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Lebensweise: Die Graukopfkasarkas sind innerhalb ihres relativ kleinen Gesamtareals weit verbreitet und zumeist nicht selten. Große Seen mit ausgedehnten und algenreichen Seichtwasserstellen, mit Wasser wenig überdeckte Schlammbänke und Gezeitenbereiche von Meeresbuchten sind bevorzugte Aufentshaltsorte dieser Kasarkas. Ferner bewohnen sie Flußniederungen, die Staugewässer von Farmen und Sumpfgebiete. Außerhalb der Brutzeit bilden die Graukopfkasarkas kleine Trupps, während der Mauserzeit auch ansehnliche Verbände. Wo selten gejagt wird, sind sie wenig scheu, und örtlich bestehen sogar Tendenzen freiwilliger Halbdomestikation. Der Beginn der Brutzeit steht in Abhängigkeit von Regen und Nahrungsangebot und ist in den verschiedenen Gebieten zu jeder Jahreszeit möglich. Andererseits erstreckt sich die Fortpflanzungsperiode im Graaff - Reinet - Gebiet allein von Februar bis Dezember. Zwischen Februar und Mai erfolgt dort die Balz; gegen Ende dieser Zeit sind die meisten Altvögel fest verpaart. Die Nester befinden sich in Erdhöhlen in den Bergen, teils recht weit vom Wasser entfernt. Gern werden die Erdwohnungen des Erdferkels bezogen. Die Legezeit erstreckt sich im genannten Gebiet über zwei bis drei Monate. Die Gelege bestehen aus 10 - 14 gelblichweißen Eiern. Ein freigelegtes Nest war aus trockenem Pflanzenmaterial errichtet und dick mit Dunen ausgepolstert. Die Brutdauer beträgt etwa 30 Tage. Die meisten Küken schlüpfen dort im September und Oktober. Im seichten Wasser und auf den Schlammbänken erfolgt die Jungenaufzucht; bei nahender Gefahr wird das tiefe Wasser aufgesucht. Beide Eltern sind um die Sicherheit ihres Nachwuchses sehr besorgt, und meist gelingt es ihnen auch, 6 - 8 Küken bis zur Erlangung der Flugfähigkeit zu bringen.
Nahrung in der Natur: Sie besteht aus zarten Blättern, Blütenköpfen, vor allem vom Löwenzahn, und zu einem beträchlichen Teil aus Algen.
Haltung und Zucht: Die ersten Graukopfkasarkas gelangten um 1850 nach England, eines der Weibchen kreuzte sich im Londoner Zoo mit einer Rost - und Brandgans. Anscheinend war dies für viele Jahre der einzige Import. Äußert selten blieb die Art auch bis um 1930, in jenen Jahren brüteten einige Paare in England und eines im Berliner Zoo. Weitere Importe erfolgten um 1960, die gemeinsam mit den Nachzuchttieren zu einer allgemeinen, wenn auch spärlichen Verbreitung in den europäischen Zuchtanlagen und Zoos führten. Innerhalb der Tadorna - Gruppe ist die Graukopfkasarka die robusteste, aber auch die aggressivste und ruffreudigste Art, ihre Unterbringung empfiehlt sich deshalb nur in Einzelgehegen. Die Zucht gelingt ähnlich ergiebig wie mit der Rostgans. Verpaarte Tiere treiben und begatten sich etwa ab Januar und beginnen nach geeigneten Nistplätzen zu suchen. Die Eiablage erfolgt relativ früh, normal ab 2.Märzhälfte, Legeintervalle zwischen 30 und 48 Stunden. Vollgelege enthalten selten mehr als 10 Eier, meist 6 - 8. Die Aufzucht der sehr robusten Küken erfolgt zweckmäßig durch die Eltern. Die Gössel werden in der ersten Woche wenig, in der zweiten nur bei ungünstiger Witterung und danach nur noch nachts gehudert. Die Befiederung beginnt nach 22 Tagen auf den Schultern, nach 28 Tagen an den Flanken, und wenig später befiedert sich die gesamte Unterseite (von der Halsvorderseite bis zu der Unterschwanzdecke). In der 6.Woche, wenn nur noch der Mittelrücken und die Bürzelseiten Dunen tragen, entfalten sich Schwanz - und Flügelfedern. Junggänse im Alter von 11 - 12 Wochen haben etwa die Größe der Erwachsenen, unternehmen häufig Flugübungen, die einsetzende Kleingefiedermauser verdeutlicht die Geschlechtsunterschiede. In diese Zeit fällt auch der Stimmwechsel vom Kükentrillern zu den differenzierten Rufen der Erwachsenden. Die Jugendmauser ist etwa mit 18 - 20 Wochen (September/Oktober) abgeschlossen. Nach der Vollmauser (Sommer des Folgejahres) wird das entgültige Alterskleid angelegt, das lediglich geringfügig zwischen Brut - und Ruhekleid wechselt. Die geschlechtliche Reife tritt gegen Ende des 2.Lebensjahres ein.
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