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Lebensweise: Die Brutplätze der Nonnengänse befinden sich auf schmalen - für den Polarfuchs nicht erreichbaren - Bändern und Vorsprüngen kahler Felsenküsten und steiler Hänge nahe Fjords und Seen innerhalb der arktischen Tundra. Die Nahrungsaufnahme erfolgt in den üppig bewachsenen Tälern. Bevorzugt wird in kleinen Kolonien von 8 bis 30 Paaren und in nächster Nähe von Großfalkennestern gebrütet, doch sind auch größere Kolonien und Einzelbruten sowie solche auf flachem Grasland bekannt. Um den 20. Mai treffen Gruppen festverpaarter Nonnengänse an den Brutplätzen ein.Unmittelbar danach werden die Nistmulden ausgescharrt und mit dem spärlich vorhandenen Pflanzenmaterial ausgekleidet. Eiablage Ende Mai und Anfang Juni. Vollgelege enthalten 4 - 6 grauweiße Eier. Während der 24 - 25tägigen Bebrütung wird das Nest mit Dunen und Konturfedern ausgelegt. Das brütende Weibchen und der in der Nähe wachende Ganter nehmen während dieser Zeit kaum Nahrung auf und magern deshalb stark ab.Die frischgeschlüpften Küken springen von den Felswänden herab, ein kleiner Teil soll von den Eltern im Schnabel oder im Rückengefieder herabgetragen werden. Die Familien verweilen 1 - 2 Wochen an nestnahen Gewässern und wandern dann zu den Fjordküsten ab, wo sich 10 - 15 Familien zu lockeren Scharen vereinen. Hier erfolgt während der Jungenaufzucht die Schwingenmauser der Altvögel, die mit ihrem Nachwuchs im August wieder flugfähig werden und Anfang September in die Wintergebiete abwandern.
Nahrung in der Natur: Sie besteht im Sommer aus jungen Blattspitzen verschiedener Süßgräser, Seggen, Hahnenfuß, Klee, Säuerling, ferner aus Moos und Blättern, Knospen und Kätzchen der Polarbirken und - weiden. Im Winter bilden kurze Weidegräser, Wintersaaten und in kleiner Menge Seegras und Algen die Nahrung.
Haltung und Zucht: Nonnengänse gehören mit den Kanadagänsen zu den häufig gehaltenen Meeresgänsen, denn sie sind anspruchslos, verträglich und robust. Nicht wenige Tiere werden bis 20 Jahre alt. Die in früheren Jahrzehnten auf den Tiermärkten angebotenen Nonnengänse waren oft Wildfänge, die sich in den Gehegen zwar schnell vertraut und wenig scheu zeigten, doch blieb ihre Brutaktivität gering oder setzte erst nach 8 - 10 Jahren ein. Zumindest in Privatsammlungen werden heute fast ausschließlich gezüchtete Tiere gehalten, die sich recht ergiebig und auch in Kleinanlagen fortpflanzen können. Andererseits bleibt auch von ihnen ein Teil brutinaktiv. Der Wildfowl Trust in Slimbridge hält in den letzten Jahren um 100 Altvögel (überwiegend flugfähig) in einem großen Freigehege. Auf einer wenig bewachsenen Halbinsel brüten die Weibchen nur in wenigen Metern Abstand voneinander. Als Nisthilfe bot man ihnen zwei im Winkel zusammengelegte, etwa 1 m lange Baumstämme. In der zum Hang hin entstandenen Mulde werden die meisten Nester angelegt. Beginn der Eiablage über 10 Jahre in Slimbridge zwischen 14.und 28., meist um den 25. April, in Pearkirk zwischen 27.4. und 11.5., meist um den 3. Mai. Brut und Kükenaufzucht erfolgen durch die Eltern. Die Befiederung beginnt an Schultern und Flanken am 13., der Oberschwanzdecken am 14. und der Unterseite am 17. Tag, die Handschwingen entfalten sich ab 14. Tag. Mit 6 Wochen sind die Junggänse flugfähig, noch bevor die Schwingen ausgewachsen sind.Die Geschlechtsreife tritt im dritten Lebensjahr ein.
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