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Lebensweise: Als bevorzugte Biotope werden baumbestandene Sümpfe in den Niederungen und die Mangrovenwälder der Küstenregionen beschrieben. Großräumige Abholzungen der Sumpfwälder, das starke Bejagen der Altvögel und das Wirken der eingeführten Mungos haben den Bestand auf den großen Inseln bereits vor Jahrzehnten arg dezimiert. BARBOUR (1923) fand die Art nur an wenigen, von Menschen dünn besiedelten Küstenabschnitten noch häufig an. BOND (1956) schreibt: “Auf Kuba und Haiti lokal verbreitet, auf Jamaika ziemlich häufig.” Nach KEAR und WILLIAMS (1978) lebt eine abnehmende, aber noch relativ stabile Population auf Kuba und Haiti; auf den Cayman - und einigen Bahama - Inseln existieren kleine, aber gesicherte Gruppen; auf Puerto Rico ist sie sehr selten; auf Jamaica wurden um 1960 die letzten Kubapfeifgänse beobachtet. Das “Red Data Book” (1977) führt die Art unter ”vulnerable”(verletzlich, in naher Zukunft vom Aussterben bedroht). In kleineren Gruppen leben die Kubapfeifgänse tagsüber ruhig und unauffällig in den Sumpfwäldern. Nachts unternehmen sie Nahrungsflüge zu den Palmenhainen in den Plantagen. Die traubenartigen Früchte der Königspalme bilden offenbar eine bevorzugte Nahrung. Die Brutzeit erstreckt sich über die Sommermonate Februar bis Oktober.Nester werden in der Bodenvegetation, auf epiphytisch wachsenden Bromelien und in Baumhöhlen gefunden. Die Gelege enthalten 10 - 14 stumpfpolig weiße Eier. Die Brutdauer beträgt 30 Tage. Eine Dunenauspolsterung der Nester erfolgt nicht, beide Partner brüten im Wechsel und führen auch gemeinsam die Jungen. Nahrung in der Natur: Untersuchungen freilebender Kubapfeifgänse liegen nicht vor:
Haltung und Zucht: Bereits 1750 gelangten die ersten Kubapfeifgänse in eine englische Privatsammlung, ab 1831 zeigte sie der Londoner Zoo,1869 wurden sie im Zoo Köln gezüchtet, und 1872 werden sie erstmals für den Zoo Berlin genannt. Auch in der Folgezeit war die Kubapfeifgans stets in europäischen Zoos, weniger in Privatanlagen vertreten. Seit 1977 steht diese Pfeifgans unter dem Artenschutzabkommen der Washingtoner Konvention, das einen Handel mit Wildvögeln verbietet und mit gezüchteten einschränkt. Kubapfeifgänse sind die robustesten unter den Dendrocynas. Mehr als die anderen Artenentfernen sie sich vom Wasser, so daß ihre Pflege bevorzugt in großen Gesellschaftsgehegen ähnlich wie die der nordischen Gänse erfolgen kann. Andererseits sind auch in Einzelgehegen gute Zuchterfolge zu erzielen, zumal die Aggressivität fortpflanzungsaktiver Tiere nicht zu unterschätzen ist. Überwinterung bei Frostgraden in einem Schutzraum, tagsüber Bademöglichkeiten im Freien bieten. Keine besonderen Futteransprüche. Ein großes Problem bot und bietet zum Teil auch heute noch das Erkennen der Geschlechter, zweifellos eine Ursache der “schweren Züchtbarkeit”. Nur ein Teil der Tiere zeigt morphologische Geschlechtsunterschiede (Größe, Kopfform etc.), selbst der Kloakentest, also das Herausdrücken des Penis, gelingt nur bei einem Teil der Erpel, am ehesten noch bei halbflüggen Jungtieren. Gut gepaarte Tiere können dagegen sehr produktiv sein. Die Eiablage erfolgt in Nistkästen (ab März, meist im Mai oder Juni) in 24stündigen Intervallen, 10 - 14 Eier sind die Regel, ein bis zwei Nachgelege sind keine Seltenheit. Das Nest wird nicht mit Dunen ausgelegt; beide Eltern sollen im Wechsel brüten , Doch ist KOLBE zumindest ein Paar bekannt, bei dem nur ein Partner brütete. Die wärmeliebenden Küken lassen sich mit den Eltern oder unter einer technischen Wärmequelle verlustarm aufziehen. Ihre Geschlechtsreife tritt gegen Ende des zweiten Lebensjahres ein.
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