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 Orinocogans
Orinokogans Bild
orinocogans.k

Lebensweise:
Orinocogänse sind reine Tropenvögel, deren Hauptvorkommen die tropischen und subtropischen Urwaldgewässer in den Einzugsgebieten von Amazonas und Orinoco darstellen. In den höheren Andenregionen und in Küstennähe fehlen sie völlig, und nur in wenigen Arealen sind sie wirklich häufig. Ihre Lebensräume bilden Kies - und Geröllbänke entlang der Flußläufe, aber auch Lagunen und Sumpfniederungen, sofern diese von Wald umgeben sind. Orinocogänse erweisen sich als reine Standvögel. Während der längsten Zeit leben sie paarweise und in streng abgegrenzten Brutrevieren. Zu Beginn der Fortpflanzungsperiode wird sehr intensiv, auffällig und lange gebalzt. Die 6 - 10 blaßbraunen, cremefarbenen oder schwach grünlichen Eier
kommen in Baumhöhlen zur Ablage. Die Brutdauer beträgt 30 Tage. Die Nestunterlage wird mit Dunen ausgepolstert. NIETHAMMER beobachtete im September an den Flußläufen Boliviens mehere Familien mit gut befiederten Jungen. Demzufolge müßte die Brutperiode innerhalb der Trockenzeit liegen. Nach beendeter Brut und Mauser finden sich die Orinocogänse auf den Uferbänken zu kleinen Trupps von 5 - 20 Exemplaren zusammen.

Nahrung in der Natur:
Sie enthält neben Vegetabilien einen beträchtlichen Anteil tierischer Substanzen wie Wasserinsekten, Mollusken und Würmer.

Haltung und Zucht:
Die ersten Orinocogänse gelangten 1830 in den Zoo London. Seitdem erfolgten, wenn auch in weiten Abständen und stets in kleiner Anzahl, wiederholt Importe von Wildvögeln nach Europa. Nach 1960 lebten einzelne Paare in fast allen großen Zoos
und Vogelparks Westeuropas,in der ehemaligen DDR im Zoo Leipzig und Cottbus sowie im Tierpark Berlin. Relativ wenige Tiere befanden sich im Privatbesitz. WIENANDS, der nach 1970 wiederholt Orinocogänse aufzog,hatte viele Verluste unter erwachsenden Tieren, die auf Streßeinflüße zurückzuführen waren; er schreibt:
“Diese Gänse sind unverträglich, nicht winterhart und empfindlich - das ist ein Nachteil zu viel”.
Die Unterbringung von Zuchtpaaren erfolgt in großen, klimatisch günstig gelegenen Einzelgehegen (sonnige Lage, Windschutz) mit sauberer Grasnarbe und ausreichendem Badeteich. Ein gut temperierbarer, geräumiger Schutzraum und der zeitweilige Aufenthalt der Tiere im Freien ist erforderlich, um Orinocogänse in guter Kondition über den Winter zu bringen, denn ab Februar - März kann die Eiablage beginnen.
Erste Nachzuchten erzielte der Holländer BLAAUW um 1900 und 1920. Im Wildfowl Trust wurde die Art mit Wildfängen zwischen 1952 und 1960 sehr erfolgreich gezüchtet, über 80 Jungtiere wuchsen auf, 1954 wurden von zwei Weibchen 34 Eier gelegt, aus denen 28 Küken schlüpften, 22 von ihnen wuchsen auf. Dagegen erfolgten bis 1976 nur noch zwei Eiablagen, aus denen keine Küken schlüpften. Legebeginn jeweils in der zweiten Märzhälfte, einmal Mitte April. Der Zoo Leipzig importierte 1972 zwei Paare, die unkupiert in Volieren (6 x 8 x 3) untergebracht waren. Anfang Juli 1973 legte eines der Weibchen 7 befruchtete Eier ab und brütete dann selbst in einer gemauerten Nische etwa 2 m hoch. Es schlüpften 6 Küken, 3 davon zog das Weibchen auf. Ein Paar dieser Tiere übernahm der Zoo Cottbus. Dort legte die Gans im Februar 1976, also knapp dreijährig, 7 Eier in einer ca. 1,5 m hoch angebrachten Nisthütte ab,ein Jungtier wuchs auf. Die Nahrung der Alt - und Jungvögel muß sorgfältig ausgewählt sein und neben Grund - und Grünfutter reichlich tierische Bestandteile enthalten.