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 Paradieskasarka
Paradieskarsaka Bild
Paradieskarsaka Karte

Lebensweise:
Ursprüngliche Biotope der Paradieskasarka waren Bergströme, von Altbäumen gesäumte Flußläufe,Seen und Küsten. Heute als Kulturfolger auf Weideflächen ansässig, die durch Waldrodungen noch erweitert werden. Trotz des starken Jagddruckes, der gebietsweise zu rückläufigen Bestandsentwicklungen führte, ist diese Art insgesamt nicht gefährdet, sondern bildet zunehmend stärkere Populationen.
Während der Brutzeit werden Teiche und Seen (oftmals kleine Staubecken) innerhalb des Weidegebietes bewohnt. Wie Mc ALLUM in einem Wiesengelände nachwies, ist das Vorhandensein älterer Baumgruppen in nicht zu großer Entfernung vom Wasser für die Ansiedlung der Brutpaare von dominierender Bedeutung. Reine Waldteiche werden gemieden. Die Brutsaison ist im allgemeinen auf die Monate August bis Dezember beschränkt. Da die Kasarkas zur Fortpflanzungszeit unter Artgenossen sehr streitsüchtig sind, werden kleinere Seen meist nur von einem Paar bewohnt.
Die Eiablage erfolgt vorzugsweise in hohlen Bäumen in 3 - 8 m, teils auch in über 10 m Höhe. WILLIAMS berichtet von zahlreichen Gelegefunden in hohlen Stubben als Überbleibsel der gerodeten Wälder. Auch soll ein großer Teil der Nester nach OLIVER gut getarnt in der Bodenvegetation oder zwischen Felsgestein errichtet werden. Die Gelege bestehen aus 6 - 11 cremefarbenen Eiern. Die Brutdauer beträgt 30 Tage. Die Küken werden unmittelbar nach dem Trockenwerden von beiden Eltern auf das Wasser geführt. Bei Gefahr sucht die Familie in den ersten Wochen die freie Wasserfläche auf, während sich bereits befiederte Jungvögel gut in der Ufervegetation zu verstecken wissen. Die Verluste auf den Wiesenteichen sind bei den Küken relativ gering, die Paare bringen 3 - 10, durchschnittlich 6 Junge bis zur Erringung der Flugfähigkeit. In den ersten Monaten des Jahres erfolgt bei den Altvögeln die Vollmauser. Hierzu beziehen die Paradieskasarkas Mauserplätze (Seen im Bereich der Brutgebiete meist mit Sandbänken oder Felsufern), auf denen sie sich zu Scharen von mehreren hundert Exemplaren zusammenfinden. Außerhalb der Brutzeit und nach der Mauser streichen sie nur unweit umher und besuchen in diesen Monaten auch die Küstengebiete. Ein Teil der Jungvögel wird ab 2. Jahr, die übrigen ab 3. Jahr brutaktiv.

Nahrung in der Natur:
Sie besteht vorwiegend aus Gräsern und zarten Kräutern, die auf den Wiesen geäst werden; ferner aus Wasserinsekten, Mollusken und Crustaceen. Während des Aufenthalts an der Küste überwiegt die tierische Nahrung. Die Küken nehmen zu Anfang kleine Wasserlebewesen auf. Mit zunehmenden Alter werden sie von den Eltern auf die Wiesen geführt.

Haltung und Zucht:
Paradieskasarkas werden schon seit über hundert Jahren in Europa gehalten und gezüchtet, doch bis heute gehören sie zu den selternen Ziergänsen. Der Berliner Zoo pflegte sie seit 1869 und hatte bereits 1871 erste Zuchterfolge.
Trotz ihrer subtropischen Herkunft sind die Paradieskasarkas winterhart, ihre Pflege empfiehlt sich auf geräumigen Gesellschaftsanlagen wie in Einzelgehegen. Fortpflanzungsinaktive Tiere sind voll verträglich, dagegen bedrängen die Ganter der Brutpaare etwa ab Februar (Beginn der Balz) die Gehegemitbewohner, speziell andere Gänsevögel. Als Niststätte dienen Hütten, auch solche innerhalb eines Raumes, Nistkästen und Erdhöhlen. Eiablage ab Mitte März, meist in der ersten Aprilhälfte, im britischen Wildfowl Trust zwischen Mitte April und Mitte Mai in 48stündigen Intervallen. Die Küken sind in der ersten Zeit wärmebedürftiger als Brand - oder Graukopfkasarka - Küken, so daß sich bei ungünstiger Witterung eine Aufzucht unter technischer Wärmequelle empfiehlt. In der Anlage von KOLBE begannen die Küken erst mit 27 Tagen die Schulter - und mit 29 - 30 Tagen die Flanken und Bauchbefiederung; 7 Wochen alte Junggänse waren im wesentlichen befiedert, während die Schwingenentwicklung etwa mit 9 Wochen beendet war.Unmittelbar danach setzte die Umfärbung in das Alterskleid ein; bei 3 Monate alten Weibchen sind Kopf und Hals überwiegend weiß, bei den Gantern schwarz, mit 4 - 5 Monaten ist die Kleingefiedermauser abgeschloßen. Danach (bis zur Schwingenmauser im Sommer) sind die Jungen an den hellgrauen statt weißen Flügeldecken von den Erwachsenden zu unterscheiden. Die geschlechtliche Reife tritt mit 2 Jahren ein, Zuchterfolge oft erst ab 3. Jahr.