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 Sichelente
Sichelente Bild
Sichelente Karte

Lebensweise:
In Biologie und allgemeinem Verhalten unterscheidet sich die Sichelente kaum von anderen Gründelenten. Balz und Paarung beginnen bereits Anfang Dezember, oft noch vor vollendeter Brutmauser. Die Paare halten dann bis zum Frühjahr eng zusammen und kehren gemeinsam in die Brutgebiete zurück. Der Frühjahrszug setzt im Ussuri - Gebiet in der zweiten Märzhälfte ein und erfährt Mitte April seine höchste Intensität. Die Brutpopulationen der Amur - Gebiete treffen Ende April ein, beginnen aber selten vor Juni mit der Eiablage. Auch in den anderen Gebieten brütet die Sichelente später als andere Entenarten. Die typischen Brutbiotope sind stille Buchten von Seen und Flußläufen, deren Ufer von Schilf und Laubwald gesäumt sind. Die Art bewohnt aber auch Sumpfniederungen in der offenen Landschaft und Küstenseen. Standort und Bauweise des Nestes entsprechen denen anderer Gründelenten. Die Vollgelege enthalten 7 - 9 hell bis kräftig lehmbraune Eier. Die Brutdauer beträgt 24 - 26 Tage. Zur Nestauspolsterung finden Dunen Verwendung. Etwa bis zur Hälfte der Bebrütungszeit bleibt der Erpel in Nestnähe und begleitet das Weibchen in den Brutpausen. Dann ziehen sich die Männchen in die Bestände der Ufervegetation zurück und mausern. Die Jungenaufzucht erfolgt durch das Weibchen. Im Südteil des Brutgebietes und südlich davon übersommern alljährlich viele Sichelenten, so daß der Eintritt der Geschlechtsreife erst für das zweite Jahr vermutet wird. Bereits im September verlassen die Brutvögel ihre südsibirische Heimat. In den Winterquartieren, in Südchina und in den Acker - und Reisanbaugebieten Japans erscheinen sie ab November. Während der Wintermonate halten sich die Sichelenten auf den freien Wasserflächen der Binnenseen oder auf dem küstennahen Meer auf. Nachts befliegen sie zur Nahrungsaufnahme angrenzende Äcker und Reisfelder.

Nahrung in der Natur:
Sie gleicht etwa der anderer Gründelenten.

Haltung und Zucht:
Obgleich Sichelenten schon 1785 nach England gelangten, werden sie erst seit 1916 gezüchtet und gehörten etwa bis 1960 zu den selten gehaltenen (offenbar auch selten importierten) Entenarten. Die danach einsetzenden ergiebigen Zuchterfolge hatten eine rasche Verbreitung in Zoos und privaten Anlagen zur Folge. Heute gilt die Sichelente als anspruchlos, winterhart und verträglich, die nicht nur durch das ansprechende Prachtkleid des Erpels begeistert, sondern auch in Kleinanlagen und unter Zoobedingungen gut zur Fortpflanzung zu bringen ist. Ihre Unterbringung erfolgt vorzugsweise auf Gesellschaftsteichen mit grasbewachsenen Auslaufgehegen. Während nach Freilandbeobachtungen die Prachtkleidumfärbung nicht vor Ende Dezember beendet sein soll und die vielen Nichtbrüter im Amurgebiet auf eine zweijährige Geschlechtsreife schließen lassen, entwickeln sich die Gehegevögel offenbar schneller. Die erwachsenden Männchen sind ab Oktober, die jungen Erpel ab Ende November ausgefärbt. Die Mehrzahl der Paare ist mit einem Jahr brutaktiv. Die Weibchen errichten das Nest in der Bodenvegetation, meist in einiger Entfernung vom Teich unter Gebüsch oder ähnlichen Nisthilfen oder im Gras, selten dagegen in Nistkästen. Legebeginn in europäischen Zuchtanlagen relativ einheitlich zwischen Mitte Mai und Mitte Juni, im Wildfowl Trust ausnahmsweise ab Ende April. Die Gelege der älteren Weibchen bestehen in der Regel aus 9, Nachgelege und Erstgelege junger Weibchen aus 6-7 Eiern. Die Brutzeit beträgt 23-27 Tage bei einem Mittelwert von 25 Tagen. Ein, seltener zwei Nachgelege sind zu erwarten;d ie Erpel befruchten, selbst wenn sie weitgehend in das Ruhekleid umgemausert haben. Wegen der Gefährdung von Ente und Gelege durch Raubtiere erfolgen Brut und Kükenaufzucht zweckmäßig mit Ammen oder technischen Wärmequellen.