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 Kragenente
Kragenente Bild
Kragenente Karte

Lebensweise:
Die während der Wintermonate über die Küstenabschnitte verteilten Scharen der Kragenente konzentrieren sich im zeitigen Frühjahr in der Nähe der Flußmündungen. Hier erreichen Balz und Paarung ihre stärkste Intensität. Die fest verpaarten Vögel ziehen auf Island ab Ende April überwiegend schwimmend die Gebirgsflüße aufwärts. Ihre Brutplätze befinden sich hier an den felsigen Ufern der Binnenseen, besonders des Myvatn, häufiger jedoch auf kleinen bewachsenden Lavainseln inmitten reißender Gebirgsströme. Auf Grönland wurden diese Enten auch an der Küste und in Nordamerika in hohlen Bäumen nistend gefunden. Nicht selten kommt es zu lockeren Koloniebildungen. Die Nistplatzwahl trifft das Weibchen, der Erpel bleibt passiver Begleiter. Nach BENGTSON befinden sich die meisten isländischen Kragenenten - Nester dicht am Wasser unter Zweigen und Büschen, häufig auch in Lava-und Felsspalten; sie werden aus trockenen Pflanzenteilen errichtet und später mit Dunen ausgepolstert. Ältere Weibchen erweisen sich als sehr ortstreu. Die Eiablage auf Island erfolgt hauptsächlich um die Mai - Juni - Wende. Die Vollgelege enthalten nach BENGTSON  5-7 Eier.
Die Legeintervalle betragen nomal zwischen 2-4 Tage. Brutdauer 28-29 Tage. Ende Juni, Anfang Juli wandern die Erpel bereits  in kleinen Gruppen die Flüße abwärts zum Meer. Die Weibchen führen die Küken zu ruhigen Stellen der Gebirgsflüße und erscheinen mit ihnen erst im September an der Küste. Jungenten sind mit 30 Tagen befiedert, etwa 55% der geschlüpften Küken werden flügge. Der Anteil nichtbrütender Weibchen schwankt auf Island zwischen 15 und 90% und hängt offenbar von dem Hauptnahrungsangebot während der Brutzeit, den Larven der Kriebelmücke, ab.
Außerhalb der Brutzeit halten sich die Kragenenten in lockeren Schwärmen direkt in der Brandungzone felsiger Küstenabschitte auf. Wassertiefen von 3-5m, in einer Entfernung von 100 - 300 m von der Küste werden bevorzugt, tiefe Buchten und Fjorde allgemein gemieden. Zu Abwanderungen kommt es nur dort, wo das Meer im Winter eine geschlossene Eisdecke trägt.

Nahrung in der Natur:
Im Sommer bilden die Larven der Kriebel - und Zuckmücken, Eintags - und
Köcherfliegen, die zu Massen in den sauerstoffreichen Wasser der Seen und Flüße leben, die Hauptnahrung, weniger werden Krebstierchen und Fischbrut aufgenommen. Die Winternahrung besteht fast ausschließlich aus marinen Mollusken und Crustaceen, die vom Meeresgrund hochgetaucht oder vom Felsen abgelesen werden.

Haltung und Zucht:
Ähnlich wie die Schellenten sind auch die Kragenenten äußert attraktiv gefärbte und bewegungsaktive Wasservögel. Verständlich erscheinen uns deshalb die vielen Bemühungen, diese Art in Volieren zu pflegen und zu züchten. Zwischen 1911 und 1932 wurden mehrfach Kragenenten - Eier isländischer Wildvögel nach England geschafft und dort erbrütet. Die Aufzucht mehrer Jungtiere gelang erst nach einigen Fehlschlägen. Als Nahrung bot man den Küken lebende Wasserinsekten, Garnelen, kleine Muscheln, Leberstückchen, Hering und Kükenaufzuchtfutter, später dann ein Körnergemisch. Ein Teil dieser Tiere lebte bis 1938 im Zoopark Cleres, Frankreich.
Erneut wurden in den 60er Jahrn Kragenenten aus Wildvogeleiern aufgezogen; der Wildfowl Trust besaß 1963 mehrere und 1967 12 Altvögel. In den USA hält PILLING, Seattle seit 1972 als Halbflügge eingefangene Kragenenten und züchtet mit ihnen seit 1977. Seit Mitte der 70er Jahre werden in England erste Kragenenten angeboten und seit 1978 gezüchtet.