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Lebensweise: Die Brutgebiete der Kaisergans konzentrieren sich auf die Deltaregionen der Flüße, die Küstenlinien des Festlandes und die vorgelagerten Inseln im Bering - und Eismeer. Allein auf der Yuikon - Halbinsel brüten 95% der 150 000 - 200 000 Individuen umfassenden Gesamtpopulation. In großen Scharen kehren die Kaisergänse in der zweiten Maihälfte, an den Eismeerbrutplätzen erst im Juni, zurück, wenige Tage später beginnen Nestbau und Eiablage. Die Paare sind untereinander streitsüchtig und behaupten ein großes Brutrevier. Nester werden in der höchsten Flutlinie der Küste zwischen Treibholz und aufgeschwemmtem Seetang sowie in der moorigen Tundra gefunden. Es sind kunstlose Bauten aus trockenen Pflanzenteilen, ausgelegt mit Dunen und einzelnen Konturfedern. Die Gelege bestehen aus 2 - 9, meist 4 - 7 mattweißen Eiern. Die Brutzeit beträgt um die 25 Tage. Während das Weibchen brütet, scharen sich die Ganter zu Trupps zusamman und verweilen in der Uferzone, bleiben jedoch in Nestnähe. Entgegen den starken Gelegen liegt die Zahl flügger Junggänse niedrig; beispielsweise aus 11 Eiern 2 - 3 Jungtiere. Gegen Ende Juli mausern die Altvögel. Während der Flugunfähigkeit betreiben die Eskimos eine umfangreiche Jagd auf diese Gänse,u.a.bedient man sich der altherkömmlichen Gänsepferchs. Die mausernden Gänse werden mit Booten umzingelt, auf Land gedrückt und dort in umzäunte Gehege - die Pferchs - getrieben, wo sie mühelos getötet werden können. Gegen Mitte August werden die alten Kaisergänse und mit ihnen ihre Jungen flugfähig. Der Abzug in die Wintergebiete beginnt Ende September. Auch in den Winterquartieren halten sich die Kaisergänse bevorzugt in der Litoralzone der Meeresküste auf.
Nahrung in der Natur: Sie besteht aus Mollusken, Crustaceen, Ringelwürmern und anderen Kleinlebewesen, die am Strand aufgelesen werden und nur im kleinen Maße aus Gräsern. Nach KITCHINSKI äsen die Brutvögel in den Moortundren vorwiegend Seggen.
Haltung und Zucht: Unter den Feldgänsen gehören die Kaisergänse zu den nicht so oft eingeführten Arten; sie wurden 1908 erstmals vom Londoner und wenig später für den Berliner Zoo erworben. BLAAUW, Holland, gelang 1915 die europäische Erstzucht, zu guten Erfolgen kam es ferner zwischen 1932 und 1940 in Cleres, Frankreich. Der britische Züchter JONES, Leckford, erhielt um 1950 Frischimporte aus Alaska und brachte sie bereits 1952 zur Fortpflanzung. Die Nachkommen jener Tiere bildeten das Gros der europäischen Gehegepopulation ,so daß die Kaisergans über zwei Jahrzehnte relativ gut züchtbar war, sich aber zunehmend Inzuchterscheinungen (viel unbefruchtete Eier, schlechter Schlupf) einstellten. Heute dürfte die Art genetisch durch Wildtiere wieder stabilisiert sein. Unterbringung vorzugsweise auf großen Auslaufgehegen mit gesunder Grasnarbe und nicht zu kleinem Teich, andererseits werden Kaisergänse auch in Kleingehegen mit eingesetztem Wasserbecken gezüchtet. Kaisergänse werden gegen Ende des zweiten Lebensjahres geschlechtsreif. Ein einzelnes Gehegepaar zeigt kein Balzverhalten und ist während aller Fortpflanzungsphasen voll verträglich. Lediglich das rastlose Suchen des Weibchens nach einem Nistplatz und der dicke Legebauch lassen auf ein baldiges Legen schließen. Die Eiablage erfolgt in Hütten und Ställen, auf Inseln, im Grase oder zwischen Seggenkaupen. Der Nestbau beginnt nach dem 1.oder 2. Ei ,verstärkt während der ersten Bruttage. Legebeginn ab letzer April - Dekade, meist Anfang Mai in 30 - 48stündigen Intervallen. Das Weibchen brütet ruhig und fest. Werden die Eier entfernt, ist im Juni ein Nachgelege zu erwarten. Die Aufzucht der relativ kleinen, unbeholfenden Küken erfolgt zweckmäßig mit einer Amme. In den ersten Tagen ist ein sauberer Rasen mit jungen Grasspitzen, ein gehaltvolles Mischfutter und wenig später reichlich Auslauf zu bieten. Die Küken sind tagsüber vor zu starker Sonneneinstrahlung und nachts vor zu starker Abkühlung zu schützen. Ihre Entwicklung wird wie folgt notiert: Beginn der Befiederung an Flanken und Schultern (16-18.Tag) , Bauch - , Schwung - und Schwanzfedern entfalten sich am 25.Tag, volle Befiederung mit 45 - 50 Tagen. Zwei Monate alte Tiere haben die Größe der Eltern und beginnen an Kopf und Hals mit der Umfärbung in das erste Alterskleid.
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