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Lebensweise: Reiherenten bewohnen zur Brutzeit Binnenseen mittlerer Tiefe mit ausgedehnten Ufervegetationsgürteln, ferner Altwässer und ruhige Buchten der Flußläufe, Stauseen und teilweise auch Boddengewässer. In Zentralasien besiedeln sie in stattlicher Anzahl die Steppenseen. Reiherenten beanspruchen im allgemeinen größere freie Wasserflächen als Tafel-und Moorenten. Trotz früher Ankunft in den Brutgebieten beginnt die Eiablage selten vor Anfang Mai; auf den Ismaninger Teichen in Bayern legt die Reiherente als letzte dort ansässige Art zwischen Mitte Mai und Mitte Juni. Die Nester befinden sich in der Flachwasserzone oder in unmittelbarer Ufernähe im Röhricht, auf Bülten, häufig auf Inselchen oder in rings vom Wasser eingeschlossenen Schilfbeständen. Verschiedentlich neigen Reiherenten zum lockeren Koloniebrüten. Das Nest ein kleiner, flacher Bau aus Material der Nestumgebung und Dunen. Die Normalgelege bestehen aus 6-12 grünlichgrauen, gestreckten Eiern. Die Brutdauer beträgt 23-25 Tage. Ein Teil der Erpel verläßt das Weibchen bereits wenige Tage nach Brutbeginn. Die Reiherente betreut die Küken anfangs im aüßeren Vegetationsbereich, später auf der freien Wasserfläche. Die Bindung der Küken zur Mutter ist recht locker. Wenige Tage alte Küken schwimmen allein herum oder schließen sich anderen Familien an, die Mehrzahl wird gegen Ende der Befiederung nicht mehr vom Altvogel betreut.
Nahrung in der Natur: Sie besteht aus Wasserpflanzen und Mollusken (Mies - Herz und Wandermuscheln).
Haltung und Zucht: Reiherenten sind durch ihre attraktive Färbung und ihre ständige Aktivität eine schöne Zierde gemischter Entenkollektionen. Auf den Parkteichen von Versailles und im Hydepark in London wurden sie schon im 17.Jahrhundert gepflegt und im Londoner Zoo vor mehr als 100 Jahren gezüchtet. Der Berliner Zoo brachte sie um 1910 so ergiebig zur Fortpflanzung, daß sie freifliegend gehalten werden konnten. Heute fehlen die Reiherenten kaum in einem zoologischen Garten und beleben zahlreiche Parkgewässer. Die Unterbringung der Reiherente sollte auf größeren Teichen mit einer Mindesttiefe von 70 cm erfolgen. Zweifellos eignen sich solche mit klarem, kühlem Wasser und bewachsenen Ufer am besten. Die Nestanlage erfolgt in der wassernahen Bodenvegetation, bevorzugt auf Seggen und bewachsenen Inselchen. Freistehende Nisthöhlen werden nur selten angenommen. Die Kükenaufzucht erfolgt zweckmäßig in Boxen ohne Altvogl. Die oben erwähnte Bindung der Küken zur Mutter sind so lose, daß dem Weibchen eine Betreuung kaum möglich ist. Nach Beobachtungen verlassen nicht die Weibchen die Küken, sondern die Küken ihre fortwährend lockene und führungsbereite Mutter. Die Befiederung der Jungenten beginnt mit 20 Tagen an Flanken und Schultern und ist mit der Ausbildung der Schwingen und Mittelrückenfedern um den 60.Tag beendet. Im Alter von 8-9 Wochen sind die Jungenten flugfähig. Im gleichen Herbst erfolgt die Umfärbung in das Alterskleid. Ein Teil der Reiherenten wird gegen Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif, in Gehegen sind Zuchterfolge erst ab zweiten Jahr zu erwarten.
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