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 Bläßgans
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Die vier Unterarten der Bläßgans bewohnen die arktischen Regionen der Neuen und Alten Welt. Die europäische Bläßgans brütet im Norden Eurasiens; Teile Westgrönlands bewohnt die sehr dunkle, am Bauch fast schwarze Grönland - Bläßgans;  auf den nordkanadischen Inseln ist die viel größere Thule - Bläßgans,
und beiderseits des Beringmeeres die Pazifische Bläßgans heimisch. 

Lebensweise:
Die Bläßgans dürfte die größte Gesamtpopulation aller nordischen Gänse aufweisen. OGILVIE schätzte sie 1970 auf 900 000 Exemplare. Die Brutgebiete der Bläßgans erstrecken sich zwischen der arktischen Tundra und der Strauchtundra. In der unwirtlichen arktischen Tundra,t eilweise bei mittleren Juni-Temperaturen von 4°C, registriete man die größte Brutdichte. Die Art brütet einzeln oder in lockeren Kolonien. Jedes Paar behauptet ein abgetrenntes Brutrevier, bevorzugt an trockenen Stellen der erhöhten Tundra und an seichten Flußhängen. Aber auch Sumpfniederungen und Senken in Meeresnähe werden aufgesucht. Die Nester bestehen aus einer locker zusammengefügten Unterlage von Stengeln und Gräsern, vor Brutbeginn erfolgt eine reiche Dunenauspolsterung. Das Nest selbst befindet sich stets auf einem trockenen, meist etwas erhöht liegenden Platz. Etwa 10 - 12 Tage nach der Rückkehr  werden in Sibirien Mitte Juni, auf Grönland nach dem 20.Mai die 5 - 7 gelblichweißen Eier abgelegt. Legeintervalle von 24 Stunden wurden ermittelt. Die Brutdauer beträgt 26 - 28 Tage. Während dieser Zeit, besonders in den letzten Tagen vor dem Schlüpfen der Küken, sollen beide Eltern fast keine Nahrungaufnehmen. Die Jungenaufzucht erfolgt in feuchten Senken mit üppigerer Vegetation als auf dem Nistplatz. Mit dem Mauserbeginn der Altvögel scharen sich die Familien zu großen Herden zusammen. Ab Mitte August erlangen Jung - und Altvögel gleichzeitig die Flugfähigkeit und ziehen unmittelbar danach, spätestens Mitte September, in die Wintergebiete ab. Die geschlechtliche Reife der Junggänse tritt im zweiten oder dritten Sommer ein .

Nahrung in der Natur:
Sie besteht nach der Rückkehr ins Brutgebiet zunächst aus Seggen, Gräsern und Wollgras. Bis zum Wegzug bildet dann das Schmalblättrige Wollgras die Hauptnahrung; während der Mauser nehmen die Gänse gern Schachtelhalm auf. Bei den mecklenburgischen Winterpopulationen ermittelte SCHRÖDER folgende Nahrungszusammensetzung:
Grünäsung (Getreide - und Wildgrasblatt, Klee und Raps) 53,1%, Getreidekörner von Stoppelfeldern 10,1%, frisch eingedrilltes Wintergetreide 12% und Kartoffeln 8,6%.

Haltung und Zucht:
In vielen Zoos und Tierparks werden Bläßgänse ohne Schwierigkeiten über viele Jahre gehalten. Bei den Züchtern sind sie nicht so oft anzutreffen. Meist handelt es sich um Vertreter der Nominatform, die als verletzte Wintergäste in Gewahrsam genommen wurden; solche Tiere gewöhnen sich leicht an das Gehegeleben und zeigen wenig Scheu. Die anderen drei Unterarten werden im britischen Wildfowl Trust und vereinzelt in Zoos und Vogelparks gehalten. Eine sichere Bestimmung der Subspezies ist dem Züchter nur begrenzt möglich. Erfolgreiche Zuchten stellen keine Seltenheit dar, obgleich Wildfänge eine lange Eingewöhnungs - und Paarungszeit benötigen. Nachzuchttiere werden mit 2 bis 3 Jahren fortpflanzungsaktiv. Im Wildfowl Trust  brütet die Grönland-Bläßgans seit 1953, die europäische seit 1956, die Pazifische Bläßgans seit 1971 und die Thule-Bläßgans seit 1978; Legebeginn bei der grönländischen zwischen 10. April und 21.Mai, meist um den 20. April,bei den anderen Formen vorwiegend in der 1.Maihälfte. Bläßgänse neigen stark zu Bastardierungen, speziell mit Saatgänsen. Da auch nach Mischehen Umpaarungen mit artgleichem Partner schwierig sind, sollten Bastardierungsmöglichkeiten im voraus weitgehend eingeschränkt werden.