Start

 Enten A - Z

 Gänse A - Z

 Säger A - Z

 Schwäne  A - Z

 Angebote

 Fotos

 Info

 Impressum

 Gästebuch

 Weißkopfruderente
Weißkopfruderente Karte
Weißkopfruderente Bild

Lebensweise:
In der südlichen Sowjetunion, dem Kern ihres Brutvorkommen, bewohnen die Ruderenten ausgedehnte, flache Steppenseen mit breiten Ufervegetationszonen und großen offenen Wasserflächen. Sporadische Brutvorkommen sind weit in die borealen Waldgebiete vorgeschoben. Brackwasser wird dem reinen Süßwasser offenbar vorgezogen. Auf stark salzhaltigen Seen fehlt die Art zumindest als Brutvogel; der hohe Salzgehalt läßt den für den Nestbau notwendigen üppigen Schilfbewuchs nicht zu.
Die Rückkehr in die Brutgebiete erfolgt Ende April. In lockeren Trupps rasten die Ruderenten weit entfernt vom Ufer auf der freien Wasserfläche. Bei ruhigem Wetter und völliger Sicherheit schwimmen sie flach eingetaucht und mit schräg aufgerichtetem Schwanz. Bei Gefahr und starkem Wellengang dagegen liegen sie so tief im Wasser, daß nur der Kopf sichtbar ist. Das Nest wird in der äußersten Rohrkante oder auf Schilfinselchen, stets nahe dem tiefen Wasser errichtet. Nicht selten werden alte Nester der Bleßralle, Taucher oder Tauchenten als Unterlage genutzt und aus frischem Schilf zu einem tiefen Napf ausgebaut. Die Brutzeit beginnt in der Sowjetunion  im Juni. Die Gelege enthalten 6 - 13 Eier. Sie haben eine rauhe, körnige Oberfläche und sind in frischem Zustand hellgrün, später schmutzigweiß. Die Brutdauer beträgt 25 Tage. GROTE kennt Ruderenten als sehr scheue Vögel während der Brutperiode. Es gelang ihm nie ,die brütende Alte direkt vom Nest flüchten zu sehen, doch ruhte der Erpel wiederholt in Nestnähe, und bei Störungen am Nest gesellte sich auch bald das Weibchen hinzu. Da die Tauchdauer bis zu zwei Minuten betragen soll, kann die Ente unter Wasser vom Nest zum Erpel schwimmen.
Im September und Oktober erfolgt der Abzug in die Winterquartiere, die sich auf wenige Seen Anatoliens und Pakistans konzentrieren.

Nahrung in der Natur:
Sie besteht überwiegend aus Teilen der Wasserpflanzen mit einem geringeren Anteil Kleinlebewesen, während die Mägen untersuchter Jungenten nur Wasserinsekten enthielten.

Haltung und Zucht:
Über erste Versuche, Küken der Weißkopfruderente auf einen Zooteich in Spanien zu halten, berichtet DURAN (1961) :  zwei in den Sümpfen des Guadalquivirs ergriffene Küken wuchsen unter großer Mühe heran. Seit Dezember erhielt der Wildfowl Trust mehrfach während der Schwingenmauser eingefangene Altvögel aus Pakistan. In den Wintern 1968 und 1969 importierte Tiere konnten 1973 erstmalig gezüchtet werden, MATTHEWS und EVANS (1974) berichten darüber: In den Jahren 1970 bis 1972 wurde in den Frühjahrsmonaten intensiv gebalzt, ohne daß es zu Nestbau oder Eiablage kam. Deshalb wurden 1973 zwei frisch aufgegebene Bleßrallen - Nester und einige Bambus - Schilf - Unterlagen in der Ufervegetation untergebracht. Am 19. bzw.25.Juli begannen zwei Weibchen in die Bleßrallen - Nester zu legen, die zuvor und während der Brut (in einem Falle unter Beteiligung des Erpels) kompletiert wurden. Die Enten brüteten sehr fest und verließen ihr Gelege nur zu einer täglichen kurzen Brutpause. Eine Brutdauer von 25 Tagen wurde im Inkubator ermittelt, die Küken schlüpften mit 57-65 g. Ein Küken wurde der Ente belassen, die sich als ausgezeichnete Mutter bewährte. Diese Jungente erlangte mit 58 Tagen die Flugfähigkeit. In den Folgejahren wuchsen zahlreiche Weißkopfruderenten im Trust sowie in englischen und holländischen Zuchtanlagen auf.
Weißkopfruderenten lassen sich gut auf Gehegeteichen halten, die Wasserfläche soll jedoch nicht zu eng sein und muß für die Nestanlage ein natürliche Ufervegetation im Flachwasserbereich aufweisen. Die Überwinterung muß auf einer Wasserfläche erfolgen. Knapp einjährige Tiere sind geschlechtsreif.