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Lebensweise: Gelbfußpfeifgänse sind typische Bewohner des tropischen Graslandes von Nordaustralien und Queensland. Während der Trockenzeit, in der teilweise weite Wanderungen unternommen werden, kommt es an den wenigen permanenten Gewässern zu riesigen Konzentrationen. Auf offenen Bänken und entlang der Ufer ruhen sie dann tagsüber dicht an dicht zu Tausenden vereint. Der Zustand des Wassers ist für sie relativ bedeutungslos; denn zur Nahrungsaufnahme werden hauptsächlich Wiesen und kurzgrasiges Brachland aufgesucht. Der Beginn der Brutsaison steht auch bei der Gelbfußpfeifgans in voller Abhängigkeit von den Niederschlägen und liegt in Nordaustralien und Queensland gewöhnlich im Februar und März, anderswo im September, Oktober oder Dezember. Mit dem Einsetzen der Regengüsse lösen sich die großen Verbände schnell auf. Die ansässigen Populationen verteilen sich über die höher liegenden Wiesenflächen der angrenzenden Gebiete und errichten dort in gleicher Weise wie die Wanderpfeifgänse ihre Nester, unter Umständen 2 - 3 km vom Wasser entfernt. Die Vollgelege enthalten 10 - 12 (teils bis 14) reinweiße oder elfenbeinfarbene Eier. Die Brutdauer beträgt 28 - 30 Tage. Nach SERVENTY und WHITTEL (1951) lösen sich die beiden Partner in 24stündigen Wechsel jeweils während der Abendstunden ab. Keine Dunenauspolsterung. Die Küken werden bald nach dem Abtrocknen - begleitet von beiden Eltern - zum Wasser geführt und dort an den seichten Ufern aufgezogen. Einzelne Autoren glauben, daß das Männchen den Hauptanteil der Betreuung übernimmt. Nach FRITH (1967) halten die Paare auch nach beendeter Brutsaison zusammen, so daß Dauerehen nicht ausgeschlossen sind. Nahrung in der Natur: Sie ist rein pflanzlich und besteht in der Regenzeit zu 90% aus Gras. Während der Trockenperiode sondern sich in den Nachmittagsstunden kleine Trupps von den großen Verbänden ab und befliegen Wiesen oder sumpfige Uferstreifen. Ergiebige Futterplätze werden viele Nächte hintereinander aufgesucht. Erst am Morgen finden sich die Gruppen wieder auf den Uferbänken ein . Haltung und Zucht: Als australische Art gehört die Gelbfußpfeifgans seit langem zu den seltener importierten Wasservögeln. Sie wird in Westeuropa in großen zoologischen Gärten gezeigt und heute auch in Privatanlagen gehalten. Gut eingewöhnte Tiere sind hart und langlebig, doch wenig fortpflanzungsfreudig. Sie sollten vorzugsweise in Gehegen mit guter Grasnarbe Unterbringung finden. Nach DELACOUR (1954 und 1964) wuchsen nur in Lichtfield, USA, 1938 zwei Küken und ab 1961 bei KOOY, Holland, Gelbfußpfeifgänse heran. FRANZ (1959) erwähnt für 1957 und 1958 Zuchterfolge aus München - Hellabrunn. Ab 1967 wurden auch im Wildfowl Trust eine größere Anzahl Eier gelegt, doch wuchsen nur 1971 und ab 1976 Junge auf. Das Gros der Eier war unbefruchtet; eine Erscheinung, die für viele Gehegetiere typisch zu sein schien. Wie RIPLEY (1967) berichtete, wurde die Art auch in den USA nur spärlich gezüchtet, heute jedoch mit gutem Erfolg vermehrt. Um 1980 gelangten von dort mehrere Importe nach Europa, mit denen 1983 erste Zuchterfolge gelangen. KOOY erwarb 1957 zwei Paare.Von diesen Frischimporten blieben zwei am Leben, die sich im Folgejahr gegatteten. Erste Eiablage 1961, drei Junge schlüpften und wuchsen auf. In den Jahren 1962 und 1963 wurden jeweils zwei Gelege mit 8 - 12 Eiern erzielt; 1964 schlüpften aus drei Gelegen mit je 12 Eiern insgesamt 33 Junge, die auch aufwuchsen. Während der Brutzeit bewohnte das Paar ein 6 m breites, grasbewachsenes Einzelgehege mit einem 2 m breiten Wassergraben. Das Weibchen errichtete das Nest gut verborgen im Gras und legte in 24stündigen Intervallen. Den Hauptanteil der Brut verrichtete bei diesem Paar das Männchen. Die Kükenaufzucht unter technischer Wärmequelle verlief annähernd verlustlos. Die Befiederung war mit 6 - 8 Wochen im wesentlichen abgeschlossen.
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