiler Hänge neben den Horsten von Geiern, Adlern und Raben und in den Steinbauten verlassener Kirgisensiedlungen, seltener in Baumhöhlen oder unter dichtem Gebüsch. GROTE berichtet von einem Nest, das 8 - 9 km vom nächsten Gewässer entfernt errichtet war. Die Ablage der 8 - 11, teils bis 16 glattschalig weißen Eier erfolgt in einzelnen klimatisch günstigen Gebieten Ende März, Anfang April, meist jedoch im Mai.Die Brutdauer beträgt 28 - 30 Tage. Das Weibchen brütet allein, der Ganter wacht währenddessen in Nestnähe, in den Brutpausen fliegt das Paar gemeinsam zur Nahrungsaufnahme. Sobald die Gössel geschlüpft sind, werden sie von beiden Eltern zum Wasser geführt und in dessen Nähe aufgezogen. Nach beendeter Mauser der Altvögel beginnen die Familien ab Mitte August weiter umherzustreifen. Im September verlassen die meisten Populationen die Brutheimat und ziehen nach Süd - und Südostasien ab. Während des Herbstzuges kommt es in der Osttürkei und entlang der Südküste des Kaspi zu Schwarmbildungen von mehreren Tausend Tieren.
Nahrung in der Natur: Die der Erwachsenden besteht überwiegend aus Grünteilen und Samen von Kultur - , Steppen - , Litoral - und Wasserpflanzen, während die Küken bevorzugt Kleinlebewesen (Heuschrecken, Salinekrebschen) aufnehmen.
Haltung und Zucht: Rostgänse waren bereits im alten Ägypten und Griechenland als Ziervögel bekannt, dennoch gelangten sie erst 1850 in den Londoner und 1861 in den Berliner Zoo. Heute gehören sie mit zu den populärsten Wasservogelarten in Zoos, auf Parkgewässern und in den Zuchtanlagen. Die robusten, winterharten Rostgänse sind anspruchlose Pfleglinge und leicht zu züchten, sie sind jedoch sehr streitsüchtig und können nur bedingt in Gesellschaftsgehegen Unterbringung finden. Ihr Drang, das Brutrevier von allen weiteren Wasservögeln frei zu halten, führt zwischen Paarungszeit (Dezember/Januar) und Vollmauser (Juni) zu heftigen Beißereien. Von Züchtern werden die Rostgänse in Einzelgehegen, in Zoos auf Stelzvogelwiesen oder als Nebenbesetzung von Säugetiergehegen untergebracht. Obgleich alle Kasarkas gerne äsen, können sie auch ohne Grasnarbe gut auskommen. Ein Schutzraum ist nur für Kleingehege erforderlich. Eine zweite Wesensart ist das laute, unmelodische Rufen der Weibchen, besonders zur Paarungszeit, das bis zu Ruhestörungen für die Nachbarn führen kann. Die Zucht gelingt mit den meisten Paaren. Ab März, meist April, legt das Weibchen in zweitägigen Abständen bis zu 10 (selten mehr) Eier in großen Nisthöhlen, Hütten oder im Schutzraum ab und brütet, sofern es sich sicher fühlt und nicht beunruhigt wird, fest und zuverlässig. Die Küken lassen sich durch die Eltern, von Ammen (Hennen) oder unter elektrischer Wärmequelle leicht aufziehen. Prägungen zum Ammentier oder zu artfremden Küken sind stets oberflächlich und lösen sich mit dem Flüggewerden. Die Befiederung junger Rostgänse beginnt in der 3.Woche an Schultern und Flanken, mit 7 bis 8 Wochen sind sie flugfähig und mit 8 bis 9 Wochen etwa erwachsen, danach setzt die Jugendmauser ein. Die geschlechtliche Reife tritt im 2.Jahr ein. Die Bastardierungsneigung zur Nilgans und den anderen Tadorna - Arten ist relativ hoch.
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