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 Stockente
Stockente Bild
Stockente Karte

Lebensweise:
In den meisten Teilen ihres großen Verbreitungsgebietes ist die Stockente ein häufiger Brutvogel. Große Anpassungsfähigkeit zeigt sie an Lebensraum und Brutplatz. Vorgezogen werden zwar flache, eutrophe Binnengewässer, doch fehlen die Stockenten nicht in den Boddenbereichen, auf Bergseen (bis 2000 m), an Wald - und Wiesengräben und brüten schließlich als Kulturfolger an städtischen Parkgewässern.
Bereits im Herbst beginnt die Balz der Männchen, die bis zum Frühjahr andauert. Bei jungen Paaren kommt es dabei noch nicht zu Kopulationen; denn die Geschlechtsreife tritt gegen Ende des ersten Lebensjahres ein. Alte Paare begatten sich ab September. Im Frühjahr zeigen die Erpel starke polygame Neigungen. Sie treten (oftmals gewaltsam) fremde (in Gehegen auch artfremde) Weibchen. Bald nachdem das Brutgewässer eisfrei ist und die meisten überwinternden Enten abgezogen sind, wird das Nistrevier besetzt. Die Nester stehen im Pflanzendickicht der Uferzone, an Grabenrändern, auf Inselchen und Kaupen, aber auch unter Sträuchern, auf Kopfweiden, seltener in alten Krähennestern oder in Baumhöhlen. Das Nest selbst wird vom Weibchen aus Pflanzenteilen der Nestumgebung errichtet und bei Brutbeginn mit Dunen ausgekleidet. Normalgelege enthalten 7 - 13 hellgrüne, graugrüne oder lehmgelbe Eier, die in etwa 24stündigen Intervallen ab Ende März gelegt werden. Die Berutdauer beträgt 24 - 28 Tage. Das Männchen wacht anfangs in Nestnähe, später gesellen sich die Erpel zu kleinen Mausergruppen zusammen. Das Weibchen führt die Küken nach dem Abtrocknen zum Wasser und zieht sie dort im Schutze der Pflanzenbestände auf. Bald nach dem Flüggewerden der Jungenten löst sich der Familienverband auf oder geht in größere Schofe über. Ab September scharen sich dann die Stockenten auf großen, offenen Gewässern zusammen und verweilen hier, bis Frost und Eis sie zum Abwandern zwingen.

Nahrung in der Natur:
Sie besteht nach YOCOM und KELLER zu 96,4% aus pflanzlichen Stoffen, deren Hauptanteile Getreidearten (49,6%), Laichkräuter (13,9%), Sumpfried (5,8%)und Simsen (3,9%) bilden. Im Spätherbst werden ferner Eichenwälder beflogen, wo die Stockentendie herabgefallenen Eicheln auflesen.

Haltung und Zucht:
Die frühe Domestikation der Stockente beweist ihre ausgesprochene Anpassungsfähigkeit an das Gefangenschaftsleben sowie ihre leichte Züchtbarkeit. Abgesehen von den Warzenenten bildet sie die Stammform aller Hausentenrassen.
Zahme und halbzahme Stockenten gehören heute zum Stadtbild vieler Parkgewässer und bevölkern in großer Zahl die Teichanlagen der Zoos. Von den Züchtern wird diese Art kaum gehalten, doch werden die großen Zuchtteiche nachts von Stockenten beflogen. Sie nehmen das Futter der Zierenten auf und begatten im Frühjahr oftmals die Zuchtweibchen, was dann zu unerwünschten Bastardierungen führen kann.Mit Ausnahme der Laysan-und Hawaii-Stockenten, die verbreitet in Zoos und Zuchtanlagen anzutreffen sind und deshalb gesondert behandelt werden, stellen die übrigen Stockenten - Unterarten Seltenheiten unter den Gehegetieren dar.Die Grönland - Stockente wurde 1959 für den Wildfowl - Trust in Slimbridge erworben und ab 1960 einige Male gezüchtet. Einzelne Florida - Stockenten lebten in den 30er Jahren in Cleres, Frankreich, und zogen dort mehrfach Junge auf. Der Wildfowl Trust züchtete sie 1967 und 1975, der Zoo Philadelphia, USA, wiederholt nach 1960 und der Tierpark Berlin 1969. Von der bestandsbedrohten Mexiko - Stockente lebten 1967 in vier Zoos der USA und im Wildfowl - Trust 19 Alt - und einige Jungtiere.Im Wildfowl - Trust konnte diese Form wiederholt zur Fortpflanzung gebracht werden. Eiablage zwischen 12.3 und 3.4.; 1975 wuchsen von 10 erwachsenen Tieren 36 Junge heran. In New Mexiko, USA, wurden zwischen 1963 und 1970  295 Mexiko - Stockenten gezüchtet und für die Stärkung der Freilandpopulation ausgesetzt, die nach 1960 ca. 5 000 und 1970 wieder 15 000 Individuen umfaßte.
Die hohe Bastardierungsneigung der Stockentengruppe erschwert die Reinhaltung dieser Unterarten.I hre Zucht sollte nur in Kleingehegen erfolgen, die nicht für Stockenten erreichbar sind.