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Lebensweise: An den sibirischen Küsten und ihren vorgelagerten Inseln ist die Prachteiderente ein häufiger Brutvogel. Sie bewohnt hier Seen und Wasserläufe der meeresnahen arktischen Flechtentundra und dringt in den Flußniederungen südwärts bis zur Strauchtundra vor. Entsprechende Biotope wählt die Art auch auf den Inseln Sibiriens, Nordamerikas und Grönland, sie brütet somit weiter nördlich als andere Eiderentenarten. In Kanada und Grönland überschreitet sie sogar 80°n.Br. Die meisten ihrer Brutgebiete liegen innerhalb der Juli-Isothermenvon 2-10° C. Mit dem Eisfreiwerden der Gewässer im Juni kehren die Prachteiderenten an ihre Brutplätze zurück; die Männchen treffen vor den Weibchen ein. Auf der Southampton-Insel und im Baffin-Land brüten sie vorwiegend in kleinen, lockeren Kolonien, oft sehr weit vom Meer entfernt. Die Nester stehen in der offenen Moostundra an den Ufern von Süßwasserseen, auf deren Inseln, entlang den Flußniederungen und in den Deltalagunen. Die Art brütet zwar hier und da zwischen Eiderenten, bildet aber nie eigene Kolonien. Mit der Eiablage wird auch in den südlichsten Teilen des Brutvorkommens kaum vor Anfang Juni bis Mitte Juli begonnen. Das Vollgelege besteht aus 3-7 blaß olivgrauen, teils bräunlichen Eiern. Brutdauer 22-24 Tage. Wenige Tage nach Brutbeginn verlassen die Erpel bereits ihre Weibchen und kehren auf das Meer zurück ,wo sie sofort mit der Mauser beginnen. Vor den Küsten einiger sibirischer Inseln scharen sich die Mauservögel zu riesigen Verbänden zusammen. Die frisch geschlüpften Küken werden vom Weibchen auf ein Binnengewässer geführt und dort sehr bald von den meisten Weibchen verlassen. Die Jungen scharen sich zu Trupps zusammen, bei denen nur wenige weibliche Tiere zurückbleiben. Nach dem Flüggewerden wechseln auch die Jungtiere mit den zurückgebliebenen Weibchen zum Meer über. Hier verweilen die Prachteiderenten, bis sie vom Eis verdrängt werden. Hier beginnt auch die allmähliche Umfärbung in das Alterskleid, die bei den Erpeln im 3.Lebensjahr abgeschlossen wird.
Nahrung in der Natur: Sie unterscheidet sich kaum von der der eigentlichen Eiderente. Auf dem Meer werden hartschalige Mollusken, Crustaceen und Stachelhäuter (besonders Seeigel) aufgenommen. An den Binnengewässern (während der Brutzeit) ernähren sich die Weibchen und Jungvögel von kleinen Crustaceen, Mückenlarven und Pflanzenteilen. Die Männchen fressen in dieser Zeit sehr wenig, aus der kanadischen Arktis liegen sogar Berichte über verhungernde bzw. an Entkräftung eingehende Männchen vor.
Haltung und Zucht: Während bislang nur zufällig ergriffene Altvögel der Pracheiderente in einigen wenigen Zoos gezeigt wurden, bemühten sich in den vergangenen Jahren amerikanische und britische Züchter um Eier von Wildvögeln und zogen daraus Jungtiere auf. Diese Enten werden heute vereinzelt in Privatanlagen gehalten und wohl auch gezüchtet. Gut eingewöhnte Tiere stellen nach RAETHEL (1976) etwa gleiche Ansprüche wie unsere Eiderente; ein relativ sauberes Wasser und ein eiweißreiches Futter (u.a. Forellen - Pellets). Zugaben von Frischfisch oder Muscheln sind nicht erforderlich, jedoch werden Garnelen und Trockenfisch gern genommen. Über die Erstzucht der Prachteiderente im Wildfowl Trust berichtet JOHNSTONE (1961): Seit 1955 lebt hier ein einzelner Erpel, der bei Island auf einem Fischtrawler ergriffen worden war. Später erhielt man aus dem Zoo Kopenhagen das einzige seinerzeit in Gefangenschaft bekannte Weibchen. In den folgenden Jahren balzte der Erpel ergiebig, und es wurden auch Begattungen beobachtet. Anfang Juni 1961 scharrte das Weibchen eine kleine Nestmulde zwischen kurzem Rasen und legte darin 4 Eier ab. Sie erschienen kleiner, mehr blaßoliv und spitzpoliger als die von der Eiderente. Die Nestdunen waren rehbraun, verglichen mit der gewöhnlichen Eiderente wurden relativ wenige verwendet. Die Bebrütung der Eier erfolgte unter einer Zwerghenne. Nach 22 Tagen piepten die Küken, am 23. Tag schlüpften sie. Im Aussehen unterschieden sie sich erheblich von denen der Eiderente. Das Dunenkleid war oberseits zart braun, unterseits gelblichbraun; das blaßfarbige Gesicht wurde von einem dunklen Unteraugenstreif durchzogen. Bei den Neugeborenden war der Schnabel auf rosafarbenem Grund schiefergrau getupft, die rosa Tönung verlor sich nach einer Woche mehr und mehr. Kopf und Schnabel machten nicht den Eindruck, als seien sie keilförmig wie bei der Eiderente. Als Futter bot man ihnen Mückenlarven, Bachflohkrebse, Fliegenmaden, zerhackte Leber, Ameisenpuppen, gehacktes Ei, in schmale Stücke geschnittenen Aal, Brotkrumen, geteilte Regenwürmer, getrocknete Garnelen, Fischmehl und Weizenkeimmehl. Trotz guter Betreuung durch die Bantam - Henne nahmen die Küken erst am vierten Tag Nahrung zu sich. Im Alter von 14 Tagen begann die Befiederung, die etwa mit einem Monat abgeschlossen war. Geschlechtsunterschiede konnten in der Gefiederfärbung nicht festgestellt werden, doch färbte sich der Schnabel des Männchens nach etwa drei Monaten rosarot. Wie aus den Berichten des Wildfowl Trusts weiter hervorgeht, konnte die Prachteiderente zwischen 1963 und 1971 alljährlich zur Eiablage gebracht werden; Legebeginn zwischen 17. April und 14. Juni. Aus 52 Eiern wuchsen 19 Jungtiere heran, von denen 1974 keines mehr lebte. Erst 1976 und 1977 wurden insgesamt 15 Tiere neu erworben, mit denen zwischen 1979 und 1982 insgesamt 9 Junge aufgezogen werden konnten.
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