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 Eisente
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Eisente Bild

Lebensweise:
Eisenten sind die häufigsten Entenvögel des hohen Nordens. Die Eisente ist auch der am weitesten nach Norden vordringende Wasservogel und brütet bis zum 83. nördlichen Breitengrad bei Juli - Mitteltemperaturen von 1-2 Grad Celsius. Bevorzugte Brutbiotope bilden planktonreiche Tümpel und kleine Teiche in der arktischen Tundra und die Seeschwalbenkolonien entlang unwirtlicherKüsten (besonders auf Grönland), deren Schutzwirkung gegen Raubmöven genutzt wird. Im Winterquartier und auf dem Frühjahrszug erreichen die Paarungsaktivitäten ihren Höhepunkt. Unaufhörlich balzen die Erpel in kleinen Gruppen, und ihre klangvollen Paarungsrufe sind dann weithin
an unserer Ostseeküste zu hören. Die gepaarten Eisenten treffen zwischen Ende April (Island) und Ende Juni (N-Grönland) an den Brutplätzen ein. Entlang den Ufern, bevorzugt auf  kleinen Inselchen, werden die Nester gut verborgen zwischen Gräsern, Zwergsträuchern oder Steinen vom Weibchen errichtet. Die tiefe Nistmulde wird mit Flechten, Moos und später mit einem dicken Wall aus Dunen ausgekleidet. Eiablage entsprechend dem Brutgebiet zwischen Mitte Mai und Juli. Vollgelege enthalten 5-9 (bis 11) gelblichweiße oder graugrüne Eier. Die Brutdauer beträgt 24-26 Tage. Die Erpel bilden während dieser Zeit Mauserschwärme auf Süßwasserseen und an bestimmten Küstenabschnitten.
Die Kükenbetreuung obliegt dem Weibchen, das heftige Abwehrkämpfe gegen Raub - und Eismöven zu führen hat. Die Jungenten erreichen bereits mit 35 Tagen ihre Flugfähigkeit und haben damit wohl die kürzeste Befiederungszeit aller arktischen Enten. Gegen Ende des zweiten Lebensjahres werden die Eisenten geschlechtsreif.

Nahrung in der Natur:
Sie besteht fast ausschließlich aus Kleinlebewesen. Auf den Binnengewässern werden Wasserinsekten (besonders Mückenlarven), Plankton, Crustaceen und gelegentlich auch kleine Fische aufgenommen. Auf dem Meer bilden kleine bis mittelgroße Mollusken, wie Mies-, Herz, Sandklaffmuscheln und Strandschnecken, ferner Garnelen und andere Wirbellose die Hauptnahrung.
 
Haltung und Zucht:
Vielfältig sind die Bemühungen, Eisenten auf Zucht - Zooteichen zu halten und die der Ornithologen um die Rettung verölter Tiere zur Rückführung in dieNatur. In die Hand des Menschen gelangen; infolge starker Eisbildung an der Küste ermattet aufgefundene, durch Treiböl auf offener See verschmutzte oder noch nicht ertrunkene Eisenten aus Fischnetzen. Mit all diesen Tieren sind bisher keine befriedigenden Haltungsergebnisse erzielt worden. Während
gesunde, in Fischnetzen gefangene Eisenten meist die Futteraufnahme verweigern, gestopft werden müssen, wobei die wasserabweisenden Gefiederschichten zerstört werden, verlief die Behandlung verölter Tiere wie folgt:                                             Von 60 am Strand eingefangenden Enten starben bis zu 40% innerhalb der ersten 5 Tage, weitere innerhalb des zweiten Monats, und nur 11 lebten 5-7 Monate, lediglich 3 Tiere überlebten 3 Jahre. Die stets etwas mageren Eisenten waren überraschend schnell futterzahm und bemerkenswert lernfähig. Fischstücke wurden sofort in großen Mengen aus dem Futternapf aufgenommen. Die Futterpalette umfaßte See - und Flußfischstücke, lebende Fischen, frische und getrockneteGarnelen, Fleisch, Fliegenmaden, lebendeTeichkrebse, Muschelschalen,Regenwürmer sowie Pellet-und Mischfutter.Zur Gefiedersäuberung mußten die verölten Tiere mehrfach mit fettlösenden Waschmittel behandelt, in angewärmten Wasser gewaschen und unter Rotstrahlern getrocknet werden. In England seit den 30 er Jahren und in den USA wurden wiederholt Küken aus Wildvogeleiern erbrütet und aufgezogen und seit Ende der 70 er Jahre im westeuropäischen Tierhandel angeboten. Über die Erstzucht berichtet Lampson (1973): Aus Eiern von Wildvögeln wurden 1966 Küken erbrütet und aufgezogen. Ein Paar davon bewohnte einen 0,8 ha  großen Parkteich.Das Weibchen legte1970 in einem Faß 7 unbefruchtete und zwischen 24.Juni und 1.Juli 1971 unter einem Gebüsch 5 Eier,aus denen 2 Küken heranwuchsen.