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Die Kanadagans ist in 12 Unterarten aufgeteilt:
Atlantische Kanadagans helle Brust-und Bauchseite. In Europa eingebürgert Todds Kanadagans eingedunkelte Brust - und Bauchseite
Moffitts Kanadagans gesamter Rumpf relativ hell
Riesenkanadagans sichtbar größer als die Atlantische Kanadagans
Dunkle Kanadagans gesamter Rumpf dunkel, Körper wirkt schlank, auffällig dünnhalsig
Vancouver Kanadagans Rumpf sehr dunkel, durch schmale Federsäume fast einfarbig wirkend
Kleine Kanadagans mittelgroße Unterart, heller Rumpf
Taverners Kanadagans mittelgroß, etwas dunkler als die Kleine Kanadagans
Aleuten Zwergkanadagans Rumpf heller als die der Dunklen Zwergkanadagans, zum Teil mit weißen Halsring
Hutschins Kanadagans Rumpf sehr hell
Dunkle Zwergkanadagans insgesamt sehr dunkel
Bering-Kanadagans stets mit breitem weißen Halsring
Lebensweise: In biologischer Sicht unterscheiden sich die 12 Unterarten der Kanadagans kaum voneinander, die unterschiedliche geographische Lage ihrer Brutgebiete hatte jedoch die Herausbildung einiger spezieller Anpassungsformen zur Folge. Die Atlantische Kanadagans und mit ihr die Todds und Moffitts Kanadagans sind Charaktervögel der Binnenseen, Sumpf - und Flußniederungen der offenen Landschaft, besonders der Präriegebiete, und nehmen nach VOOUS dort die Stellung der paläarktisch verbreiteten Graugans ein, während die Zwergformen echte Tundrabewohner sind. Kanadagänse gehören mit zu den ersten Wasservögeln, die im Frühling nach Norden zurückwandern. Die am südlichsten überwinternden Populationen begeben sich bereits im Februar, andere im März und April auf den Rückzug. In V - Formation fliegend, rotten sie sich zu großen Scharen zusammen. Wenn die Kanadagänse auf ihren Brutseen eintreffen, sind sie verpaart und beginnen sehr bald mit dem Brutgeschäft. Die Nester werden bevorzugt auf grasbewachsenen Inselchen oder in Simsen - Beständen der Flachwasserzone errichtet. Weniger häufig befinden sich die Brutplätze auf trockenem Grund entlang der Ufer, an Dämmen oder gar auf Bäumen. Für die im Flachwasser stehenden Nester werden - ähnlich wie bei Graugans und Höckerschwan - Pflanzenteile aus der unmittelbaren Umgebung zu einem Nesthügel zusammengefügt, ansonsten wird eine Nestmulde gescharrt, die mit einigen Halmen, Stengeln und Dunen ausgelegt wird. Die Eiablage erfolgt in Nordost - Kalifornien hauptsächlich zwischen 25.März und 10.April, in Norddakota etwa ab Ende April, auf Labrador und Neufundland zwischen Ende Mai und Anfang Juli. Die Gelege bestehen aus 5-6 cremeweißen Eiern. Die Brutdauer beträgt bei der Atlantischen Kanadagans 28-30 Tage. Das Weibchen brütet allein, der Ganter hält sich in Nestnähe auf und verteidigt das Gelege bei drohender Gefahr. Nach dem Schlüpfen der Küken verlassen viele Familien ihren Brutplatz und ziehen sich in besonders ruhige Sumpfteile des Gewässers mit angrenzenden Weideflächen zurück. Gegen Ende der Aufzuchtzeit erfolgt die Vollmauser der Altvögel. Im August und September vereinen sich Alt - und Jungvögel bereits zu großen Scharen und beginnen umherzustreichen, die arktischen Brutvögel wandern in die Wintergebiete ab
Nahrung in der Natur: Sie besteht in den Sommermonaten neben Wiesengräsern aus Sumpf - und Wasserpflanzen, im Winter äsen die Kanadagänse auf Äckern und Wiesen.
Haltung und Zucht: Bereits 1678 wurden in England Kanadagänse auf Parkgewässern gehalten, und um 1785 waren sie vielfach gezüchtet und weit verbreitet. Die heute überall in Zoos, Parks und öffentlichen Anlagen gehaltenen Tiere dürften die Nachkommen britischer und schwedischer Wildvögel sein. Neben der Dunklen Zwergkanadagans, die vorrangig in Zuchtanlagen gehalten wird, sind erst in den letzten Jahrzehnten -s peziell durch den britischen Wildfowl Trust - die übrigen Unterarten importiert worden. Gegenwärtig erfährt die Dunkle Kanadagans zunehmend züchterisches Interesse .Der Wildfowl Trust besitzt etwa seit 1975 alle 11 Unterarten, der Tierpark Berlin seit 1978 7 Unterarten, darunter seit Jahren die Riesenkanadagans und seit 1977 die sehr seltene Aleuten - Zwergkanadagans. Für den Züchter ist nur bei einem Teil der Tiere die Bestimmung der Unterart möglich, zumal bei Gehegetieren stets mit Mischlingen zu rechnen ist. Doch sollten reine Formen unbedingt rein erhalten bleiben. Die Haltung von Kanadagänsen bereitet keine Probleme, sie sind robust und langlebig. Ihre Unterbringung erfolgt entsprechend der Größe der Unterart auf nicht zu kleinen Teichen mit angrenzender Grasfläche, die Überwinterung im Freien ist möglich. Als Futter bietet man Körner, pelettiertes Mischfutter und Grünzeug. Die Paarung erfolgt im ersten oder zweiten Lebensjahr, mit 22, häufiger mit 34 Monaten werden sie brutaktiv. Die Eiablage, bei den großen Formen ab Anfang März, erfolgt in Hütten, auf Inseln oder in vorbereiteten Nestern aus altem Röhricht, Stroh oder Grassoden. Brut und Jungenaufzucht übernehmen die Eltern mit Sorgfalt, während dieser Zeit können die Ganter recht bösartig sein. Die Gössel wachsen anfangs langsamer als die der hochnordischen Arten, etwa mit 50 Tagen haben sie ihr Jugendgewicht erreicht, und mit 63 Tagen sind sie flügge. Der Familienverband hält bis zum nächsten Frühjahr zusammen. Relativ groß ist die Neigung unverpaarter Kanadagänse, mit anderen Arten, speziell mit der Graugans, Ehen einzugehen.
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