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Lebensweise: Hühnergänse bewohnen zur Brutzeit flache, mit kurzem Gras und etwas Gestrüpp bewachsene kleine Eilande. Einige von ihnen haben felsige Küsten, die meisten sind nicht vom Menschen besiedelt. Außerhalb der Brutzeit, in den australischen Sommermonaten November bis Februar, halten sie sich auf den Grasländereien und in den Niederungsgebieten anderer Inseln und der Küstenebene auf. Hühnergänse sind ausgesprochende Weidevögel, sie schwimmen nur, wenn es gilt, Feinden auszuweichen. Ihre Gesamtpopulation wurde Mitte der 70er Jahre auf 5000 bis 6000 Individuen geschätzt. Bereits ELYMANN berichtet, daß die Gänse auf dem Festland nur noch selten brüten, auf den Inseln aber unvermindert vorkommen. Infolge starker Bejagung bis um 1960 nahm der Bestand bedrohlich ab, danach setzten wirksame Schutzmaßnahmen ein. Im Sommer 1977 wurden auf diesen Inseln aus einer Population von 5000 Tieren annähernd 1000 abgeschossen, um die Schäden auf den Agrarflächen zu reduzieren. Hühnergänse leben in Dauerehe. Die Paare sind während des ganzen Jahres, insbesondere aber in der Brutzeit, sehr streitsüchtig Sie besetzen ein großes Nestrevier und verteidigen dieses äußerst heftig gegen Artgenossen und Feinde. Die Brut erfolgt in den australischen Wintermonaten, in denen auch die Wachstumsperiode der Gräser liegt (Winterregengebiet). Etwa ab Februar treffen die Gänse auf den Brutinseln ein, aber erst zwischen Mai und Juli beginnt die Eiablage. Die Nester werden offen im Grasland, an Felsblöcken und Büschen, manchmal sogar auf den dichten Kronen von Sträuchern errichtet. Daran beteiligen sich beide Partner. Als Nistmaterial dienen hauptsächlich Grasbüschel; später werden Dunen hinzugefügt. Einzelne Paare benutzen den Nestplatz mehrmals. Die Gelege bestehen aus 3-6 weißen, rauhkörnigen, elliptischen Eiern. Die Brutdauer wird mit 30 - 40 Tagen angegeben. Das Paar bleibt mit seinen Jungen etwa sechs Wochen im Brutrevier, dann vermischen sich halbflügge Küken mehrerer Familien untereinander. Der Abzug in die Sommergebiete erfolgt gruppenweise und beginnt bald nach dem Flüggewerden der Jungvögel. Die Gänse bleiben während des ganzen Jahres in kleinen Gruppen zusammen.
Nahrung in der Natur: Sie besteht aus Vegetabilien, vorwiegend aus Grünteilen der Gräser ,weniger aus deren Samen.
Haltung und Zucht: Hühnergänse werden häufig in zoologischen Gärten, nicht so oft in Privatanlagen gehalten. Als ausgesprochene Weidevögel soll ihnen ein großes Stück Grasland, zumindest aber ein weiträumiges Gehege geboten werden. Ein Teich ist nicht erforderlich, Hühnergänse sind geradezu wasserscheu und begatten sich stets auf dem Land. Für den Winter muß ein zweckmäßiger, etwa 7 -10 qm großer und gegebenfalls beheizbarer Raum zur Verfügung stehen, in dem Brut und Aufzucht erfolgen können. Während der ganzen Fortpflanzungszeit sind Hühnegänse extrem unverträglich und werden deshalb seperat gehalten, wogegen nicht brutaktive Tiere in geräumigen Gesellschaftsanlagen untergebracht werden können. In jeder Altersstufe sind Hühnergänse relativ anfällig gegen Aspergillose (Schimmelpilz). Als Nahrung bietet man ihnen ein einfaches Mischfutter, Getreide und bei fehlender Grasnarbe Salat, Kohl, Rüben oder Möhren. Zuchterfolge sind nicht selten, aber auch nicht alltäglich. Die abnehmende Tageslänge im Herbst löst die Fortpflanzungsaktivität aus. Wenn im Oktober die Tageslichtdauer unter 10 Stunden absinkt, beginnen die Reifung der Keimdrüsen, die Begattung und mit der Besitznahme des Brutreviers der heftige Aggressionstrieb. Jetzt muß den Zuchtpaaren das Wintergehege mit dem Brutraum angeboten werden. Für die Eiablage, die mit großer Regelmäßigkeit im Zoo Prag im November, im Tierpark Cottbus im Dezember und in Slimbridge jeweils im Januar begann, wird im Innenraum eine Nestunterlage aus Stroh und Grassoden vorbereitet. Die Legeintervalle sind wenig einheitlich (wohl in Folge der niedrigen Temperaturen); im Zoo Prag wurden 4 Eier innerhalb von 7 Tagen, 5 Eier in 8 bzw.9 Tagen und 6 Eier in 14 Tagen abgelegt. Die Bebrütung kann im Inkubator oder durch das Weibchen erfolgen, im ersten Falle sind Nachgelege zu erwarten. Als Normalwert der Brutdauer wurden 34 - 37 Tage ermittelt. Die Küken benötigen vom ersten Tage an stets kurzes Gras oder sprießendes Getreide. Ihr Trieb, zu weiden und zu zupfen, ist so stark ausgeprägt, daß sie in Ermangelung frischen Grüns das Dunengefieder ihrer Geschwister oder gar das Bauchgefieder der Eltern abzuweiden beginnen. Mit 26 Tagen beginnt die Befiederung an Flanken, Schultern und Schwanz, mit 40 Tagen ist die Unterseite befiedert, ab 6.Woche bildet sich das Großgefieder, und mit 70 bis 75 Tagen sind die Junggänse erwachsen. Die geschlechtliche Reife tritt im 3.oder 4. Lebesjahr ein, doch sondern sich Jungvögel bereits im Sommer ihres Geburtsjahres paarweise aus dem Familienverband ab. In einigen westeuropäischen Zoos und Zuchtanlagen gelang die Zucht der Hühnergänse auch in Freigehegen ohne Schutzraum.
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